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Streik bremst Zugverkehr aus - "Schwarzer Dienstag" für Frankreichs Bahn

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In Frankreich ist eine Streikwelle gegen die Bahnreform von Präsident Macron angelaufen. Der Ausstand legte den Zugverkehr lahm, es traf auch Verbindungen nach Deutschland.

Der Beginn einer Streikwelle gegen die geplante Bahnreform in Frankreich legt weite Teile des Zugverkehrs lahm. Der Konflikt gilt als wichtige Kraftprobe für Präsident Macron.

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In Frankreich sorgt ein Eisenbahner-Streik gegen die geplante Bahnreform für erhebliche Beeinträchtigungen des Zugverkehrs. Betroffen sind vor allem Berufspendler in den Metropolen, aber auch Fernverbindungen nach Deutschland. In der Region Paris sei nur einer von vier Nahverkehrszügen gefahren, teilte die staatliche Bahngesellschaft SNCF mit. Busse waren - wie die Bahnhöfe auch - nach den Osterfeiertagen völlig überfüllt. An der zentralen Station Gare du Nord stürzten Wartende auf die Gleise, sodass ihnen wieder auf die Bahnsteige geholfen werden musste. Von den Hochgeschwindigkeitszügen TGV fährt nur einer von acht.

Die Hälfte der Beschäftigten sind laut SNCF im Ausstand, bei den Lokführern sind es demnach mehr als drei Viertel. Medien sprachen von einem "schwarzen Dienstag" für Bahnkunden.

Ausstand könnte Monate dauern

Der zunächst zweitägige Ausstand der Eisenbahner ist der Auftakt zu einer Streikwelle. Die Arbeitsniederlegungen sollen über drei Monate laufen, wobei an jeweils zwei Tagen innerhalb von fünf Tagen gestreikt werden soll. Insgesamt sind 36 Streiktage geplant. Der Ausstand wird auch am Mittwoch fortgesetzt. Dies wirkt sich bei den Fernzügen auf Nachbarländer wie Spanien, Italien, Schweiz und Deutschland aus. Hier sind die Verbindungen Frankfurt-Paris, München-Stuttgart-Paris und Frankfurt-Marseille betroffen, wo nur etwa ein Drittel der Züge fährt. Ein Viertel der Eurostar-Verbindungen zwischen London, Brüssel und Paris fallen ebenfalls aus.

Die Gewerkschaften wehren sich gegen die Pläne der Regierung zur Reform des staatlichen Bahnunternehmens SNCF. Die Regierung will das hoch verschuldete Staatsunternehmen auf die Öffnung des Bahnverkehrs für den Wettbewerb vorbereiten - der Bahnverkehr soll schrittweise für Konkurrenzanbieter geöffnet werden. Das fordert die EU. Für besonders viel Kritik bei den Gewerkschaften sorgt, dass für Neueinstellungen der vorteilhafte Eisenbahner-Status wegfallen soll.

Auch Müllabfuhr und Air-France-Mitarbeiter streiken

Der Streik gilt als erste Machtprobe zwischen Gewerkschaften und Präsident Emmanuel Macron. Die konservative Zeitung "Le Figaro" kommentierte, Macron und die Regierung riskierten viel: Falls sie einknickten, könnten sie auch Reformplänen in anderen Bereichen Adieu sagen, so das Blatt. Die linksliberale "Libération" kritisierte dagegen, mit ihrem forschen Auftreten bei der Bahnreform habe die Regierung die Gewerkschaften zusammengeschweißt.

Zu den Bahnstreiks kommen in Frankreich noch weitere Proteste in anderen Branchen hinzu: Bei der Fluggesellschaft Air France sollte wegen eines Streiks für höhere Gehälter ein Viertel der Flüge ausfallen. Und Mitarbeiter der Müllabfuhr waren zum Streik für bessere Arbeitsbedingungen aufgerufen.

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