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Wikileaks-Gründer - Schweden rollt Assange-Verfahren neu auf

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Schwedens Staatsanwaltschaft rollt das Verfahren gegen Julian Assange neu auf. Das Land will beantragen, dass der Wikileaks-Gründer ausgeliefert wird. Das wollen auch die USA.

Die schwedische Justiz ermittelt wieder wegen Vergewaltigung gegen Julien Assange. Der bestreitet die Vorwürfe. Der Wikileaks-Gründer war im April in London verhaftet worden.

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Schwedische Staatsanwälte nehmen die Untersuchung gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange wieder auf. Es gebe noch immer den wahrscheinlichen Fall, dass Assange eine Vergewaltigung begangen habe, teilte die Strafverfolgungsbehörde mit. Eine neue Befragung sei notwendig. Die Staatsanwaltschaft werde einen europäischen Haftbefehl ausstellen. Die Auslieferung soll nach dem Wunsch Schwedens erfolgen, nachdem Assange seine Haftstrafe in Großbritannien abgesessen hat.

Assange war im Jahr 2010 in Schweden von zwei Frauen wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs angezeigt worden. Er hat die Vorwürfe stets bestritten. 2017 war der Vorwurf sexuellen Fehlverhaltens verjährt und fallengelassen worden, der Vergewaltigungsvorwurf bestand aber weiter. Diesem konnten die Ermittler allerdings nicht nachgehen, weil Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London lebte und es keine Aussicht darauf gab, dass er nach Schweden gebracht würde.

Nach Schweden oder in die USA?

Assange war 2012 in die Botschaft Ecuadors in London geflohen. Sieben Jahre entzog er sich so dem Zugriff der Ermittler. Vergangenen Monat wurde er festgenommen, nachdem Ecuador Assange das politische Asyl entzogen hatte. Der 47-Jährige wurde wegen Verstoßes gegen Kautionsauflagen zu 50 Wochen Haft verurteilt.

Als der Australier in die Botschaft flüchtete, befürchtete er, dass Schweden ihn an die USA ausliefern könnte. Auch dort liegt ein Auslieferungsersuchen vor. Die dortigen Behörden werfen Assange eine Verschwörung mit der Whistleblowerin Chelsea - früher Bradley - Manning vor. Ihm drohen in den USA bis zu fünf Jahre Haft.

Er habe Manning geholfen, ein Passwort zu einem Regierungsnetzwerk mit geheimen Dokumenten zu knacken, so der Vorwurf. Es wird vermutet, dass die Anklage nach einer möglichen Auslieferung Assanges in die USA um den Straftatbestand der Spionage ergänzt werden könnte. Dieser sieht jahrzehntelange Haftstrafen und in besonders schweren Fällen sogar die Todesstrafe vor. Wikileaks hatte Hunderttausende geheime Dokumente etwa zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan veröffentlicht.

Assange-Anwalt: "Sehr überrascht"

Assanges schwedischer Anwalt sagte, sein Mandant sei "sehr überrascht" von der Entscheidung der Staatsanwälte. Assange sei unschuldig. "Ich verstehe die Begründung der schwedischen Staatsanwaltschaft nicht, um einen zehn Jahre alten Fall wieder aufzunehmen", sagte Per E. Samuelsen.

Wikileaks-Chef Kristinn Hrafnsson vermutet Druck von außen hinter den neu aufgenommenen Voruntersuchungen in Schweden. "Es ist unbestreitbar, dass politischer Druck auf Schweden zur Wiederaufnahme des Falles geführt hat." Der ganze Fall sei von Anfang bis Ende politisch ausgeschlachtet worden. Assange habe mit der schwedischen Entscheidung nun aber die Chance, seinen Namen rein zu waschen.

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