ZDFheute

Gedenken an Christchurch-Opfer

Sie sind hier:

Schweigeminuten in Neuseeland - Gedenken an Christchurch-Opfer

Datum:

50 Menschen starben vor einer Woche bei dem Anschlag auf zwei Moscheen in Neuseeland. Landesweit verneigen sich die Menschen vor den Opfern. Viele Frauen trugen Kopftücher.

Ein muslimischer Mann trauert in Christchurch.
Ein muslimischer Mann trauert in Christchurch.
Quelle: Vincent Thian/AP/dpa

Mit zwei Schweigeminuten hat Neuseeland der 50 Todesopfer des Anschlags auf zwei Moscheen in der Stadt Christchurch gedacht. In weiten Teilen des Landes stand von 13:32 Uhr bis 13:34 Uhr Ortszeit (1:32 bis 1:34 Uhr MEZ) das Leben still.

In Christchurch selbst nahmen Tausende an einer Zeremonie in der Nähe der Al-Nur-Moschee teil. Allein dort starben 42 Menschen. Als mutmaßlicher Täter sitzt ein 28-jähriger Rechtsextremist aus Australien in Untersuchungshaft. Ihm droht lebenslange Haft.

Kopftuch als Zeichen der Solidarität

Menschen versammeln sich am 22. März 2019 für die Gedenkfeier vor dem Linwood Islamic Centre in Christchurch
Zeichen der Solidarität: Viele Neuseeländerin tragen Kopftuch.
Quelle: Reuters

Viele Neuseeländerinnen trugen als Zeichen der Solidarität mit den muslimischen Gemeinden ein Kopftuch. In vielen Innenstädten blieben Menschen einige Minuten lang schweigend stehen. Die Zeremonie wurde vom Fernsehen im ganzen Land übertragen. Rund um verschiedene Moscheen gab es Menschenketten. Von den knapp fünf Millionen Einwohnern des Pazifikstaats sind etwa 50.000 muslimischen Glaubens.

Zu den Trauergästen in Christchurch gehörte Premierministerin Jacinda Ardern, die sich ebenfalls wieder ein schwarzes Tuch um den Kopf geschlungen hatte. Sie sagte an die Adresse der Muslime: "Neuseeland trauert mit Euch. Wir sind eins." Der islamische Geistliche Gamal Fouda bedankte sich bei der Regierungschefin mit den Worten: "Danke für Ihre Worte und für Ihre Tränen. Danke dafür, wie sie uns mit einem einfachen Tuch die Ehre erweisen."

Zum Schutz der Trauernden war die Polizei in Christchurch mit Hunderten von teils schwer bewaffneten Beamten im Einsatz. Die Zeremonie fand in einem Park gegenüber der Al-Nur-Moschee statt. Dort hatte das Massaker, das der Täter mit einer Helmkamera live ins Internet übertrug, vor einer Woche begonnen. Er fuhr dann mit dem Auto noch in eine andere Moschee, wo er weitere acht Menschen umbrachte. Kurz darauf wurde er auf der Flucht von der Polizei überwältigt. Von den mehreren Dutzend Verletzten liegen noch mehr als 20 im Krankenhaus.

Waffengesetze verschärft

Die Trauerzeremonie in Christchurch hatte mit dem traditionellen Ruf zum Gebet begonnen. Der Imam der Al-Nur-Moschee, Gamal Fouda, mahnte, das Massaker sei "nicht über Nacht gekommen". "Das war das Ergebnis von antimuslimischer Rhetorik von einigen politischen Führern, von Medienagenturen und von anderen", sagte der Geistliche. Die rassistische Theorie einer "weißen Überlegenheit" sei eine große Gefahr für die gesamte Menschheit. "Das muss beendet werden." Nächste Woche soll es auch eine nationale Trauerfeier geben.

Inzwischen wurden viele Opfer beigesetzt. Allein auf den Friedhöfen in Christchurch standen am Freitag 26 Beerdigungen an. Manche Familien wollen ihre Toten aber auch in ihrer eigentlichen Heimat beerdigen. Infolge des Anschlags hat Neuseeland am Donnerstag seine Waffengesetze verschärft. Halbautomatische Waffen - wie sie der Täter benutzt hatte - sind nun verboten.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.