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Bahnlinie bleibt gesperrt - Zermatt-Urlauber sitzen weiter im Schnee fest

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Die im Schweizer Ferienort Zermatt eingeschneiten Touristen müssen sich weiter gedulden: Es liegt zu viel Schnee auf den Bahngleisen. Die Stimmung scheint aber prächtig zu sein.

Ungewöhnlich viel Schnee hat in den italienischen Alpen für Chaos gesorgt. In der Schweizer Skiregion Zermatt sitzen immer noch rund 13.000 Menschen fest.

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Nach heftigen Schneefällen sind mehrere Orte in den Alpen weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten. Allein in Zermatt im Schweizer Kanton Wallis sind etwa 13.000 Touristen vom Schnee eingeschlossen. In Italien sitzen etwa 5.000 Menschen fest. Auch in Frankreich hat es in den vergangenen Tagen mehr als üblich geschneit.

Die Bahnlinie in das abgeschnittene Zermatt kann immer noch nicht wieder in Betrieb genommen werden: Bei den Räumungsarbeiten seien größere Schneemassen als erwartet vorgefunden worden, teilte die Matterhorn-Gotthard-Bahn mit. Die Strecke bleibe bis auf weiteres geschlossen. "Die Schneemassen stammen von einer Lawine aus den Vortagen und waren beim vorherigen Erkundungsflug mit dem Helikopter nicht zu erkennen", hieß es auf der Webseite.

Ausharren bei Wein und Käsehäppchen

Einige Dutzend Touristen nutzten am Dienstag die eingerichtete Luftbrücke, um sich mit dem Hubschrauber nach Täsch ausfliegen zu lassen. Das Schweizer Fernsehen zeigte Bilder, wie sie sich mit Koffern am Heliport einfanden, um Zermatt zu verlassen. Die meisten Besucher blieben aber, offenbar mit Spaß. In den Straßen herrschte teilweise ausgelassene Stimmung. Einige Geschäftsleute schenkten umsonst Wein aus, andere boten kostenlos Käsehäppchen an. Geschäfte und Hotelküchen waren gut ausgestattet, wie sie versicherten. Die meisten Gäste warteten darauf, dass die Skipisten wieder geöffnet werden. Nach Tagen mit dichtem Schneetreiben und Nebel gab es am Morgen auch wieder Sonne.

Insgesamt gilt im Kanton Wallis die höchste Lawinenwarnstufe. "Man kann weder Skifahren noch Ausflüge machen", sagte die Tourismus-Chefin Janine Imesch. Es sei aber ruhig und "ein bisschen romantisch".

Auch in Italien viele Straßen gesperrt

Auch in den italienischen Alpen sind zahlreiche Straßen wegen Lawinengefahr gesperrt. Im Wintersportort Sestriere verschüttete bereits in der Nacht zum Dienstag eine Lawine ein Ferienhaus. Verletzt wurde aber niemand. Nicht nur im Piemont hielt Schnee die Einsatzkräfte in Atem. Im Aostatal war gebietsweise die höchste Lawinenwarnstufe 5 verhängt worden. Für Mittwoch wurde sie in der ganzen Region auf 4 gesetzt. Auch in Südtirol war die Lage angespannt.

Im italienischen Sestriere fiel binnen 48 Stunden mehr als zwei Meter Neuschnee. In der Nacht von Montag auf Dienstag war dort eine Lawine auf ein fünfstöckiges Apartmentgebäude nahe der Ski-Station gestürzt und hinterließ Schneemassen in einigen Wohnungen. Von den 29 Menschen, die sich dort aufhielten, wurde niemand verletzt. In mehreren italienischen Skiorten waren Straßen gesperrt.

1,80 Meter Schnee in 36 Stunden

Im Ort Susa starb in der Nacht zum Dienstag eine 70-jährige Patientin auf dem Weg ins Krankenhaus. Ein Baum, der unter dem Gewicht der Schneemassen umgestürzt war, blockierte eine Zufahrtsstraße, so dass der Rettungswagen nicht mehr rechtzeitig in der Klinik eintraf.

Im Département Savoyen im Osten Frankreichs fiel innerhalb von 36 Stunden bis zu 1,80 Meter Schnee. Die Lawinengefahr ging dort aber leicht zurück. Dies ermöglichte es den Rettungskräften am Dienstag, eine Suchaktion für einen britischen Skifahrer zu starten. Der 36-Jährige sei am Sonntagabend zu einer letzten Abfahrt aufgebrochen und werde seitdem vermisst, teilte die Polizei in Albertville mit.

"Nur einmal in 30 Jahren"

Dem französischen Wetterdienst zufolge sind solch intensiven Schneefälle ein Ausnahmephänomen, das sich "nur einmal in 30 Jahren" ereignet. Grund für die Schneemassen sei die aktuell hohe Luftfeuchtigkeit in der italienischen Po-Ebene. Erreicht die feuchte Luft die Alpen, kondensiert sie und fällt als Schnee herab.

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