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Alpen - Verschärfte Lawinenlage - Orte abgeschnitten

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In den Alpen wächst die Lawinengefahr. Viele Wintersportorte sind nicht mehr erreichbar. In Deutschland verschärft Tauwetter die Lage.

In den Alpen schneit es so viel wie seit Jahren nicht mehr. Einige Wintersportorte sind von der Außenwelt abgeschnitten und es herrscht höchste Lawinengefahr.

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Der Warndienst in Bayern hob am Montag die Lawinenwarnstufe von drei auf vier an, die zweithöchste Gefahrenstufe. Aus Steilhängen aller Höhenlagen sei mit teils auch großen Lawinen zu rechnen, hieß es. Wegen des Tauwetters bleibe die Lage auch in den kommenden Tagen angespannt. Unternehmungen abseits gesicherter Pisten seien nicht zu empfehlen, so die Behörde.

Wegen Lawinengefahr mussten die Bundesstraße B2 Mittenwald-Weilheim, die B307 Vorderriß-Gmund und die Staatsstraße Ettal-Reutte streckenweise gesperrt werden. Die Bahn sperrte die Verbindung zwischen Mittenwald und Scharnitz und konnte wegen witterungsbedingter Straßensperren auch keinen Schienenersatzverkehr einrichten. Bereits am Sonntag hatte es mehrere Lawinenabgänge in den bayerischen Alpen gegeben. Dabei kam ein 30 Jahre alter Mann ums Leben, weitere Skisportler wurden zum Teil schwer verletzt.

Höchste Warnstufe in Vorarlberg

In Vorarlberg in Westösterreich wurde die höchste Lawinenwarnstufe fünf ausgerufen. In Tirol lösten die Behörden zum ersten Mal seit 1999 die Lawinengefahrstufe vier aus. Mehrere Wintersportorte sind nicht mehr erreichbar, berichtet die Nachrichtenagentur APA - darunter Lech, Zürs, Stuben und St. Anton am Arlberg sowie seit Sonntagabend Ischgl und das gesamte Paznauntal.

Neben Straßensperren sind in Österreich auch viele Bahnstrecken gesperrt. Dazu zählen die Verbindungen zwischen Landeck in Tirol und Bludenz in Vorarlberg. Bahnreisende zwischen der Schweiz und Österreich müssen auf Busse ausweichen. Die Bundesbahn wollten für betroffene Kunden notfalls Ersatzquartiere bereitstellen. Mit einer Entspannung der Situation sei erst im Lauf der Woche zu rechnen, berichtet APA unter Berufung auf die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Salzburg.

Zermatt von der Außenwelt abgeschnitten

Eine Person geht am 21.01.2018 in Bellwald (Schweiz) an schneebedeckten Hütten vorbei
In den Alpen wächst die Schneedecke fast unaufhörlich - so auch in Bellwald (Schweiz). Quelle: dpa

Der Schweizer Wintersportort Zermatt war am Montag - bis auf Helikopterverbindungen - weiter von der Außenwelt abgeschnitten. Die Zufahrtsstraße wurde gesperrt, der Bahnverkehr eingestellt. Dort galt wie in weiten Teilen der Schweiz die höchste Lawinenwarnstufe fünf. Gäste und Einheimische wurden aufgerufen, sich in Gebäuden oder im Dorfzentrum aufzuhalten. Wanderwege blieben ebenso wie Straßen und Schienen gesperrt.

Das Tourismusbüro tröstete die Gäste mit Verweis auf die möglichen anderen Aktivitäten. Es gebe eine Indoor-Kletterhalle, ein Kino, das Matterhornmuseum und die Möglichkeit, Billard zu spielen, sagte eine Sprecherin. Im Ort sind momentan etwa 9.000 Touristen. Zermatt war bereits in der ersten Januarwoche für einige Tage von der Außenwelt isoliert. Es ist unklar, wann sich die Situation wieder normalisiert. Die Lawinenkommissionen beraten, was zu tun ist.

Lage auch in Italien wieder schwierig

Auch in Italien ist die Lawinenlage wieder angespannt. Wegen des vielen Neuschnees blieb das Skiresort Livigno in der Lombardei von der Außenwelt abgeschnitten. Die Zufahrtsstraßen waren wegen drohender Lawinen gesperrt worden, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Im Aostatal, wo am Montag gebietsweise die zweithöchste Gefahrenstufe galt, ging am Morgen in dem Ort Oyace zwischen Aosta und der Schweizer Grenze eine Lawine auf eine Straße ab und traf auch ein Haus. Es sei niemand verletzt worden, sagte der Bürgermeister Remo Domaine laut Ansa.

In der Slowakei war es am Sonntag in der Hohen Tatra zu einem Unglück gekommen. In einem Skigebiet dort wurden zwei polnische Ski-Touristen von einer Lawine verschüttet - nach Angaben des Bergrettungsdienstes HZS konnte einer der beiden nur noch tot geborgen werden.

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