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Devisenmärkte - Schwellenländer im Strudel der Türkei-Krise

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Erst die Türkei, dann Argentinien, nun auch andere Schwellenländer. Die Turbulenzen an den Devisenmärkten steigen. Die Sorgen unter Ökonomen an den Finanzmärkten ebenso.

Türkische Lira und US-Dollar
Auch steigende US-Zinsen machen der türkischen Lira zu schaffen.
Quelle: dpa

Hausgemachte Probleme und eine anhaltende Stärke des US-Dollars haben zu weiteren Abwertungen von Währungen in vielen Schwellenländern geführt. Nach der Türkei ist vor allem die Währung von Argentinien in den freien Fall geraten. Sie notiert gegenüber dem Dollar auf Rekordtief. Das treibt Finanzmarktbeobachtern zunehmend Sorgenfalten auf die Stirn:  "Die Türkei und Argentinien werden mehr und mehr als Spitze eines Eisbergs wahrgenommen", sagt etwa der Chefvolkswirt der Deka Bank, Ulrich Kater.

Argentinien bittet IWF um Hilfe

Dabei nimmt die Währungskrise in Argentinien immer größere Ausmaße an. Die Notenbank hat versucht, den Verfall des Peso mit einer saftigen Zinserhöhung aufzuhalten: Sie erhöhte ihren Leitsatz zur Geldversorgung der Geschäftsbanken auf sage und schreibe 60 Prozent. Zuvor waren es "nur" 45 Prozent. Allerdings blieb  der erhoffte Effekt aus: Der Peso setzte seine Talfahrt zum Ende der Woche fort.

Auf Grund des Verfalls des argentinischen Peso hat die Regierung in Buenos Aires den Internationalen Währungsfonds um Hilfe gebeten. Der IWF prüft nun eine vorzeitige Auszahlung milliardenschwerer Finanzhilfen für das Land. Unterdessen äußern sich mehr und mehr Ökonomen besorgt, dass die aktuelle Krise - ausgehend von der Türkei und Argentinien - weitere Kreise ziehen könnte.

Ökonomen zunehmend besorgt

"Ich spreche aus der Position des zunehmend Besorgten", sagte auch der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Volker Treier. "Es gibt Ansteckungseffekte". Denn in den Abwärtssog geraten zunehmend auch die Währungen anderer Schwellenländer: So fiel auch die indische Rupie auf ein Allzeittief gegenüber dem US-Dollar. Auch der südafrikanische Rand hat sich in den vergangenen Tagen in Richtung eines neuen Rekordtiefs bewegt. Indonesiens Zentralbank wiederum hat reagiert, nachdem die Währung des Landes auf den tiefsten Stand seit 2015 gefallen war: Nach eigenen Angaben hat auch sie am Freitag massiv am Devisen- und Anleihenmarkt interveniert.

Ausgegangen waren die Turbulenzen vom fortwährenden Verfall der türkischen Lira. Die hat sich zwar im Gegensatz zu vielen anderen Schwellenländer-Währungen am Ende der Woche wieder etwas stabilisiert. Sie ist aber nicht weit von ihrem Allzeittief entfernt. Im Fall der Türkei sind viele der Probleme, die auf der Währung bereits seit Monaten lasten, hausgemacht: Das autoritäre System des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogans lässt das Vertrauen von Investoren in das Land bröckeln.

US-Zinserhöhungen belasten zusätzlich

Seit Jahresbeginn hat die Währung rund 44 Prozent ihres Wertes verloren, die Inflation liegt bei rund 16 Prozent und verteuert das Leben der Menschen in der Türkei. Die meisten Ökonomen halten deutliche Zinserhöhungen in dem Land für notwendig. Dagegen allerdings sträubt sich Erdogan, weil das die Konjunktur seines Landes bremsen und seiner Popularität schaden könnte.

Auf der anderen Seite macht neben der Türkei auch den anderen Schwellenländern zu schaffen, dass in den USA die Zinsen wieder ansteigen. Notenbankchef Jerome Powell hat vor wenigen Tagen klar gemacht, dass er sich vom eingeschlagenen Kurs steigender Leitzinsen nicht abhalten lassen will. In den vergangenen Jahren waren Investitionen gerade in Schwellenländern äußerst attraktiv, weil sie im Gegensatz zu Nullzins-Regionen wie Europa, Japan und den USA lukrative Zinsen boten. Nun wendet sich das Blatt - die Geldströme fließen in die USA zurück.

Und destabilisieren die Währungen in den Schwellenländern. Da aus Sicht vieler Ökonomen vor allem die Türkei zu wenig gegen den Währungsverfall unternimmt, dürfte der Abwärtstrend in den Schwellenländern anhalten. Umgekehrt "dürften als sichere Häfen geltende Währungen weiter unter Aufwertungsdruck stehen", meint Esther Reichelt von der Commerzbank. Das schließlich könnte dann auch erste Folge der Krise vieler Schwellenländer-Währungen hierzulande sein. Denn ein steigender Euro erschwert grundsätzlich Exporteuren das Leben.

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