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Türkische Militäroffensive - Erbitterte Kämpfe in Nordsyrien

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Die USA fordern einen Stopp der türkischen Offensive in Nordsyrien und verhängen Sanktionen. Doch türkische Truppen liefern sich weiter erbitterte Kämpfe mit der Kurdenmiliz YPG.

Die USA haben wegen der Militäroffensive in Nordsyrien Sanktionen gegen die Türkei verhängt und eine sofortige Waffenruhe gefordert. US-Präsident Trump will seinen Vize, Mike Pence, zur Vermittlung zwischen den Kurden und den Türken nach Ankara schicken.

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Trotz der US-Forderung nach einer sofortigen Waffenruhe und Sanktionen gehen die Kämpfe zwischen türkischen Truppen und der Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien unvermindert weiter. Die von der YPG geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) hätten einen Gegenangriff begonnen und die wichtige Grenzstadt Ras al-Ain zurückerobert, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Türkische Truppen hatten den Ort mit Unterstützung von Rebellen der syrischen Nationalarmee zwei Tage zuvor unter ihre Kontrolle gebracht.

Kurdische Quellen bestätigten den Gegenangriff und die Eroberung von Ras al-Ain. Die Kurdenmilizen hätten auch das nahe gelegene Dorf Tall Halaf am Stadtrand von Ras al-Ain eingenommen. Eine offizielle Bestätigung aus Ankara gab es nicht. Der Sender CNN Türk berichtete, in der Nacht habe es schwere Gefechte in Ras al-Ain gegeben. Türkische Truppen versuchten, YPG-Kämpfer in Verstecken aufzuspüren.

Die USA verhängen Sanktionen gegen die Türkei und fordern eine sofortige Waffenruhe. Trotzdem kämpfen die türkischen Truppen in Nordsyrien weiter gegen die Kurdenmiliz YPG.

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Ankara spricht von Selbstverteidigung

Seit vergangenem Mittwoch läuft im syrisch-türkischen Grenzgebiet eine seit langem geplante Militäroffensive der Türkei. Ankara begründet den international stark umstrittenen Einsatz mit Selbstverteidigung. Die Türkei betrachtet die Kurdenmiliz YPG sowie deren politischen Arm PYD als Terrororganisationen. Die YPG pflegt enge Kontakte zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, die auch in den USA und in Europa auf der Terrorliste steht.

Am Montag waren auch syrische Regierungstruppen von Präsident Baschar al-Assad in dem kurdisch kontrollierten Norden des Landes eingetroffen. Die SDF hatten sich nach dem angekündigten Abzug der US-Truppen hilfesuchend an Damaskus gewandt, die Vereinbarung zugleich aber als "schmerzhaften Kompromiss" bezeichnet.

Die USA hatten am Montag wegen der Militäroffensive in Nordsyrien Sanktionen gegen türkische Minister verhängt und eine sofortige Waffenruhe gefordert. US-Präsident Donald Trump will seinen Vize Mike Pence so bald wie möglich zur Vermittlung zwischen den Kurden und den Türken nach Ankara schicken.

US-Sanktionen gegen türkische Minister

Strafmaßnahmen wurden etwa gegen Verteidigungsminister Hulusi Akar, Energieminister Fatih Donmez sowie Innenminister Süleyman Soylu verhängt. Die US-Sanktionen haben unter anderem zur Folge, dass mögliches Vermögen der betroffenen Personen in den USA eingefroren wird. Trump kündigte zudem die Anhebung von Strafzöllen auf Stahlimporte aus der Türkei auf 50 Prozent an. Verhandlungen über ein Handelsabkommen werde die US-Regierung "umgehend" abbrechen.

Die US-Sanktionen fielen allerdings nicht so scharf aus wie erwartet. Am Dienstag erholten sich türkische Aktien vom Einbruch am Vortag. Auch am Devisenmarkt hinterließen die jüngsten politischen Entwicklungen kaum Spuren. Die türkische Lira hatte zum Wochenstart im Vergleich zum US-Dollar sogar etwas zugelegt. Am Dienstag gab sie ein wenig nach.

Die Anhebung der Stahlzölle und die ausgesetzten Verhandlungen über ein Handelsabkommen schienen nicht auszureichen, um die türkische Wirtschaft ernsthaft zu treffen, schrieb der Broker Is Investment in einem Kommentar.

Auch Italien will Waffenexport in die Türkei stoppen

Italien schloss sich unterdessen anderen europäischen Ländern wie Deutschland an, die die Waffenausfuhr in die Türkei stoppten. Auch Großbritannien setzt seine Rüstungsexporte teilweise aus. Es sollten keine Waffen mehr geliefert werden, die für die Offensive in Nordsyrien genutzt werden könnten, sagte Außenminister Dominic Raab im Parlament in London. Man werde den Export sehr genau kontrollieren.

Auf ein gemeinsames Waffenembargo gegen den Nato-Partner Türkei hatte sich die EU zuvor nicht geeinigt. Auch China forderte die Türkei auf, die Offensive in Syrien zu stoppen.

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