Sie sind hier:

Gerst auf dem Weg ins All - Schwerelos im Dienst der Wissenschaft

Datum:

400 Kilometer über uns kreist die ISS um die Erde, seit bald 18 Jahren ist sie ständig bewohnt. Meist bekommt die ISS aber nur dann Aufmerksamkeit, wenn ein Deutscher hinfliegt.

Astronaut Alexander Gerst am 7. Oktober 2014 bei einem Außeneinsatz an Bord der Raumstation ISS
Astronaut Alexander Gerst am 7. Oktober 2014 bei einem Außeneinsatz an Bord der Raumstation ISS Quelle: dpa

"Wir Menschen sind Entdecker", sagt Alexander Gerst gern, wenn er gefragt wird, was dieser Außenposten der Menschheit eigentlich soll und warum er dorthin fliegt. Eine schönes Bild: Astro-Alex, der Entdecker. Doch eigentlich hat seine Reise damit nur wenig zu tun. Denn der Weg zur ISS ist längst bekannt, ständig sind Raketen unterwegs mit neuer Ladung, Essen, Ausrüstung, immer wieder werden Experimente zur Raumstation gebracht und auch Menschen.

Die starten vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur, dort wo sich schon Juri Gagarin, der erste Mensch im All, auf den Weg gemacht hatte. Er und die, die nach ihm kamen, pflanzten hier einen Baum, eine ganze Allee ist es inzwischen. Auch Gerst hat hier seinen Baum, viel kleiner als der von Gagarin, der schon vor einem halben Jahrhundert gepflanzt wurde. Es zeige, wie sehr Astronauten mit der Erde verbunden seien, sagt er. Immerhin ist sie der einzige bewohnbare Ort im Universum, den die Menschheit kennt.

Forschen ohne Schwerkraft

Aber die Erde hat Grenzen, auch für die Wissenschaft. Die Experimente auf der ISS wären so auf der Erde unmöglich. Die Schwerkraft steht ihnen entgegen. Manche beschäftigen sich genau damit, nämlich mit der Frage, ob Menschen ohne Schwerkraft leben können.

Ende Juni soll das Fluoreszens-Mikroskop "Flumias" auf die ISS gebracht werden, mit dem menschliche Immunzellen live beobachtet werden können. Denn so wie der Mensch selbst haben auch Zellen ein Skelett. Fehlende Schwerkraft könnte dieses Zellskelett so verändern, dass es zu schwerwiegenden Fehlreaktionen kommt  mit fatalen Folgen für die Astronauten auf einer Langzeitmission.

Weltraumfieber

Das Leben im All hat seine Tücken für den menschlichen Körper, so viel wissen wir inzwischen. Auch wenn die Astronauten mit permanentem Training ihrem Muskel- und Knochenschwund entgegenarbeiten. Am Zentrum für Weltraummedizin der Charité in Berlin haben Forscher einen Sensor entwickelt, um die Körpertemperatur der Astronauten zu messen.

Auch Alexander Gerst hat ihn getragen. 2014 bei seinem ersten Aufenthalt auf der Raumstation. Er habe keine Veränderung gespürt, berichtete Gerst, aber die gerade veröffentlichten Daten zeigen, die Köpertemperatur im All ist etwa ein Grad erhöht, auch in absoluter Ruhe. Es gibt so etwas wie Weltraumfieber. Warum, das sollen jetzt weitere Experimente ergeben.

"CIMON" mit an Bord

Das Leben auf der ISS ist anstrengend, die Tage sind genau getaktet, viel Freizeit bleibt nicht, und es kann stressig werden. Deshalb ist zum ersten Mal "CIMON" mit an Bord. Eine künstliche Intelligenz, die den Astronauten helfen und sogar ihre Stimmung aufhellen soll, wenn es nötig ist. Zumindest träumen davon die Entwickler des kleinen Roboters bei Airbus und beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. 

Alexander Gerst sieht das zwar eher skeptisch, aber immerhin kann "CIMON" schon jetzt sein Gesicht erkennen und auf seine Mimik reagieren. Eine ganz neue Beziehung bahnt sich da an zwischen Mensch und Maschine.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.