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Internationale Konflikte - Schwere Erdstöße in Nordkorea: Atomtest?

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Nordkorea hat möglicherweise einen sechsten Atomtest unternommen - das glaubt zumindest das Nachbarland Japan. Am Morgen registrieren Erdbebenwarten in den USA, Südkorea und Japan ungewöhnliche Stoßwellen in der Region. Und Machthaber Kim Jong Un präsentiert stolz eine angebliche Wasserstoffbombe.

Nordkorea hat erneut einen Raketentest gestartet. Die Rakete flog über Japan, bevor sie in den Ozean stürzte. Tokio spricht von einer beispiellos ernsten Bedrohung. Der Atomstreit mit Pjöngjang dürfte sich damit weiter zuspitzen.

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Bei den Erdstößen in Nordkorea handelt es sich Japan zufolge um eine nukleare Explosion. "Nach der Untersuchung der Daten kommen wir zu dem Schluss, dass es sich um einen Atomtest handelt", sagte Außenminister Taro Kono nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats am Sonntag. Das Verteidigungsministerium teilte mit, mindestens drei Militärjets seien für Tests nach Radioaktivität aufgebrochen. Es wäre der sechste Atomtest Nordkoreas seit 2006.

Die chinesische Erdbebenwarte berichtete am Sonntag von zwei Beben im Nordosten des abgeschotteten Landes, beide an der Oberfläche. Das erste bezeichnete die Erdbebenwarte als "mutmaßliche Explosion", das zweite acht Minuten später als "Einsturz". Frühere Erschütterungen in Nordkorea wurden durch Atomtests verursacht. Nur Stunden zuvor hatten Nordkoreas Staatsmedien berichtet, das Land habe eine neue Wasserstoffbombe entwickelt.

Erst seismische Aktivitäten

Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke des ersten Bebens zunächst mit 5,6 in einer Tiefe von zehn Kilometern an. Das Präsidialamt in Seoul teilte mit, es werde geprüft, ob es sich um eine solche unterirdische Detonation einer Atombombe handele. In der Vergangenheit waren auch erst seismische Aktivitäten gemessen worden, bevor festgestellt worden war, dass sie durch einen Atomtest ausgelöst worden waren.

Zuvor hatte Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un verkündet, sein Land habe jetzt auch eine Wasserstoffbombe entwickelt, mit der eine Interkontinentalrakete (ICBM) bestückt werden könne. Nordkoreas Führer habe bei einem Besuch im staatlichen Atomwaffeninstitut eine H-Bombe inspiziert, die auf eine ICBM montiert werden sollte, berichteten die Staatsmedien am Sonntag.

Vorgaben der Arbeiterpartei entsprochen

Das Institut habe damit den Vorgaben der herrschenden Arbeiterpartei entsprochen, einen Durchbruch bei der atomaren Bewaffnung zu erzielen. Die Angaben ließen sich nicht von unabhängiger Seite überprüfen. Es hieß, der Fortschritt basiere auf dem Erfolg, den das Land mit seinem ersten Wasserstoffbombentest im Januar des vergangenen Jahres erzielt habe.

Sollten sich die Befürchtungen über den neuen Atomversuch bestätigen, wäre es die größte Provokation Kim Jong Uns seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump. Trump hatte "militärische Optionen" nicht ausgeschlossen, um Nordkoreas Machthaber daran zu hindern, sein Atom- und Raketenprogramm weiter zu entwickeln. Auch hatte der US-Präsident mit "Feuer und Wut" gedroht, was Sorgen vor einem bewaffneten Konflikt in Ostasien anfachte.

Angst vor Schlag gegen US-Territorium

Die USA verfolgen die Entwicklung besonders mit Sorge, weil sie einen Schlag gegen amerikanisches Territorium befürchten. Die Bestückung einer ICBM wäre ein weiterer großer Fortschritt im Atom- und Raketenprogramm des Landes, das strengen internationalen Sanktionen unterworfen ist. Bisher wurde angezweifelt, dass Nordkorea bereits über die Technologie verfügt, einen Sprengkopf so zu verkleinern, dass er auf eine Rakete passt.

Die Explosionskraft einer Wasserstoffbombe oder H-Bombe ist um ein Vielfaches höher als bei einer herkömmlichen Atombombe. Das diplomatisch isolierte Land hat den USA und Südkorea schon mehrfach mit einem präventiven Atomschlag gedroht.

Bilder zeigen runden silbernen Behälter

Bilder der nordkoreanischen Medien zeigten am Sonntag ein Foto von Kim Jong Un und hochrangigen Parteifunktionären um einen runden silbernen Behälter, der angeblich den Sprengkopf für die Rakete zeigt. Er sei "stolz auf die unbezwingbare Stärkung" der Atomstreitkräfte, wurde Kim zitiert. Nach offizieller Darstellung lässt sich die Sprengkraft der neuen Waffe von Dutzenden Kilotonnen "bis mehrere hundert Kilotonnen" variieren.

Erst vergangene Woche hatte Nordkorea eine Mittelstreckenrakete getestet, die dabei über den Norden Japans flog. Auch gabe es zwei Tests mit einer ICBM im Juli. Der UN-Sicherheitsrat hatte nach den ICBM-Tests die bisher strengsten Wirtschaftssanktionen gegen Pjöngjang verhängt.

Klein genug für Raketen

Nordkorea hatte bereits mehrfach behauptet, Atomwaffen bauen zu können, die klein genug für Raketen sind. Im Januar des vergangenen Jahres hatte Nordkorea den bisher letzten Atomtest durchgeführt und behauptet, dabei eine Wasserstoffbombe gezündet zu haben. Es gab aber im Ausland große Zweifel daran.

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