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Europaweites Monitoring - Dramatischer Schwund bei Feldvögeln

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Bilder, in denen Feldvögel in Scharen über Äcker mit Kornblumen fliegen, gehören wohl bald ins Geschichtsbuch. In Europa fehlt nach einer Studie schon rund die Hälfte der Bestände.

Eine Feldlerche. Archivbild
Eine Feldlerche. (Archivbild)
Quelle: Andreas Neuthe/dpa

Der Bestand an Feldvögeln in Europa ist einer Studie zufolge in den vergangenen Jahrzehnten um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Von 1980 bis 2016 sind in der EU rund 56 Prozent aller Feldvögel wie Feldlerchen, Kiebitze, Feldsperlinge oder Stare verschwunden, wie aus einem europaweiten Vogelmonitoring hervorgeht.

Landwirtschaft, Zersiedelung, Versiegelung

Kiebitz
Es gibt in Deutschland immer weniger Kiebitze.
Quelle: dpa

Die Daten veröffentlichte der Vogelzählrat (European Bird Census Council), ein Zusammenschluss europäischer Vogelexperten mit Sitz im niederländischen Nijmegen. Sie decken sich in etwa mit Beobachtungen des Umweltbundesamts (UBA) für Deutschland, das den Bestand repräsentativer Vogelarten in der Landschaft ebenfalls sinken sieht.

Die wichtigsten Ursachen für weniger Feldvögel sind laut UBA die intensive landwirtschaftliche Nutzung von Flächen ohne Rückzugsräume für Tiere, die Zerschneidung und Zersiedelung von Landschaft sowie die Versiegelung von Flächen. Zu den Feldvögeln zählen auch der Große Brachvogel, der Wiesenpieper oder die Uferschnepfe. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) geht für Deutschland von einem Schwund von mehr als 40 Prozent der Feldvögel seit 1980 aus. "Diese Zahlen sind alarmierend", urteilte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Äußerst niedriges Niveau

Stare im Weinberg
Stare im Weinberg
Quelle: dpa

Vögel zeigten zuverlässig an, wie gesund eine Landschaft sei. Ein Rückgang der Bestände sei ein Zeichen dafür, dass Wiesen und Felder verödeten. Viele Vögel fänden kaum mehr Brut- und Lebensräume. Es fehle auch an Nahrung wie Insekten und Wildkräutern. Seit 2012 verharrten die Feldvogelbestände in Europa auf einem äußerst niedrigen Niveau - Besserung sei nicht in Sicht.

In jüngeren EU-Mitgliedstaaten wie Bulgarien, Polen oder Lettland gingen die Bestände sogar weiter zurück. Der Nabu sieht einen Hauptgrund in EU-Agrarsubventionen, die eine umweltschädliche Landwirtschaft förderten. Ende Januar verhandeln die EU-Agrarminister in Brüssel Umweltmaßnahmen für eine gemeinsame Agrarpolitik von 2021 bis 2028. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) müsse sich endlich für eine naturverträglichere Agrarpolitik einsetzen, forderte Miller.

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