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Mittelmeer - Weiteres Rettungsschiff nimmt Kurs auf Lampedusa

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Die Crew der "Alan Kurdi" hat nach eigenen Angaben 65 Migranten vor der libyschen Küste gerettet. Nun nimmt das Schiff der deutschen Hilfsorganisation Kurs auf Lampedusa.

Das Rettungsschiff «Alan Kurdi» vor Libyen. Archivbild
Das Rettungsschiff "Alan Kurdi". (Archivbild)
Quelle: Fabian Heinz/Sea-eye.org/AP/dpa

Nach der Bergung von 65 Menschen von einem überladenen Schlauchboot im Mittelmeer hat das Schiff "Alan Kurdi" der deutschen Hilfsorganisation Sea-Eye eigenen Angaben zufolge Kurs auf Lampedusa genommen. "Die italienische Insel ist der am nächsten gelegene europäische Hafen. Dort könnten die Geretteten schließlich an einen sicheren Ort gebracht werden, denn so verlangt es das internationale Recht", stand in einer am Freitagabend verbreiteten Erklärung der Organisation.

Das Schlauchboot sei vor der libyschen Küste in internationalen Gewässern entdeckt worden, teilte Sea-Eye mit. Es war demnach manövrierfähig und mit ausreichend Treibstoff versorgt, hatte aber weder ein GPS-fähiges Telefon noch andere Navigatonshilfen an Bord.

Laut Sea-Eye versuchten die Bootsinsassen zunächst, der "Alan Kurdi" zu entkommen. Offenbar hätten sie befürchtet, dass es sich um ein Schiff der libyschen Küstenwache handelte. Nach Angaben eines Geretteten befand sich das Schlauchboot bereits seit mehr als zwölf Stunden auf dem Meer, als es gesichtet wurde.

Hafen in Libyen anlaufen? Einsatzleiter lehnt Angebot ab

"Ohne ein GPS-fähiges Telefon oder nautische Grundkenntnisse hätten diese jungen Menschen vermutlich keinen Ort erreicht und wären verschwunden", sagte Gorden Isler, Einsatzleiter auf der "Alan Kurdi". An Bord des Schlauchboots befanden sich offenbar nur zehn Liter Trinkwasser. Laut Sea-Eye gaben 39 Menschen an, minderjährig zu sein.

Libyen ist kein sicherer Ort, für niemanden
Gorden Isler, Einsatzleiter auf der "Alan Kurdi"

Die "Alan Kurdi" konnte erst am Freitagnachmittag Kontakt zur libyschen Küstenwache herstellen. Deren Angebot, einen libyschen Hafen anzusteuern, wurde von Einsatzleiter Isler abgelehnt. "Libyen ist kein sicherer Ort, für niemanden", begründete er die Entscheidung. Die italienischen Rettungsleitstellen in Rom und Valletta schwiegen laut Sea-Eye. Die Seenotleitung Bremen antwortete demnach schnell und informierte laut Sea-Eye das Auswärtige Amt.

Libyen ist nach wie vor ein wichtiges Transitland für Flüchtlinge

Immer wieder ertrinken zahlreiche Flüchtlinge im Mittelmeer beim Untergang ihrer oft nicht seetüchtigen Boote. Trotz anhaltender Konflikte ist Libyen nach wie vor eines der wichtigsten Transitländer für Flüchtlinge aus anderen afrikanischen Staaten oder dem Nahen Osten, die über das Mittelmeer nach Europa gelangen wollen. Die EU hat die Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer vorerst eingestellt.

Ein Rettungsschiff der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch hatte vorige Woche trotz eines Verbots Italiens Kurs auf die italienischen Hoheitsgewässer genommen und mit zuletzt noch 40 Migranten an Bord im Hafen Lampedusas angelegt. Die deutsche Kapitänin Carola Rackete war daraufhin festgenommen und erst am Dienstag wieder freigelassen worden.

Sea-Eye bittet Italien und Malta um "dringende Unterstützung"

Sea-Eye erklärte, die Rettungsleitstellen von Italien und Malta würden um "dringende Unterstützung" gebeten. Eine Sea-Eye-Sprecherin sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Organisation strebe eine "gute Lösung" an.

Italiens Innenminister Matteo Salvini erklärte, die "Alan Kurdi" könne nicht nach Italien fahren - auch nicht im Fall einer späteren Verteilung der Migranten auf andere europäische Staaten. Er drängte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in einem Brief, Verantwortung für das Schiff zu übernehmen.

Die "Alan Kurdi" befand sich Schiffspositionsdiensten im Internet zufolge am Freitagabend etwa 185 Kilometer südlich von Lampedusa. Bei einer Geschwindigkeit von etwa 13 Kilometern pro Stunde würde die Fahrt rund 14 Stunden dauern.

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