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Sea-Watch-Kapitänin festgenommen - Außenminister Asselborn fordert Racketes Freilassung

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Die Festnahme der Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete verschärft den Streit um die Seenotrettung. Luxemburgs Außenminister Asselborn macht sich für die Freilassung stark.

Seit der Ankunft in Lampedusa steht die Kapitänin der „Sea-Watch 3“ unter Hausarrest.

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Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn hat seinen italienischen Kollegen Enzo Moavero Milanesi aufgefordert, sich für die Freilassung der deutschen Kapitänin Carola Rackete einzusetzen. In einem über Facebook verbreiteten offenen Brief an Milanesi schrieb Asselborn, die Kapitänin der "Sea Watch 3" habe sich "in der Pflicht befunden, 40 Migranten nach Lampedusa zu bringen".

Menschenleben zu retten, ist eine Pflicht und sollte niemals ein Delikt oder ein Verbrechen sein. Im Gegenteil: Jemanden nicht zu retten, ist ein Verbrechen.
Jean Asselborn

"Menschenleben zu retten, ist eine Pflicht und sollte niemals ein Delikt oder ein Verbrechen sein", schrieb Asselborn, dienstältester Außenminister der EU. "Im Gegenteil: Jemanden nicht zu retten, ist ein Verbrechen." Luxemburg werde weiterhin mit Italien solidarisch sein, wenn es um die Aufnahme von Flüchtlingen gehe.

Die Fernsehmoderatoren Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf haben zu Spenden für die Seenotretter der deutschen Hilfsorganisation Sea Watch und ihre in Italien festgenommene Kapitänin Carola Rackete aufgerufen. In einem gut fünfminütigen auf Youtube in der Nacht zu Sonntag geposteten Video zeigten sie sich erschüttert von den Geschehnissen auf der italienischen Insel Lampedusa.

Moderatoren rufen zu Spenden auf

Böhmermann sagte: "Mit den Ereignissen der letzten Tagen hat diese unmenschliche, kaltblütige und skrupellose Politik einen neuen Tiefpunkt erreicht." Sie betonten in einer gemeinsamen Erklärung: "Wer Menschenleben rettet, ist kein Verbrecher." Wie die meisten könnten auch sie nicht persönlich vor Ort im Mittelmeer helfen. "Darum möchten wir spenden und gemeinsam mit Euch Geld sammeln."

Das Rettungsschiff "Sea-Watch 3" hatte in der Nacht zum Samstag nach mehr als zwei Wochen auf offener See mit 40 Migranten unerlaubt im Hafen der italienischen Insel Lampedusa angelegt. Die Kapitänin wurde festgenommen, das Schiff beschlagnahmt. Der Kapitänin droht nicht nur eine Geldstrafe, sondern im schlimmsten Fall Haft. Bereits am frühen Sonntagmorgen waren Spenden in Höhe von mehr als 300.000 Euro eingegangen. Heufer-Umlauf bedankte sich umgehend für die Spenden: "Wow! Vielen Dank an alle!" schrieb er auf Twitter. Für den Fall, dass die italienischen Behörden Rackete strafrechtlich verfolgen würden, "werden wir, wie im letzten Jahr, Geld für die anfallenden Rechtskosten und Ausgaben der Lebensretter sammeln und spenden". Die Aktion soll bis Ende Juli laufen.

Salvini: "Das sind Verbrecher"

Der italienische Innenminister Matteo Salvini hatte einen Zusammenstoß der "Sea-Watch 3" beim Einlaufen in den Hafen von Lampedusa mit einem Boot der Finanzpolizei als Beweis gewertet, dass es sich bei den Seenotrettern um "Kriminelle" handelt. "Sie haben die Maske abgelegt: Das sind Verbrecher", sagte er. Die jüngste Odyssee der "Sea-Watch 3" hatte am 12. Juni begonnen, als die Seenotretter vor Libyen die Bootsflüchtlinge an Bord nahmen. Das deutsche Innenministerium hatte mitgeteilt, wie die Flüchtlinge verteilt und aufgenommen würden, werde derzeit auf europäischer Ebene geklärt.

Gestern hatte die Festnahme für viele Reaktionen gesorgt, hier zum Nachlesen:

Sea-Watch-Kapitänin festgenommen - "Der eigentliche Skandal ist das Ertrinken im Mittelmeer"

Die Festnahme der Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete verschärft den Streit um die Seenotrettung. Deutsche Politiker kritisieren die Festnahme. Italiens Innenminister hält dagegen.

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