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Carola Rackete - "Sea-Watch"-Kapitänin will Salvini verklagen

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Nach diversen Beschimpfungen will die "Sea-Watch"-Kapitänin Rackete Italiens Innenminister Salvini verklagen. Von der Bundesregierung fühlt sie sich allein gelassen.

Deutsche Kapitänin der «Sea-Watch 3»: Carola Rackete. Archivbild
Deutsche Kapitänin der "Sea-Watch 3": Carola Rackete. (Archivbild)
Quelle: Till M. Egen/Sea-Watch.org/dpa

Nach zahlreichen Beschimpfungen will die "Sea-Watch"-Kapitänin Carola Rackete Italiens Innenminister Matteo Salvini wegen Verleumdung verklagen. "Wir haben bereits eine Klage gegen Minister Salvini vorbereitet", sagte Racketes Anwalt Alessandro Gamberini am Freitag im italienischen Rundfunk. Es sei "gar nicht leicht gewesen, alle Beleidigungen zu erfassen, die Herr Salvini in den vergangenen Wochen ausgesprochen hat", sagte Racketes Anwalt Gamberini. Eine Verleumdungsklage sei ein "Signal".

Salvini war immer wieder über die deutsche Kapitänin hergezogen. Er bezeichnete sie unter anderem als "Nervensäge", "verbrecherische Kapitänin" und erklärte, Rackete habe "versucht, fünf italienische Soldaten zu töten". Von der drohenden Verleumdungsklage zeigte er sich unbeeindruckt. "Sie verstößt gegen die Gesetze und attackiert italienische Militärschiffe, und dann verklagt sie mich", erklärte er in Online-Netzwerken. Auf Twitter schrieb er: "Verbrecher machen mir keine Angst, geschweige denn eine reiche und verwöhnte deutsche Kommunistin."

Rackete kritisiert Bundesregierung

Rackete selbst hat nach ihrer Freilassung zudem die Bundesregierung kritisiert. "Ich fühle mich alleingelassen", sagte die 31-Jährige dem Magazin "Spiegel". Ihrem Eindruck nach habe niemand auf nationaler und internationaler Ebene richtig helfen wollen.

"Die haben die heiße Kartoffel immer weitergereicht, während wir zuletzt noch immer 40 Gerettete bei uns an Bord hatten". Deutsche Kommunen hätten zwar angeboten, Flüchtlinge von der "Sea-Watch 3" aufzunehmen, so Rackete. "Es scheiterte dann aber auch an Bundesinnenminister Horst Seehofer, der keine Lust hatte, die Angebote der Städte anzunehmen."

Schnellboot der Polizei touchiert

Zu den Äußerungen von Italiens Innenminister Matteo Salvini sagte sie: "Mich hat überrascht, wie persönlich es geworden ist." Laut Rackete soll es mehr um ein Versagen der Europäischen Union gehen - "nicht um Einzelpersonen wie mich, die zufälligerweise in Erscheinung treten".

Rackete war in der Nacht zum vergangenen Samstag unter Hausarrest gestellt worden, nachdem sie ihr Schiff mit mehreren Migranten an Bord trotz Verbot in den Hafen von Lampedusa gefahren hatte. Dabei touchierte die "Sea-Watch 3" ein Schnellboot der Polizei, das das Schiff vom Anlegen abhalten wollte. Seit Dienstag ist Rackete wieder frei. Ihr Schiff wurde beschlagnahmt. Rackete könnte selbst wegen illegaler Einwanderung und Widerstand gegen die Staatsgewalt angeklagt werden.

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