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Sea-Watch-Kapitänin Rackete - Libysche Migranten in EU holen

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Eine halbe Million Menschen ist laut Sea-Watch-Kapitänin Rackete in den Händen von Schleppern oder in libyschen Flüchtlingslagern. Sie fordert Europa zum Handeln auf.

«Sea-Watch 3»-Kapitänin Carola Rackete. Archivbild
«Sea-Watch 3»-Kapitänin Carola Rackete. Archivbild
Quelle: Till M. Egen/Sea-Watch.org/dpa

Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete hat Europa zur Aufnahme von Migranten aufgefordert, die sich in Libyen in der Hand von Schleppern oder in Flüchtlingslagern befinden. "Die, die in Libyen sind, müssen dort sofort raus in ein sicheres Land", sagte Rackete der "Bild".

"Wir hören von einer halben Million Menschen, die in den Händen von Schleppern sind oder in libyschen Flüchtlingslagern, die wir rausholen müssen." Ihnen müsse sofort bei einer sicheren Überfahrt nach Europa geholfen werden.

Rackete: Europäische Staaten haben "historische Verantwortung"

Rackete steht seit Wochen in den Schlagzeilen, weil sie Ende Juni das Rettungsschiff der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch mit Migranten an Bord unerlaubt nach Italien gefahren hatte. Gegen die 31-Jährige aus Niedersachsen wird in Italien unter anderem wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung ermittelt.

Migranten werden in Libyen ohne gültige Papiere in Internierungslager mit katastrophalen Zuständen gesteckt. Dort mangelt es an Toiletten, Duschen, Essen, Trinken und die Menschen werden nach Berichten von UN und Hilfsorganisationen teilweise misshandelt.

Rackete sagte, Deutschland und andere europäische Staaten hätten "eine historische Verantwortung an den Umständen in Afrika noch aus der Kolonialzeit". "Die heutigen Machtverhältnisse sind durch Europa bestimmt worden." Deshalb gebe es eine historische Verantwortung, Flüchtlinge aufzunehmen, "die wegen der Machtverhältnisse oder auch der Klimasituation nicht mehr in ihren Ländern leben können".

Rackete hat vor wenigen Tagen auch dem ZDF ein ausführliches Interview gegeben, das Sie hier nachlesen und sehen können:

Carola Rackete im ZDF-Interview -
"Wir nehmen die Gesetze als Einzige wirklich genau"
 

Ihr Fall hat weltweit für Aufsehen gesorgt, ihr Handeln gleichermaßen inspiriert wie polarisiert: Was das mit ihr und der Seenotrettung macht - ein Interview mit Kapitänin Rackete.

Videolänge
8 min
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