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Verteilung von Flüchtlingen - Sea-Watch: EU-Staaten weiter uneins

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Die EU-Staaten haben keine Lösung für die Flüchtlinge auf den beiden Rettungsschiffen gefunden - trotz der Zustände an Bord. Das sei "schäbig", so die Organisation Sea-Watch.

Die Lage auf den beiden blockierten Rettungsschiffen im Mittelmeer verschlechtert sich weiter. Der Wasservorrat müsse inzwischen rationiert werden, teilte die Organisation Sea-Eye mit.

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Trotz dramatischer Berichte über die Zustände an Bord der zwei blockierten Rettungsschiffe im Mittelmeer haben die EU-Staaten keine Lösung für die 49 Flüchtlinge an Bord gefunden.

Ruben Neugebauer, Sprecher von Sea-Watch. Archivbild
Ruben Neugebauer, Sprecher von Sea-Watch. Archivbild
Quelle: Ulrich Perrey/dpa

Seit 17 Tagen harren die Menschen auf den beiden Schiffen aus. "So lange hat es noch nie gedauert", sagte Ruben Neugebauer, Sprecher der Menschenrechtsorganisation Sea-Watch und Sea-Eye gegenüber dem ZDF. Am Freitag seien auf beiden Schiffen die Crews ausgetauscht und die Lebensmittelvorräte aufgefüllt worden. Trotzdem seien die Zustände an Bord "psychologisch unhaltbar" so Neugebauer.

Aus Verzweiflung sprang ein Mann über Bord, weil er glaubte, er könne an die Küste von Malta schwimmen. Zudem müssten die Menschen, die zum Teil aus den Foltergefängnissen Libyens kommen wegen des schlechten Wetters unter Deck bleiben, was für manche nur schwer zu ertragen sei. "Es ist schäbig und inakzeptabel", so Neugebauer, dass die Europäische Union ihren Dissens in der Flüchtlingspolitik "auf dem Rücken der Menschen" austrage. Es sei eine "grundsätzliche Lösung" nötig.

Bundesregierung will europäische Lösung

Die Bundesregierung hatte am Morgen bekräftigt, dass auch am Wochenende "intensive Gespräche" geführt worden seien. "Wir brauchen eine verlässliche, dauerhafte gemeinsame europäische Lösung", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Es dürfe nicht mit jedem einzelnen Schiff immer neue Verhandlungen geben. Deutschland hatte sich am Wochenende dazu bereit erklärt, einen Teil der 49 Migranten aufzunehmen, hatte aber verlangt, dass auch andere Länder helfen müssten. Italien hatte angekündigt, im Fall einer europäischen Lösung 15 Menschen, vor allem Kinder und Mütter, ins Land zu lassen.

Die beiden Schiffe, die Sea-Watch 3 unter niederländischer Flagge mit 32 Menschen und die "Professor Albrecht Penck" unter deutscher Flagge mit 17 Menschen an Bord, liegen vor der Küste Maltas. Sowohl Italien als auch Malta verweigern die Einfahrt in ihre Häfen, um keine Präzedenzfälle für Einwanderer zu schaffen. Der Papst und die Evangelische Kirche in Deutschland hatten die Regierungen der EU-Staaten aufgefordert, die Menschen aufzunehmen. Rund 30 deutsche Städte haben ihre Bereitschaft dazu bereits erklärt.

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