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Brasilianischer Fotograf - Salgado erhält Friedenspreis des Buchhandels

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Der brasilianische Fotograf Sebastiao Salgado erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Er sei ein Bildkünstler, der Gerechtigkeit und Frieden fordere, erklärte die Jury.

Sebastiao Salgado
Sebastiao Salgado
Quelle: dpa

Zugleich habe Salgado mit seinem "Instituto Terra" eine Einrichtung geschaffen, die einen direkten Beitrag zur Wiederbelebung von Biodiversität und Ökosystemen leiste. "Indem der Fotograf seine aufrüttelnden, konsequent in schwarz-weiß gehaltenen Bilder als Hommage an die Größe der Natur beschreibt und die geschändete Erde ebenso sichtbar macht wie ihre fragile Schönheit, gibt Sebastiao Salgado uns die Chance, die Erde als das zu begreifen, was sie ist: als einen Lebensraum, der uns nicht allein gehört und den es unbedingt zu bewahren gilt", erklärte der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller.

1969 nach Paris ausgewandert

Salgado wurde am 8. Februar 1944 in Aimores im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais geboren und wuchs auf einer großen Rinderfarm im Regenwaldgebiet auf. Er studierte Wirtschaftswissenschaften. Während der Militärdiktatur engagierte er sich in der linken Oppositionsbewegung, weswegen er 1969 nach Paris emigrieren musste. Ab 1971 betreute Salgado als Ökonom Entwicklungshilfeprojekte in Afrika. Hier entdeckte er seine Leidenschaft für die Fotografie und entschied sich 1973, ganz als Fotograf zu arbeiten.

Armut, Flucht, Heimatlosigkeit und Krieg waren die Hauptmotive seiner ausnahmslos in schwarz-weiß gehaltenen Fotografien. Mit den Büchern "Migration" und "The Children: Refugees and Migrants" ("Kinder der Migration"), die beide 2000 veröffentlicht wurden, machte er auf das Schicksal von damals 30 Millionen Flüchtlingen weltweit aufmerksam. Aus gesundheitlichen Gründen und weil ihn durch die direkte Konfrontation mit dem Völkermord in Ruanda Zweifel an seiner Arbeit überkamen, hörte er Mitte der 1990er Jahre für eine Zeit mit seiner fotografischen Arbeit auf.

2,7 Millionen Bäume gepflanzt

Gemeinsam mit seiner Frau, der Architektin Lelia Wanick Salgado, kehrte er nach Brasilien zurück und begann, die Fazenda seiner Eltern wieder aufzuforsten. 1998 wurden die 680 Hektar in ein Naturschutzgebiet umgewandelt und das gemeinnützige "Instituto Terra" gegründet. Seither ist es ihnen nach Angaben des Börsenvereins gelungen, 2,7 Millionen Bäume zu pflanzen und den Wald wieder in einen weitgehend ursprünglichen Zustand zu versetzen.

Auch in seinem Werk wandte sich Salgado ab den 1990er Jahren verstärkt der Landschaftsfotografie zu. Es entstanden die Werke "Africa" (2007) und "Genesis" (2013).

Der Friedenspreis wird seit 1950 vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert. Im vergangenen Jahr war das Ehepaar Aleida und Jan Assmann ausgezeichnet worden. Die Verleihung findet zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse am 20. Oktober in der Frankfurter Paulskirche statt.

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