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Nach Cyber-Angriff - Seehofer sieht Sicherheitslage unverändert

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Nach der Veröffentlichung privater Daten von Politikern und Promis hat sich die Sicherheitslage laut Innenminister Seehofer nicht geändert.

Durch die Veröffentlichung privater Daten von Politikern und Prominenten hat sich die Sicherheitslage nach Behördeneinschätzung nicht geändert, sagte Seehofer. Das ganze Statement.

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Innenminister Horst Seehofer (CSU) hat den Ermittlern im Fall des massiven Datendiebstahls gratuliert. "Wir machen in so wichtigen Angelegenheiten also unsere Arbeit", sagte er bei einer Pressekonferenz in Berlin. Er selber habe am vergangenen Freitagmorgen Kenntnis von "dem Sachverhalt" erhalten, sagte er. Zur Frage, weshalb er in den vergangenen Tagen zurückhaltend mit Informationen umgegangen sei, sagte er: "So geht man als verantwortlicher Minister mit solchen Dingen um."

Seehofer verteidigt Behörden

"Die Behörden haben sehr rasch und sehr gut gehandelt", lobte Seehofer die ihm unterstellten Ämter. Der Schutz der Bevölkerung sei gewährleistet gewesen, die Sicherheitslage habe sich nicht geändert. Die Sicherheit bei den Bundesbehörden, in Verwaltung und Bundestag sei nach bisherigen Erkenntnissen nicht gefährdet.

Man versuche "alles Mögliche", damit sich solche Fälle nicht wiederholten, betonte Seehofer. Eine absolute Sicherheit gebe es aber nicht. Gleichzeitig betonte er, dass jeder Einzelne persönlich die Verantwortung für den Umgang mit sensiblen Daten trage. "Der Datendiebstahl zeigt die Verletzlichkeit des Einzelnen, Sorglosigkeit wäre hier vollständig fehl am Platze." Zugleich kündigte er an, ein IT-Sicherheitsgesetz 2.0 noch in der ersten Jahreshälfte 2019 vorzulegen. Dabei solle es auch Verbesserungen beim Verbraucherschutz geben.

Der Innenminister kündigte ein einheitliches IT-Sicherheitskennzeichen an, dadurch solle die IT-Sicherheit für Bürger sichtbar gemacht werden. Ein anderer wesentlicher Punkt sei die Zertifizierung der Geräte, zum Beispiel der Router. Die Bevölkerung solle erkennen, dass es sich um ein Gerät mit höchstmöglichen Sicherheit handle. Zudem seien 350 zusätzliche Planstellen für das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik vom Bundestag bewilligt.

Genaues Vorgehen wird noch untersucht

Das Bundeskriminalamt (BKA) hatte am Mittag die bereits am Sonntag erfolgte Festnahme eines 20-Jährigen aus Hessen bekanntgeben. Ihm wird zur Last gelegt, die Daten von Politikern, Journalisten und weiteren Personen des öffentlichen Lebens ausgespäht und im Internet veröffentlicht zu haben. Als Motiv gab der Mann laut BKA Verärgerung über Äußerungen der von ihm Ausgespähten an. Nach den bisherigen Ermittlungen soll es sich um einen Einzeltäter handeln. Er ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß.

Das genaue Vorgehen des Beschuldigten werde noch untersucht, sagte BKA-Präsident Holger Münch bei der Pressekonferenz. Schadsoftware sei aber wohl nicht zum Einsatz gekommen, sondern andere Hacking-Methoden, um Passwörter zu überwinden. Insgesamt habe das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik 8,3 Gigabyte Daten im Zusammenhang mit dem Datenklau sichergestellt, sagt BSI-Präsident Arne Schönbohm.

Rund 1.000 Politiker, Prominente und Journalisten sind nach Angaben des Innenministeriums von dem Online-Angriff betroffen. Etwa 50 Fälle seien schwerwiegender, weil größere Datenpakete wie Privatdaten, Fotos und Korrespondenz veröffentlicht worden wurden. Die Löschung der veröffentlichten Daten dauere noch an, sagte Seehofer. Allerdings werde eine komplette Löschung wohl auch nicht gelingen, sagte der Minister. "Wir können die totale Sicherheit nicht versprechen."

Mehr zur Aufklärung des massiven Datendiebstahls lesen Sie hier:

Sabine Vogt (BKA-Abteilung Schwere und Organisierte Kriminalität) und Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk (r.) am 08.01.2019 in Wiesbaden

Nach Datenklau - Ermittler: Festgenommener ein Einzeltäter

Der nach dem großangelegten Datendiebstahl festgenommene Tatverdächtige war Ermittlungen zufolge als Einzeltäter unterwegs. Als Motivation gab er an, aus Ärger gehandelt zu haben.

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