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CSU-Chef im ZDF - Seehofer: Es gibt keinen Rücktritt - vorerst

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CSU-Chef Horst Seehofer schließt seinen Rücktritt vom Parteivorsitz unmittelbar nach der Wahlniederlage in Bayern aus. Ein Rücktritt zum Jahresende ist jedoch nicht umöglich.

Union und SPD stehen nach der Landtagswahl in Bayern enorm unter Druck: Die CSU hat deutlich ihre absolute Mehrheit verloren, die SPD ist nur noch einstellig. Inwieweit übernimmt Parteichef Horst Seehofer Verantwortung für das schlechteste Ergebnis …

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48 min
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Nach der Niederlage bei der bayerischen Landtagswahl schließt der CSU-Chef und Bundesinnenminister Horst Seehofer seinen Rücktritt vom Parteivorsitz zunächst aus. Im ZDF-Interview erklärt er, er wolle aktuell "keine Personaldiskussion führen". Auch Schuldzuweisungen halte er für unangebracht. Zunächst solle sich die CSU inhaltlich mit den Lehren aus dem Wahlergebnis auseinandersetzen.

Entscheidender Fehler

Der entscheidende Fehler im Vorfeld der Landtagswahl sei sein Stil in der Debatte um Ankerzentren an der deutsch-österreichischen Grenze gewesen, räumt der Innenminister ein. Er sehe sich jedoch nicht als "Streithansel der Regierung". Inhaltlich hält Seehofer die Debatte auch weiterhin für richtig.

Mit Blick auf den Landtagswahlkampf kritisiert der Parteichef die eigene Partei: "Es ist nicht gelungen, das Lebensgefühl der Menschen in den bayerischen Großstädten richtig zu erfassen. Das ist den Grünen besser gelungen." Darüber hinaus seien auch die anhaltenden Streitereien innerhalb der Großen Koalition in Berlin ein Grund für das schwache Wahlergebnis seiner Partei.

Seehofer sieht CSU in "Sandwich-Position"

Die Kritik, er habe sich mit dem inhaltlichen Fokus auf dem Thema Flüchtlingspolitik getäuscht, wies Seehofer ab. "Wir sind als CSU bei diesem Thema in einer Art Sandwich-Position. Es wandern Wähler sowohl zu den Grünen als auch zur AfD ab." Allerdings gab er selbstkritisch zu, die Bedeutung des Umweltschutzes als Wahlkampfthema deutlich unterschätzt zu haben.

Seinen Rücktritt vom Amt des Parteivorsitzenden schließt Seehofer zum jetzigen Zeitpunkt aus. Er lässt jedoch offen, ob er den Posten auch nach einem möglichen Parteitag in den kommenden Monaten noch inne haben werde. Dieser Frage wolle er "ergebnisoffen" begegnen. Die Zusammenarbeit mit Bundeskanzlerin Angela Merkel möchte Seehofer nun konstruktiv fortsetzen. Erneute politische Meinungsverschiedenheiten seien für ihn jedoch kein Tabu.

Highlights aus "Was nun, Herr Seehofer?"

Deutliche Verluste

Die CSU hat bei der Landtagswahl in Bayern deutliche Verluste erlitten und nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis 37,2 Prozent der Stimmen erhalten. Zahlreiche Politiker aus den eigenen Reihen kritisierten den Parteivorsitzenden Seehofer. Die CSU vertagte eine Entscheidung über mögliche personelle Konsequenzen für den Parteichef auf frühestens Ende November - erst dann soll es eine umfassende Analyse des Wahlergebnisses geben.

Als heißeste Kandidaten für eine Regierungskoalition mit der CSU werden die Freien Wähler gehandelt. Sowohl Markus Söder als auch Horst Seehofer nannten die Freien Wähler als klaren Favoriten. Söder sagte, ein Bündnis mit den Freien Wählern sei die "naheliegendste Variante". Seehofer sprach von einer einhelligen Präferenz in der CSU für ein bürgerliches Bündnis mit den Freien Wählern.

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