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Bundesregierung zu Rückkehrern - Gespräche über IS-Kämpfer "selbstverständlich"

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Die Bundesregierung hat bereits mit den USA über die Rückkehr von deutschen IS-Kämpfern gesprochen. Zuvor hatte Trump gefordert, gefangene IS-Kämpfer zurückzuholen.

In Syrien sind hunderte europäische ehemalige IS-Kämpfer in Haft. Unklar, wie man mit ihnen verfahren soll. Die Bundesregierung sieht massive praktische Probleme bei einer Rücknahme.

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"Es gab Gespräche mit der amerikanischen Seite", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert heute. Auch gebe es in dieser Frage eine enge Absprache mit den europäischen Partnern, vor allem Frankreich und Großbritannien. Denn "selbstverständlich", so Seibert, stelle sich die Frage, wie mit deutschen IS-Kämpfern umgegangen werden müsse. Man müsse sich mit dem Thema weiter befassen, denn als deutsche Staatsangehörige hätten sie ein Recht auf Rückkehr.

Laut Bundesinnenministerium sind etwa 270 deutsche Frauen und ihre Kinder noch in der Region Syrien und Irak. Seit 2013 seien gut 1.050 Personen aus Deutschland in Richtung des Kriegsgebietes ausgereist. Rund ein Drittel dieser Menschen sei bereits nach Deutschland zurückgekehrt.

Das Bundesinnenministerium geht davon aus, dass derzeit eine "größere zweistellige Zahl" in Gewahrsam kurdischer Sicherheitsbehörden in Ost-Syrien sind. 75 Prozent davon seien Kinder unter drei Jahren. Zu den Inhaftierten hat das Auswärtige Amt derzeit keinen Zugang, von daher könne nach Angaben des Auswärtigen Amtes keine Aussagen über das Ausmaß der Strafverfolgung gemacht werden. Zwischen Syrien oder Irak und Deutschland besteht kein Auslieferungsabkommen.

Angehörige von inhaftierten IS-Kämpfern hatten der Bundesregierung vorgeworfen, sie stelle sich bei der Überstellung nach Deutschland "blind und taub". Sie vermeide einen direkten Kontakt mit den syrischen Kurden aus Rücksicht auf den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Trump fordert Rücknahme von Europäern

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump gefordert, Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat in ihren Heimatländern vor Gericht zu stellen. Bundesaußenminister Heiko Maas hält diese Forderung für "außerordentlich schwierig zu realisieren". Eine Rückkehr sei nur möglich, "wenn sichergestellt ist, dass diese Menschen hier sofort auch einem Verfahren vor Gericht zugeführt werden, wenn sie auch in Untersuchungshaft kommen", sagte Maas am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Anne Will".

Das heiße, dafür brauche man Informationen und Ermittlungsverfahren, das sei alles nicht gewährleistet. "Und so lange das nicht der Fall ist, halte ich das auch für außerordentlich schwierig zu realisieren", sagte Maas.

Maas (SPD): Stimmen uns mit Paris und London ab

Der SPD-Politiker erläuterte, wenn Menschen die deutsche Staatsangehörigkeit hätten, dann hätten sie ein Recht zur Wiedereinreise. Allerdings sei es so, dass es in Syrien derzeit überhaupt nicht die Möglichkeit gebe, das zu überprüfen. "Und deshalb stimmen wir uns mit Franzosen, mit den Briten darüber ab, wie damit umzugehen ist." Die Forderung von Trump dürfte auch bei den Beratungen der EU-Außenminister an diesem Montag in Brüssel zumindest am Rande eine Rolle spielen.

Trump hatte am Wochenende europäische Länder wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien aufgerufen, mehr als 800 in Syrien gefangene Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aufzunehmen und vor Gericht zu stellen. Wenn die Verbündeten nicht reagieren, will Trump die Personen freilassen. Bei den Islamisten handelt es sich demnach um Bürger europäischer Staaten, die sich in den vergangenen Jahren dem IS angeschlossen hatten und dann im Zuge von Kämpfen gegen US-Truppen oder deren Verbündete gefangen wurden.

Röttgen (CDU): "Kein konstruktiver, erfolgversprechender Ansatz"

Die Politik müsse wieder gestalten, sagt Norbert Röttgen (CDU).
Norbert Röttgen (CDU): Trump-Forderung ist "in Ton und Inhalt nicht konstruktiv". (Archivbild)
Quelle: Soeren Stache/dpa

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen kritisierte Trumps Forderung. "Diese Forderung des amerikanischen Präsidenten ist in Ton und Inhalt nicht konstruktiv", sagte der Chef des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag der "Passauer Neuen Presse". Er ergänzte: "Wenn man sich jetzt die Verantwortung gegenseitig hin- und herschiebt, ist das kein konstruktiver, erfolgversprechender Ansatz." Das Problem, wie mit ausländischen IS-Kämpfern umgegangen werden sollte, müsse gemeinsam gelöst werden.

Dagegen begrüßte der Vorsitzende der Linke-Bundestagsfraktion, Dietmar Bartsch, die Aufforderung von Trump, in Syrien inhaftierte IS-Kämpfer aus westlichen Staaten müssten in ihre Herkunftsländer zurückgeführt werden. "Wenn es deutsche Staatsbürger sind, dann müssen sie hier nach Deutschland kommen und sollten hier auch vor ein Gericht gestellt werden und dann müssen dort Entscheidungen getroffen werden", sagte er in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" am Sonntagabend. "Wir sind ein Rechtsstaat und genauso sollten wir agieren."

Gut 1.050 Personen seit 2013 in Richtung Kriegsgebiet ausgereist

In Syrien steht die Terrormiliz IS kurz vor einer militärischen Niederlage. Die von den USA unterstützten und von Kurden geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) waren am Wochenende tief in die letzte verbliebene IS-Hochburg Baghus am Euphrat vorgedrungen. Nach Angaben der Kurden befinden sich "Hunderte" ausländische IS-Kämpfer, sowie deren Frauen und Kinder in kurdischen Gefängnissen und Lagern im Norden Syriens. Die SDF kritisieren seit langem, dass europäische Staaten bislang nicht zur Rücknahme ihrer Staatsbürger bereit seien.

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