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Nach Schulmassaker - Floridas Senat stimmt für mehr Waffenkontrolle

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Es war knapp, doch es wurde eine Mehrheit: Floridas Senatoren haben für ein verschärftes Waffengesetz gestimmt. Nun muss es noch im Repräsentantenhaus bestehen.

Mann kauft Waffe

Quelle: dpa

Als Reaktion auf das Schulmassaker von Parkland hat der Senat des US-Staats Florida für eine Gesetzesvorlage für ein schärferes Waffenrecht gestimmt. Der Entwurf sieht unter anderem neue Beschränkungen beim Kauf von Gewehren und die Anhebung des Mindestalters für Waffenkäufe von 18 auf 21 Jahre vor. Für die Vorlage sprachen sich am Montagabend (Ortszeit) 20 Senatoren aus, 18 dagegen. Der Gesetzesentwurf landet nun im Repräsentantenhaus von Florida.

Arbeitsgruppe soll Fehler im Umgang mit Amokläufen identifizieren

Der Senatsabstimmung ging eine dreistündige emotionale Debatte voraus; viele Senatoren machten aus ihrer Unzufriedenheit mit dem Gesetz keinen Hehl. "Glaube ich, dass das Gesetz weit genug geht?", fragte die Demokratin Lauren Book und antwortete: "Nein, das tue ich nicht!" Unter Tränen berichtete sie von ihrem Besuch an der Marjory Stoneman Douglas High School, wo am Valentinstag 17 Menschen erschossen wurden.

Sowohl Republikaner als auch Demokraten hatten etwas an Teilen des Gesetzesentwurfs auszusetzen. Die Demokraten beklagten, dass er bestimmten Lehrern das Tragen von Waffen in der Schule ermöglichen soll. Und viele republikanische Senatoren wandten sich gegen die Anhebung des Mindestalters von Waffenkäufern und die Einführung einer Wartezeit für den Verkauf von Waffen. Der Entwurf sieht zudem die Schaffung einer Arbeitsgruppe vor, die Fehler im Umgang mit Amokläufen in den USA identifizieren und Empfehlungen abgeben soll.

Der Senat legte in dem angepassten Gesetzesentwurf fest, welche Lehrer freiwillig ein spezielles Training für das Tragen von Waffen in der Schule durchlaufen dürfen. Die Bewaffnung soll Lehrkräften ermöglicht werden, die etwa früher als Polizisten oder im Militär aktiv waren.

Oregon verabschiedet Gesetz zur Waffenkontrolle

Unterdessen preschte der US-Staat Oregon im Bemühen um mehr Waffenkontrolle vor. Die demokratische Gouverneurin Kate Brown setzte am Montag auf den Stufen des Kapitols in Salem ihre Unterschrift unter ein Gesetz, das Opfer häuslicher Gewalt besser vor Waffengewalt schützen soll. Es ist damit das erste verabschiedete Gesetz zur Waffenkontrolle in Amerika seit dem Massaker von Parkland.

Das Gesetz in Oregon schließt ein Schlupfloch in einem Regelwerk aus dem Jahr 2015, das einige Täter vom Verbot des Kaufs oder Besitzes von Waffen und Munition ausnahm. Dazu gehörten auch Personen, die nicht mit dem Partner zusammenlebten, den sie misshandeln oder bedrohen sowie jene, gegen die wegen gewalttätiger Übergriffe ein Kontaktverbot verhängt wurde.

Bewegung junger Aktivisten für strengere Waffengesetze

Das Schulmassaker von Parkland mit 17 Toten hat eine Bewegung junger Aktivisten entstehen lassen, die sich für strengere Waffengesetze in den USA stark machen. Auch in Oregon sind junge Leute aktiv: Schüler einer High School in Lake Oswego, einem Vorort von Portland, nahmen eine 65 Kilometer lange Reise nach Salem auf sich, um am Montag für Waffenkontrolle zu demonstrieren.

Bei dem Massaker an einer High School in Parkland hatte ein 19 Jahre alter Ex-Schüler am Valentinstag 14 Jugendliche und drei Erwachsene erschossen. Nach der Tat entbrannte in den USA erneut eine Debatte über ein schärferes Waffenrecht. Anders als bei Bluttaten im vergangenen Jahr verebbte die Diskussion aber nicht rasch wieder. Das liegt auch an dem Engagement von Überlebenden des Amoklaufes, die mit zahlreichen Auftritten Druck auf Politiker machen.

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