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Sensation in den Niederlanden - Embryo aus der Petrischale

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Niederländischen Wissenschaftlern ist es gelungen, synthetische Embryonen herzustellen. "Einmalig", jubeln die Forscher. Doch es gibt auch kritische Stimmen.

Forscher züchten aus Mäuse-Stammzellen Proto-Embryo
Sensation: Forscher haben aus Mäuse-Stammzellen einen Proto-Embryo erzeugt. Quelle: Universität Maastricht

Damit ein Embryo entsteht, braucht es normalerweise die Vereinigung einer Eizelle mit einer Samenzelle. Doch genau dieses Naturwunder haben Wissenschaftler der niederländischen Universität Maastricht nun umgangen. In einer Petrischale haben sie synthetisch Embryonen erzeugt, ohne Ei- und Samenzelle, sondern aus den Stammzellen einer Maus. Die Plazenta- und embryonalen Zellen hätten sich selbst zu einer Art Proto-Embryo organisiert, erklären die Wissenschaftler in einem Artikel, der diese Woche in der Zeitschrift "Natur" erschien.

"Einmalig" sei das und "mit großen gesellschaftlichen Konsequenzen verbunden", freut sich Zellforscher Clemens van Blitterswijk, der mit zum Untersuchungsteam gehört.

Es gelang hier nämlich die synthetischen Embryonen in eine echte Maus einzupflanzen und dort eine Schwangerschaft einzuleiten. Zwar haben die Embryonen nur zwei Tage überlebt, doch sei dies trotzdem ein gewaltiger Schritt für die Wissenschaft. Die Forscher hoffen an den synthetischen gezüchteten Mäuse-Embryonen die Wirkung von Arzneimitteln testen zu können. Auch kleinste Fehler in der embryonalen Entwicklung, die später zu Diabetes- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen führten, könnten so genauer beobachtet werden.

Niederländischen Wissenschaftlern ist es gelungen aus Stammzellen Embryos zu züchten. Es ist das erste Mal, dass Embryos nicht durch die Befruchtung einer Eizelle entstehen.

Beitragslänge:
2 min
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Ethische Diskussion entfacht

Weltweit untersuchen Biologen und Zellforscher schon seit Langem die Frage: Warum sich bei künstlicher Befruchtung weniger als die Hälfte der Embryonen in die Gebärmutter einnisten. Der Antwort darauf ist man nun wieder einen Schritt nähergekommen.

Wer synthetische Embryonen aus den Stammzellen einer Maus herstellen kann, der kann das Gleiche doch sicher auch bald beim Menschen, mag man meinen. Clemens van Blitterswijk will aber keine Prognose wagen, wann das soweit sein könnte: "Auf der einen Seite ist der Mensch auch ein Säugetier, auf der anderen Seite können wir das auch deshalb schlecht voraussagen, weil es ein Gesetz gibt, das menschliche Embryonen-Forschung in dieser Form verbietet."

Die Maastrichter Entdeckung entfacht nicht nur Freude, sondern natürlich auch eine ethische Diskussion. In den Niederlanden ist genau wie in vielen anderen Ländern das Herstellen von Embryonen für Forschungszwecke verboten. Embryonen, die nach In-vitro-Behandlungen übriggeblieben sind und gespendet werden, dürfen genutzt werden, allerdings nur bis 14 Tage nach der Befruchtung. Als diese Regelungen gemacht wurden, gab es noch keine synthetischen Embryonen.

CDU-Experte skeptisch

Darum mahnt Peter Liese, man müsse genau hinsehen. Liese, der für die CDU im Europaparlament sitzt und sich als Gesundheitsexperte immer wieder mit diesem Thema beschäftigt, unterstreicht: "Ich sehe die Gefahr, dass man irgendwann doch in Situation kommt, dass künstlich hergestellte Embryonen beim Menschen eingepflanzt werden. Ich bin sehr skeptisch."

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