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CDU-Geheimdienstexperte Sensburg - "Wir haben eine Art Krieg im Netz"

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Steckt die russische Gruppe "APT28" hinter dem Angriff auf das Datennetzwerk des Bundes? Das sei noch nicht klar, sagt der CDU-Politiker Sensburg. Es gebe eine Art Krieg im Netz.

Der CDU-Geheimdienstexperte Patrick Sensburg sieht bisher keine klaren Belege für eine Beteiligung russischer Hacker an dem Hacker-Angriff auf das interne Datennetz der Bundesregierung. Die Untersuchung werde einige Zeit dauern, sagte das Mitglied im Geheimdienst-Kontrollgremium des Bundestages im ZDF morgenmagazin.

"Wir reden über das Informationsnetz des Bundes, da geht es um Kommunikation, um E-Mail-Verkehr, um Alltägliches und es geht nicht in erster Linie um geheim oder streng eingestufte Sachverhalte", sagt Patrick Sensburg, CDU, Mitglied im Parlamentarischen …

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Es gebe zwar "hinreichende Beweise", dass die russische Hackergruppe "APT28" Kontakte zum russischen Geheimdienst habe. Man müsse aber auch untersuchen, ob andere Hacker "auf dem Ticket von 'APT28' fahren, obwohl es gar nicht Russland ist".

Der Geheimdienstausschuss kommt voraussichtlich am Mittag zu einer Sondersitzung zusammen, bei der die Bundesregierung über den am Mittwoch aufgedeckten Hackerangriff unterrichten will.

Kontrollgremium nicht informiert

"Wir haben eine Art Krieg im Netz", sagte Sensburg. Er warne seit Jahren, davor, dass es eine Vielzahl von Hackerangriffen geben und versucht werde, an Daten zu kommen. "Dafür müssen wir uns wappnen", sagte Sensburg.

Es habe Gerüchte gegeben, dass es einen Hackerangriff gegeben habe, aber noch keine Information der Bundesregierung an den Ausschuss. Er warnte vor vorschnellen Schlussfolgerungen über die Urheber. "Im Internet wird sehr viel verschleiert, wird sehr viel getäuscht." Man müsse klären, ob und welche Art von Daten abgeflossen seien.

Auch der Digitalausschuss des Bundestags dürfte am Donnerstagnachmittag zusammenkommen. Ein Antrag auf eine Sondersitzung stieß fraktionsübergreifend auf Zustimmung. Offiziell angesetzt war die Sitzung am Morgen allerdings noch nicht.

Linke: Von Attacke aus der Presse erfahren


Die Linken-Netzexpertin Anke Domscheit-Berg hat eine ausgebliebene Unterrichtung des Bundestages angeprangert. Sie habe von der Attacke aus der Presse erfahren, dies sei eigentlich schon der erste Skandal, sagte die Obfrau der Linken-Fraktion im Ausschuss Digitale Agenda des Bundestages am Donnerstag im ZDF morgenmagazin.

Dass man dies selbst als fachlich zuständige Abgeordnete aus der Presse lesen müsse, "das ist schon wirklich skandalös". Angesprochen auf eine mögliche Urheberschaft einer russischen Gruppe sagte Domscheit-Berg: "Es gibt Indizien, die darauf hinzeigen, aber wir wissen es wirklich nicht."

Bundesregierung: Angriff unter Kontrolle

Das Innenministerium hatte den Hackerangriff gestern bestätigt. Dieser sei "isoliert und unter Kontrolle gebracht" worden. In Sicherheitskreisen hieß es, der IT-Vorfall sei seit längerem bekannt. Nach bisherigem Stand seien die Systeme der Bundeswehr und des Verteidigungsministeriums nicht unmittelbar betroffen. In Medienberichten war davon die Rede, die Angreifer könnten der Gruppe "APT28" angehören, die auch für Angriffe auf den Deutschen Bundestag verantwortlich gemacht wird.

Dazu hieß es von anderer Seite aus Sicherheitskreisen, es sei noch genau zu prüfen, ob wirklich "APT28" hinter der Attacke stecke. Auch sei unklar, welche Zielrichtung die Schadsoftware gehabt habe. Zudem sei noch unklar, ob Daten abgeflossen seien.

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