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Viele Fehltage in Sozialjobs, weniger am Bau

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Psychische Erkrankungen - Viele Fehltage in Sozialjobs, weniger am Bau

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Mit psychischen Problemen werde offener umgegangen, sagt BKK-Vorstand Klemm. Die Symptome würden dadurch besser erkannt. Auch deshalb steige die Zahl psychisch bedingter Fehltage.

Die Zahl der Beschäftigten in Deutschland, die sich krankmelden, nimmt zu - im Schnitt sind es 18,5 Tage im Jahr. Psychische Erkrankungen führen zu längeren Ausfällen: 37 Fehltage im Jahr.

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Der sprunghafte Anstieg bei psychisch bedingten Fehlzeiten ist auch dadurch zu erklären, dass Betroffene "offener über ihre Probleme" sprechen, sagte Anne-Kathrin Klemm, Vorstand der Betriebskrankenkassen (BKK), im ZDF-Morgenmagazin. Das schlage sich insofern in der Statistik nieder, als dass Fehltage nun häufiger psychischen Störungen zugeordnet werden könnten. Die Zahl der Erkrankten sei aber gleich hoch geblieben, betonte Klemm.

Wie aus dem BKK-Gesundheitsreport hervorgeht, haben sich psychisch bedingte Fehlzeiten unter den BKK-Versicherten binnen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Die Zahl der Fehltage wegen psychischer Störungen nahm zwischen 2008 und 2018 um 129,4 Prozent zu. Der BKK-Dachverband vertritt 76 Betriebskrankenkassen mit rund neun Millionen Versicherten.

Ursachen für Fehltage in Deutschland

Mehr Offenheit beim Thema

Im Schnitt fehlten die BKK-Versicherten zuletzt 18,5 Tage im Jahr, statistisch gesehen entfiel jeder sechste davon auf psychische Erkrankungen. An der Spitze der Berufsgruppen standen dabei die Altenpfleger, die doppelt so häufig wegen psychischer Störungen ausfielen wie der Durchschnitt (5,8 zu 2,9 Fehltagen). Viele Fehltage gebe es auch bei Sicherheitskräften.

"Pauschal könnte man sagen: überall dort, wo sehr eng am und mit dem Menschen gearbeitet wird, wo eine sehr hohe emotionale Belastung ist, dort sind die Fehltage höher. Wir sehen deutlich niedrigere Fehltage beispielsweise im Bau oder im Handwerk oder im IT-Bereich", betonte BKK-Vorstand Klemm.

Prävention: Schlüsselrolle für Führungskräfte

Das Risiko für psychische Erkranken steige besonders bei jenen, die sich in ihrem Job nicht wohlfühlten, erklärte Klemm: "wenn der Arbeitsdruck zu hoch ist, wenn man sich im Hamsterrad bewegt." Wer sich hingegen ausleben könne in seinem Job, Handlungsoptionen habe und sich in seinem Team wohlfühle, der bleibe eher gesund. "Alles andere macht krank", sagte Klemm.

Um psychische Erkrankungen zu verhindern, sei es wichtig, nicht erst zu handeln, "wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist". Dafür sei sehr wichtig sei, dass die Führungsebene ganz klar hinter Präsventionsmaßnahmen stehe. Dann müsse man zweistufig vorgehen, die Probleme analysieren und daraus Präventionsmaßnahmen ableiten. Dafür gebe es entsprechende Leitfäden, erklärte Klemm: "Ganz wichtig, die Schulung von Führungskräften, dass diese entsprechend sensibel reagieren."

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