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PC und Smartphone - Der Kampf um die private Sicherheit

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Viren, Würmer, Trojaner: Um die PC-Sicherheit tobt ein harter Kampf. Jeden Tag werden Millionen Daten gestohlen, jeden Tag kommen etwa 380.000 Schadprogramme neu dazu. Einzige Chance für Verbraucher: Die Endgeräte auf dem neuesten Stand der Sicherheit halten. Leider ohne Garantie.

So einfach lässt sich das Projekt vom niederländischen Filmemacher Anthony van Meer zusammenfassen. Was passiert eigentlich mit dem Smartphone, wenn es geklaut wird? Van Meer fand diese Frage so spannend, dass er es ausprobiert hat: Er hat ein Handy …

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Die Gründe, in einen fremden Rechner einzudringen, ihn auszuspionieren, zu übernehmen oder zu schaden, sind vielfältig: Spaß am Hacken, Zerstörungswut, Rache, Erpressung, Wirtschaftsspionage, weltanschauliche Gründe - die ganze Palette, wozu Menschen fähig sind. Meist geht es aber nur ums schnöde Geld. Laut einer Studie des Ponenon Instituts verdienen Hacker im Schnitt 30.000 Dollar pro Jahr. Für einige wenige macht es sich bezahlt, dass der Rest der Menschheit fluchend vor dem Rechner sitzt.

Viren, Würmer, Trojaner: 380.000 kommen täglich dazu

Geradezu "klassisch" sind Infektionen durch Viren, Würmer und Trojaner - sie verfolgen PC-Nutzer auf Schritt und Tritt. Die Schadprogramme zielen darauf ab, Rechner zu kompromittieren, unbemerkt zu steuern, Spams zu verschicken oder - besonders ärgerlich - Daten zu löschen. Über die Jahre ist ihre Anzahl drastisch gestiegen: Im August 2016 zählte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik BSI mehr als 560 Millionen Schadprogramme. Täglich kommen etwa 380.000 hinzu. Auch Smartphones sind davon betroffen, vor allem Android-Modelle.

Am häufigsten fangen sich PC-Nutzer Schadprogramme über Mailanhänge ein, Smartphone-Besitzer durchs Installieren von Apps. Aber auch vom Anwender unbemerkte Infektion beim Besuch von Webseiten, sogenannte "Drive-by Downloads", gehören zu den Einfallsquellen. Schadprogramme können sich auch durch Web-Werbebanner verbreiten, die von den Angreifern auf entsprechenden Plattformen eingestellt werden.

Aber: Wer seine Virenscanner up-to-date hält, eine Firewall nutzt, keine dubiosen Email-Anhänge öffnet und die Finger von Webseiten lässt, die den teuren Photoshop angeblich umsonst anbieten, hat gute Chancen, unbeschadet davonzukommen.

Millionenfacher Datenklau gehört heute zum Alltag

Den eigenen PC und Smartphone kann man noch weitgehend schützen. Schwieriger wird es, wenn Daten gestohlen werden, die man Dritten anvertraut. Denn für Datendiebe ist es natürlich mühsamer, einzelne Rechner zu knacken - also gehen sie dorthin, wo massenhaft Kundendaten lagern. Große Internet-Firmen, soziale Netzwerke, Games-Hersteller, Webhoster, Dating-Portale - sie alle befinden sich unter Dauerbeschuss der Hacker.

Manchmal haben die Attacken Erfolg. Allein 2016 gingen Yahoo 500 Millionen Nutzerdatensätze verloren, MySpace 427 Millionen, Dropbox 70 Millionen, Tumblr 65 Millionen. Das internationale Business-Netzwerk LinkedIn sowie die Erotik-Portale von "Friend Finder" wurden gehackt, die Kundendaten auf dem Schwarzmarkt feilgeboten. Der letzte spektakuläre Hack betrifft die UniCredit-Bank, die gerade den Verlust von 400.000 Kunden-Datensätzen zu beklagen hat. Grund war laut UniCredit der "unauthorisierte Zugang durch einen italienischen Dienstleister". Die Bank hatte, um Geld zu sparen, Geschäftsabläufe an Fremdfirmen ausgelagert.

Auch wenn es keine hundertprozentige Sicherheit gibt, sich zu schützen, versuchen Firmen und Diensteanbieter, Hackern das Leben schwerer zu machen. Eine gute Möglichkeit ist die Zwei-Wege-Authentifikation, bei der man beim Login ein zusätzlichen Code benötigt, der einem zugeschickt wird. Doch die Sicherheitsmaßnahmen erfordern zusätzlichen Aufwand. Leidtragender ist der Nutzer: Handy herauskramen, Authentifizierungs-App starten, Code lesen und eintippen - das summiert sich, wenn man viel im Netz unterwegs ist. Ganz zu schweigen davon, dass sich viele Nutzer von den präventiven Sicherheitsmaßnahmen schlicht überfordert fühlen - und sie lieber ignorieren.

Wie kann man auf dem Laufenden bleiben?

Wo aber erfährt man überhaupt, wovor man sich schützen muss? Dazu gibt’s im Internet eine Menge guter Quellen, wie zum Beispiel "Heise Security", "Golem" oder "Wired Thread Level" (englisch). Auch die Internet-Blogs von Kasperksy, Norton, Avira und anderen liefern Informationen über die aktuelle Bedrohungslage. Wer nachsehen will, ob Mail oder Passwort bei einem Hack gestohlen wurden, kann online das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik ( BSI) befragen oder über den "Identity Leak Checker" des Hasso-Plattner-Institut.

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