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Bundeswehr-Serie auf Youtube - "Die Rekrutinnen" gehen an den Start

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Sie wollen nicht Soldatin genannt werden, sondern lieber Soldat. In einer neuen Youtube-Serie kann man sieben jungen Rekrutinnen bei der Grundausbildung zugucken.

So will die Bundeswehr Frauen auf YouTube rekrutieren: In 63 Folgen für sieben Millionen Euro werden sieben Soldatinnen vom ersten Tag der Grundausbildung begleitet.

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Leah tanzt gerne, spielt Klavier, auf ihrem Bett sitzen Kuscheltiere. So weit alles normal für eine 18-Jährige. Doch dann schockt das Nesthäkchen die Familie: "Ich will zur Bundeswehr!"

Sie bewirbt sich für die Grundausbildung in Roth und wird nicht nur angenommen, sondern auch gleich noch erfolgreich gecastet für die neue Bundeswehr-Serie "Die Rekrutinnen". Drei Monate lang werden Leah und sechs weitere Rekrutinnen rund um die Uhr von Kameras begleitet. Anfangs müssen sich die Kameradinnen an den Kommando-Ton gewöhnen ("Das heißt Jawohl!").

Natürlich kommen auch die Bundeswehr-Klassiker zur Aufführung: Wie macht man ein faltenfreies Bett, wie besteht man den Basis-Fitness-Test, und wie fühlt sich das an, zum ersten Mal ein G36 in der Hand zu halten? Leah, nur 1,60 Meter groß und zierlich, gesteht: "Ich habe nicht damit gerechnet, dass die Waffe so groß ist, und die viereinhalb Kilo werden auch irgendwann bisschen schwer. Da hat man schon Respekt."

"Es ging uns um Authentizität"

Die Serie kommt sehr handgemacht rüber, die sieben Millionen Euro Budget sieht man ihr auf den ersten Blick nicht an, Hochglanz ist das nicht. Stattdessen filmen sich die Rekrutinnen im Selfie-Style oft selbst, es wackelt, alles sehr Youtube. "Es ging uns um Authentizität", sagt Dirk von Holleben, Kommunikationsbeauftragter der Bundeswehr. "Die jungen Frauen sollten die Kameras ganz schnell vergessen, damit wir die Grundausbildung ungeschminkt zeigen können, so wie sie wirklich ist."

Serienstart ist heute um 17 Uhr bei Youtube, immer Montag bis Donnerstag, 63 Folgen bis Weihnachten. In einer Homestory vorab sagt Leahs Mutter: "Mein erster Gedanke war: Ich möchte meine Tochter nicht in einem Krisengebiet sehen." Aber Leah ist längst kein Einzelfall mehr: "Mittlerweile sind fast 20 Prozent der gesamten Bundeswehr weiblich, beim militärischen Personal haben wir mehr als 22.000 Frauen", sagt Christina Routsi, Sprecherin des Verteidigungsministeriums. "Mit der Serie wollen wir Vorurteile abbauen und junge Frauen ermuntern, zu uns zu kommen."

Eine Truppe

Und die drei Monate in der Kaserne machen was mit den jungen Frauen, ihre Veränderung ist über die Zeit deutlich zu sehen. Beim Serien-Preview mit Popcorn im Verteidigungsministerium fällt auf, wie sehr alle Rekrutinnen den Gleichberechtigungsgedanken in der alten Männerdomäne Bundeswehr betonen. "Wenn man Soldatin zu mir sagt, ist das okay, aber Soldat ist auch okay", findet Leah. "Ich persönlich halte nicht so viel von dem Gender-Wahnsinn, der gerade abgeht, wir sind halt EINE Truppe."

So habe es keinen einzigen Moment in der Ausbildung gegeben, wo ein Unterschied zwischen Frauen und Männer gemacht worden sei: "Wir machen die gleichen Stuben sauber, haben den gleichen Tagesablauf, machen den gleichen Sport, die gleichen Tests. Muss auch so sein, denn letztendlich tragen wir alle die gleiche Uniform."

Bundeswehr setzt auf Werbeeffekt

Klar: Es bleibt eine Charmeoffensive der Bundeswehr, aber eine, die Interessierten tatsächlich einen realistischen Einblick bieten kann. Es ist bereits die achte Webserie der Bundeswehr. Sie hofft, an den großen Erfolg vor allem von "Die Rekruten" anzuschließen. Das Format brachte 2016 rund 20 Prozent mehr Bewerber. Und der Bundeswehr mangelt es an Nachwuchs, Tausende Stellen sind weiter unbesetzt.

Leah hat sich schon entschieden: Nach der Grundausbildung geht es nun für sie weiter zur Offiziersschule. "Ich hab Bock drauf, hier zu studieren, Karriere zu machen, und später auch, wenn es sein muss, ins Ausland zu gehen."

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