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Sexuelle Belästigung - Oscar-Akademie wirft Harvey Weinstein raus

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Der Missbrauchsskandal um den Hollywood-Filmproduzenten Harvey Weinstein weitet sich aus. Der Oscar-Preisträger Weinstein ist nun nicht länger Mitglied der Oscar-Akademie. Der Filmverband wirft den Produzenten raus - als Reaktion auf die vielen Vorwürfe sexuellen Missbrauchs.

Über Jahrzehnte soll der Starproduzent Harvey Weinstein Frauen sexuell belästigt haben. Für die Filmwelt ist es ein Skandal, für Insider nichts Neues. Das Macho-Gehabe der Studio-Bosse war für viele ein offenes Geheimnis.

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Der einst mächtige Filmproduzent Harvey Weinstein wird wegen Vergewaltigungsvorwürfen mehr und mehr zum Geächteten in Hollywood. Die Oscar-Akademie schloss den 65-Jährigen am Samstag aus ihren Reihen aus und erklärte, "sexuell aggressives Verhalten" werde in der Filmbranche nicht mehr geduldet.

Neue Vorwürfe

Derweil warf die britische Schauspielerin Lysette Anthony dem Filmproduzenten als fünfte Frau vor, sie vergewaltigt zu haben. Der 54-köpfige Vorstand der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die für die Oscar-Verleihung zuständig ist, kam am Samstag zu einer Dringlichkeitssitzung in Los Angeles zusammen. Anschließend verkündete das Gremium den Ausschluss Weinsteins, der hinter einer Reihe Oscar-prämierter Filme steht.

Die Filmakademie trenne sich "nicht nur von einem, der nicht den Respekt seiner Kollegen verdient". Sie wolle auch die Botschaft aussenden, "dass die Ära des vorsätzlichen Ignorierens und der schändlichen Komplizenschaft bei sexuell aggressivem Verhalten sowie Belästigung am Arbeitsplatz in unserer Branche vorbei ist". Es handle sich um ein "zutiefst verstörendes Problem, das keinen Platz in unserer Gesellschaft hat".

Die Akademie kündigte zudem an, dass sie "ethische Verhaltensstandards" festsetzen wolle, die alle Mitglieder der Akademie zu beachten hätten. In der 90-jährigen Geschichte der Oscar-Akademie war Medienberichten zufolge bislang erst ein Mal ein Mitglied ausgeschlossen worden: Der Schauspieler Carmine Caridi, der vertrauliche Filmkopien in Umlauf gebracht haben soll. Die bekannte Schauspielerin Mia Farrow äußerte sich am Samstag auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter "stolz" über die Entscheidung der Oscar-Akademie. "Harvey Weinstein ist raus. Es gibt andere - aber hoffentlich erleben wir das Ende einer furchtbaren Ära."

Vor einer Woche entlassen

Ins Rollen gekommen war der Missbrauchsskandal um Weinstein durch einen Bericht der "New York Times", in dem mehrere Frauen dem Produzenten sexuelle Belästigung vorwarfen. Wenige Tage später berichtete das Magazin "New Yorker" dann von weiteren Opfern und förderte auch Vergewaltigungsvorwürfe dreier Frauen zutage. Insgesamt haben sich mehr als zwei Dutzend Frauen mit Vorwürfen gegen Weinstein zu Wort gemeldet, unter ihnen Stars wie Angelina Jolie, Gwyneth Paltrow und Rosanna Arquette. Fünf Frauen haben Weinstein bislang vorgeworfen, sie vergewaltigt zu haben.

Zuletzt erhob die britische Schauspielerin Lysette Anthony Vergewaltigungsvorwürfe gegen den Hollywoodmogul. Weinstein habe sie in den 1980er Jahren vergewaltigt, sagte die 54-Jährige, die unter anderem in Woody Allens Film "Ehemänner und Ehefrauen" mitspielte, der britischen Zeitung "Sunday Times". Weinstein war wegen der Vorwürfe bereits vor einer Woche von seiner eigenen Produktionsfirma entlassen worden. Sein Bruder und Mitgründer der Firma, Bob Weinstein, äußerte sich nun in einem Interview. "Ich dachte immer, er geht eben ständig fremd", sagte er dem Branchenblatt "Hollywood Reporter". "Er hatte keine Geliebte. Es war eine nach der anderen und das wusste ich. Aber so, dass ich mit ihm in einem Raum war und das hörte, was die 'New Yok Times' beschrieben hat? Nein."

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