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Sexualstrafrechtsnovelle - Mehr Opfer von Sexualstraftaten melden sich

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Vor rund drei Jahren wurde das Sexualstrafrecht in Deutschland verschärft. Der Weiße Ring spürt Auswirkungen.

Jörg Ziercke, Bundesvorsitzender des Weißen Rings. Archivbild
Jörg Ziercke, Bundesvorsitzender des Weißen Rings. Archivbild
Quelle: Peter Zschunke/dpa

Seit der Reform des Sexualstrafrechts 2016 suchen mehr Opfer dieser Straftaten Unterstützung beim Weißen Ring. "Wir haben etwa sechs bis zehn Prozent mehr Fälle von Sexualdelikten", sagte der Bundesvorsitzende des gemeinnützigen Vereins und ehemalige BKA-Chef, Jörg Ziercke.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik habe seit der Gesetzesnovelle rund 20 Prozent mehr Anzeigen registriert. Auf eine angezeigte Tat kämen Schätzungen zufolge aber noch etwa vier bis fünf Fälle im Dunkelfeld.

Auch Stalking großes Problem

Neben Sexualdelikten und Einbrüchen ist Stalking eine der häufigen Straftaten, wegen der sich Opfer an den Weißen Ring wenden. In der Polizei-Statistik seien derzeit nur rund 18.960 Fälle von Stalking registriert, aber nur in etwa einem Prozent davon komme es zu Verurteilungen, sagte Ziercke. Das Dunkelfeld sei zudem "riesengroß".

Schätzungen gingen von mindestens 200.000 bis 300.000 Fällen aus. Für Betroffene von Stalking hat der Weiße Ring eine App entwickelt, mit der Opfer über das Smartphone Beweise sammeln und den Strafverfolgungsbehörden zur Verfügung stellen können. "Stalking ist psychische Gewalt und muss zur Entschädigung berechtigen", sagte Ziercke.

"Nach dem aktuellen Entwurf einer Vorschrift für das von Bundesminister Hubertus Heil (SPD) geplante neue Soziale Entschädigungsrecht soll das nur in bestimmten schweren Fällen in der Regel gelten", kritisierte Ziercke. "Das ist zu einschränkend." Der Weiße Ring befasst sich im Jahr mit den Opfern von rund 25.000 Fällen. Der gemeinnützige Verein lebt von den Beiträgen seiner rund 47.000 Mitglieder und von Spenden. 3.000 ehrenamtliche Mitarbeiter sind in 400 Außenstellen in 18 Landesverbänden aktiv. Dazu kommen etwa 120 hauptamtlich Beschäftigte, die meisten davon am Sitz in Mainz.

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