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Sexueller Missbrauch in Kirche - Barley fordert zu Anzeigen auf

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Bundesjustizministerin Barley hat die Kirche dafür kritisiert, Missbrauchsfälle nur intern zu regeln. Sie sollte bei den ersten Hinweisen Strafanzeige stellen.

Katarina Barley bei einer Marketing-Fachmesse. Archivbild
Katarina Barley bei einer Marketing-Fachmesse. Archivbild
Quelle: Georg Wendt/dpa

Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) hat die katholische Kirche aufgefordert, bei Hinweisen auf sexuellen Missbrauch unmittelbar Strafanzeige zu stellen, anstatt die Fälle nur intern zu erfassen.

"Die schrecklichen Missbrauchstaten sind keine interne Angelegenheit der katholischen Kirche", erklärte sie. Jeder Fall müsse von einem Strafgericht beurteilt werden, zudem müssten Staatsanwaltschaften die Chance bekommen, zu ermitteln.

Die schrecklichen Missbrauchstaten sind keine interne Angelegenheit der katholischen Kirche.
Katarina Barley, Justizministerin

Zuvor hatte Papst Franziskus eine kircheninterne Meldepflicht für Fälle sexuellen Missbrauchs erlassen. Kleriker und Ordensleute müssen Missbrauchs- und Vertuschungsfälle demnach ab Juni innerhalb der Kirche umgehend anzeigen. Eine Meldepflicht an staatliche Stellen ist nicht vorgesehen. Barley mahnte, bringe die Kirche die Fälle nicht vor Gericht, bleibe die "Mauer des Schweigens" erhalten, die den Missbrauch zuletzt jahrzehntelang verschleiert habe. Nur die umfassende Aufklärung aller noch nicht verjährten Taten durch Staatsanwaltschaften und Gerichte könne das ändern.

Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (CSU) sagte, die bayerischen Staatsanwaltschaften hätten unmittelbar nach der von der katholischen
Kirche vorgelegten Missbrauchsstudie die bayerischen Diözesen aufgefordert, ihre Akten dazu vorzulegen. Dem seien sie auch nachgekommen. Eisenreich sagte, er erwarte, dass sich die Kirchen ihrer Verantwortung weiterhin stellten. "Entscheidend ist, dass die staatlichen Ermittlungsbehörden alle nötigen Informationen erhalten, um die entsetzlichen Missbrauchsfälle strafrechtlich aufklären zu können."

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Papst Franziskus hat eine weltweite Meldepflicht bei Missbrauch in der Kirche erlassen. Dieser Schritt ist längst überfällig. Aber dem Kirchengesetz müssen nun Taten folgen.

von Jürgen Erbacher - ein Kommentar
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