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Spenden vor Weihnachten - Gutes tun und dabei sicher gehen

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Vor Weihnachten wächst die Bereitschaft, Geld für einen guten Zweck zu geben. Die Zahl der Spendenorganisationen ist riesig. heute.de gibt Tipps für sinnvolles, sicheres Spenden.

Archiv: Weihnachtsmänner sammeln Geld für obdachlose Kinder in Berlin Mitte
Archiv: Weihnachtsmänner sammeln Geld für obdachlose Kinder in Berlin Mitte Quelle: imago

Mehr als 600.000 Organisationen sammeln in Deutschland Spenden. In der Vorweihnachtszeit sind viele besonders aktiv, denn nun ist bei vielen Menschen die Bereitschaft groß, Geld für einen guten Zweck zu geben. Wem aber sein Geld anvertrauen? heute.de bietet Orientierungshilfe für sinnvolles, sicheres Spenden.

Woran kann ich seriöse Organisationen erkennen?

Seriöse Organisationen machen im Jahresbericht deutlich, wofür sie das Spendenaufkommen verwenden. Dazu gehören dem Verband für Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO) zufolge die Kosten für Projekte, Öffentlichkeitsarbeit, Spendenwerbung und Verwaltung. Außerdem sollte über Arbeitsweisen und die erzielten Wirkungen berichtet werden. Seriöse Organisationen setzen also auf aussagekräftige Informationen und versuchen nicht, Druck auf Spender auszuüben. 

Dagegen warnt Daniela Geue, Geschäftsführerin des Deutschen Spendenrats, vor unseriösen Anbietern: "Spendensammler, die an Ihrer Haustür oder auf der Straße zu schnellem Handeln nötigen, sollten sehr skeptisch betrachtet werden."

Wer ganz sicher gehen will, vertraut Organisationen, die einem renommierten Dachverband angehören oder ein anerkanntes Spendensiegel tragen. In Deutschland am bekanntesten sind das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) und das Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrats.  

Wieviel Geld kommt von meiner Spende bei den Hilfsbedürftigen an?

Seriöse Organisationen informieren darüber, welche Kosten sie für professionelle Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit aufbringen. Bei Organisationen mit DZI-Siegel sind es im Durchschnitt etwa 14 Prozent.

Um Menschen in Not effektiv zu unterstützen, brauche es Expertise und Strategien. "Auch dafür braucht es Kapazitäten, die Geld kosten", sagt der VENRO-Vorstandsvorsitzende Bernd Bornhorst. "Darum sind wir skeptisch, wenn Organisationen damit werben, keine Verwaltungskosten zu haben." Dies sei genauso wenig vertrauenswürdig wie überhöhte Verwaltungskosten.

Welche Alternativen bieten seriöse Internetplattformen?

Auf der Suche nach kleineren, auch wohnortnahen Hilfsprojekten, kann die in Deutschland größte Spendenplattform betterplace.org Spendern weiterhelfen. Fast 25.000 Projekte nutzen die Plattform. Und: "Mehr als die Hälfte der Nutzer suchen gezielt nach lokalen oder regionalen Organisationen", sagt Leonie Gehrke, Sprecherin von betterplace.org.

Die Plattform prüft die Spendensicherheit nach eigenen Angaben sehr gründlich. Registrierte Projekte müssen als gemeinnützig anerkannt sein. Zusätzlich zu regelmäßigen Kontrollen gibt es monatliche Stichproben, ob die Spenden zweckgemäß eingesetzt werden. "Dazu werden entsprechende Belege von den Organisationen angefordert. Werden diese nicht vorgelegt, folgt eine Kündigung und die Rückforderung der Spenden", sagt Gehrke.

Was ist besser: zweckgebundene oder zweckungebundene Spenden?

Eine zweckgebundene Spende gibt einem die Sicherheit, dass das Geld für ein bestimmtes Projekt eingesetzt wird. Sie bringt allerdings einen höheren Verwaltungsaufwand mit sich "und im ungünstigsten Fall sind diese Spendengelder lange Zeit blockiert - auch wenn die Spende in der Zwischenzeit an anderer Stelle umso dringender benötigt wird", sagt Daniela Geue vom Deutschen Spendenrat.

Experten empfehlen deshalb, die Spenden möglichst an keinen konkreten Zweck zu binden. "Dann kann eine Organisation die Gelder dort einsetzen, wo sie am Dringendsten gebraucht werden - etwa in Projektgebieten, die in den Medien nicht präsent sind", sagt Bernd Bornhorst von VENRO.

Jeder Euro zählt - oder ab wann ist eine Spende zu niedrig?

Jeder Euro wirkt und jede Spende kann helfen, heißt es bei VENRO und dem Deutschen Spendenrat. Zu niedrige Spenden gebe es in diesem Sinne nicht - wegen anfallender Bank- und Verwaltungskosten sind allerdings Spenden ab zehn Euro sinnvoll. Außerdem seien auch Dauerspenden mit kleineren Beträgen besonders willkommen, "weil die Organisationen dann wissen, woran sie sind und besser planen können", sagt VENRO-Vorsitzender Bernd Bornhorst.

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