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Mit 95 Jahren gestorben - Simbabwes Ex-Präsident Mugabe ist tot

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Der ehemalige Präsident von Simbabwe, Robert Mugabe, ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Einst war er Hoffnungsträger, später führte er das Land in den Ruin.

Der frühere langjährige Präsident Simbabwes, Robert Mugabe, ist tot. "Mit größter Traurigkeit gebe ich den Tod des Gründungsvaters Simbabwes und ehemaligen Präsidenten, Kommandant Robert Mugabe, bekannt", twitterte Staatschef Emmerson Mnangagwa am Freitag. Mugabe wurde 95 Jahre alt.

Einst verehrt, später verhasst, galt Mugabe als eine der legendären Figuren des afrikanischen Kampfs gegen den Kolonialismus. Der frühere Guerillachef hatte das ehemalige Südrhodesien nach einem blutigen Konflikt 1980 in die Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Großbritannien geführt. Lange wurde Mugabe mit Nelson Mandela verglichen. Wie der verstorbene südafrikanische Anti-Apartheidsheld kämpfte auch er gegen die Rassentrennung und verbrachte Jahre im Gefängnis.

Anfangs ein Hoffnungsträger

1980 gewann seine ZANU-Partei die Parlamentswahl, und Mugabe wurde Regierungschef der neuen Republik Simbabwe. In seinen ersten Regierungsjahren gab es Grund zur Hoffnung. Der einstige Musterschüler verwandelte Rhodesien in ein wirtschaftlich und gesellschaftlich vorwärts gewandtes Simbabwe. Die Lebenserwartung stieg dank eines verbesserten Gesundheitswesens, die Kindersterblichkeit sank. Auch Simbabwes Bildungssystem wurde hochgelobt. Für ausländische Investoren war das südafrikanische Land attraktiv.

Dabei übersahen viele, dass Mugabe schon damals brutal gegen Rivalen vorging. 1982 ließ er die Anhänger seines Widersachers und einstigen Mitstreiters Joshua Nkomo unbarmherzig verfolgen, bei Massakern wurden zwischen 10.000 und 20.000 Angehörige der Ndebele getötet, die Nkomo unterstützt hatten. Fünf Jahre später wurde Mugabe Präsident.

Verschwendung in einem bitterarmen Land

Zunehmend trieb er sein Land in den Ruin. Einen Tiefpunkt markierte die Landreform aus dem Jahr 2000, die zur oft gewaltsamen Enteignung weißer Farmer führte. Mugabe ließ sie vertreiben und ihr Land an Gefolgsleute verteilen, die damit auf Anhieb oft nicht zu wirtschaften wussten. Eine Rieseninflation und Fachkräfte-Abwanderung folgten. Das einst reiche Simbabwe wurde zum Bittsteller.

Zuletzt machte Mugabe vor allem mit seiner Verschwendung in dem verarmten Land Schlagzeilen. Zu seinem 93. Geburtstag mit tausenden Gästen gab es ein verschwenderisches Festessen, was angesichts der Nahrungsmittelknappheit Kritik auslöste. Die Kosten für die tagelangen Feierlichkeiten wurden auf eine Million Dollar geschätzt. Biograf Martin Meredith zufolge ging es Mugabe jedoch nie vornehmlich um persönliche Bereicherung: "Seine wahre Obsession war nicht persönlicher Reichtum, sondern Macht."

Den Bogen überspannt

Tatsächlich war Mugabes Machtposition lange ungefährdet, die Nachfolge-Frage tabu. Trotz seines Alters weigerte sich der greise Staatschef, einen Nachfolger zu benennen. Bei seinen Auftritten war er nur noch schlecht zu verstehen, machte lange Pausen oder hielt die falsche Rede. Die Nachfolgefrage wurde ihm schließlich zum Verhängnis: Mugabe hatte den damaligen Vizepräsidenten Mnangagwa entlassen. Die Armee begehrte dagegen auf. Auch die Präsidentschaftsambitionen von Mugabes 41 Jahre jüngerer Gattin Grace lehnte das Militär strikt ab. In der Regierungspartei ZANU-PF hatte die als prunksüchtig geltende Ex-Sekretärin des Staatschefs ebenfalls viele Gegner.

Wachsende Unzufriedenheit führte zu großen Straßendemonstrationen. Im November 2017 wurde Mugabe schließlich vom Militär zum Rücktritt gezwungen. Er selbst machte westliche Sanktionen für die wirtschaftlichen Probleme Simbabwes verantwortlich.

Mnangagwa würdigt Mugabe

Sein Nachfolger Mnangagwa würdigte Mugabe als "Unabhängigkeitsikone" und als "Panafrikaner", der sein Leben der Befreiung seines Volkes gewidmet habe. "Sein Beitrag zur Geschichte unseres Landes und unseres Kontinents wird niemals vergessen werden", fügte Mnangagwa hinzu. "Möge seine Seele in Frieden ruhen".

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