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Atomwaffen und Militärausgaben - Friedensforscher sehen "negativen Trend"

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Die Zahl der Atomwaffen sinkt leicht, doch überall werden die Waffen modernisiert. Die Militärausgaben sind auf einem Höchststand. Die Ergebnisse der Friedensforscher von Sipri.

Panzer
Die weltweiten Militärausgaben sind auf einem Höchststand, berichtet das Friedensforschungsinstitut Sipri.
Quelle: ZDF

Das renommierte Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri hat sein Jahrbuch für 2019 veröffentlicht. Darin betrachten die Forscher bewaffnete Konflikte und Konfliktmanagement, Miltärausgaben sowie Auf- und Abrüstungsbemühungen.

Die Trends der bisherigen Sipri-Jahrbücher seien weitestgehend negativ gewesen, schreiben die Friedensforscher. 2018 gab es zumindest teilweise auch positive Nachrichten: Die Atomverhandlungen der USA mit Nordkorea etwa und die internationalen Bemühungen, den Jemen-Krieg zu beenden.

2018 aus Sicht der Friedensforscher

Das Gesamtbild ist dennoch negativ: Die USA haben sich im vergangenen Jahr sowohl aus dem Atom-Deal mit dem Iran, als auch aus dem INF-Abrüstungsvertrag zurückgezogen. In vielen Regionen gibt es geopolitische Spannungen. Die USA und Russland erneuern ihr Arsenal an strategischen Atomwaffen.

Atomwaffen: Modernisieren und ausrangieren

Weltweit sinkt die Zahl der Atomwaffen, so das Ergebnis von Sipri. 13.865 Atomwaffen gab es im Januar 2019 - vier Prozent weniger als ein Jahr zuvor (14.465 Atomwaffen). Die USA und Russland besitzen die meisten Sprengkörper - gemeinsam über 90 Prozent. Die beiden Staaten reduzieren ihre strategischen Waffen derzeit. Sie halten sich damit an das Atomwaffenabrüstungsabkommen „New START“.

Doch der Schein trügt: Es gibt vor allem deshalb weniger Atomwaffen, weil die USA und Russland ältere Waffen ausrangieren. Die Abrüstung geht mittlerweile langsamer vonstatten als es noch vor zehn Jahren der Fall war. Und: Russland wie auch die USA investieren wieder deutlich mehr in ihre Atomwaffenarsenale. Sie modernisieren ihre Waffen, ersetzen alte Sprengköpfe und entwickeln neue Atomwaffen."Offen gesagt ist das ein negativer Trend", sagt der Sipri-Atomwaffenexperte Shannon Kile.

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Neun Staaten haben derzeit Nuklearwaffen: Neben den USA und Russland sind das Frankreich, China, Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea. Deren Atomwaffenarsenale sind deutlich kleiner - doch auch sie entwickeln neue Waffensysteme oder haben Sipri zufolge angekündigt, das zu tun.

Militärausgaben: 213 Euro pro Person für Militär

Bei den Militärausgaben bleiben die USA Spitzenreiter. Sie investierten im vergangenen Jahr knapp 649 Milliarden US-Dollar – das sind 4,6 Prozent mehr als 2017. Auch weltweit stiegen die Militärausgaben, ein Anstieg um 2,6 Prozent. Die Friedensforscher schätzen, dass weltweit 1,82 Billionen Dollar für Soldaten und Waffen ausgegeben werden. Das sind umgerechnet 213 Euro pro Kopf. Die Ausgaben sind auf einem Höchststand seit das Friedensforschungsinstitut 1988 erstmals einheitliche Vergleichsdaten zur Verfügung hatte.

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In Deutschland steigerten sich die Ausgaben um 1,8 Prozent. Etwa 44,4 Milliarden Euro wurden hier für Militär ausgegeben – Deutschland damit auf Platz acht. Im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) gingen die Ausgaben in allen Regionen der Welt zurück – bis auf Europa. Hier stiegen die Ausgaben der NATO-Staaten im Verhältnis zum BIP, weil sie bis 2024 das Zwei-Prozent-Ziel erreichen sollen.

Waffenhandel: Höchster Wert seit Ende des Kalten Krieges

In den frühen 2000ern begann der Trend, seitdem wächst der Handel mit Großwaffensystemen ununterbrochen. Das Handelsvolumen erreichte 2018 den höchsten Wert seit Ende des Kalten Krieges, so die Friedensforscher. Für 2017 schätzen sie den Gesamtwert des weltweiten Waffenhandels auf mindestens 95 Milliarden US-Dollar.

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Seit 1950 sind die USA und Russland (bzw. die Sowjetunion) die bei weitem größten Waffenexporteure gewesen. Das blieb auch im aktuellen Zeitraum so. Die USA belieferten Sipri zufolge 98 Staaten mit Waffen. Damit vergrößerten die USA ihren Vorsprung gegenüber den anderen Exporteuren - auch den Abstand zu Russland erhöhten die USA deutlich.

Hauptimporteur ist Saudi-Arabien mit 12 Prozent der weltweiten Importe. Die Importe in den Nahen Osten stiegen an: 35 Prozent der Importe gingen in dem Zeitraum dorthin. 40 Prozent der globalen Importe flossen nach Asien und Ozeanien (Australien, Neuseeland, Indonesien).

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