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Skipper zu Thunbergs Segelreise - "Es wird eine große Herausforderung"

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Klimaaktivistin Greta Thunberg will heute von Großbritannien aus nach New York segeln - mit dem deutschen Skipper Boris Herrmann. Der spricht im ZDF von einer "Herausforderung".

Klimaaktivistin Greta Thunberg will von Großbritannien aus nach New York segeln. Der deutsche Skipper des Bootes, Boris Herrmann, erklärt, was auf die Passagiere zukommt.

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Gefriergetrocknetes Essen, ein Eimer als Toilette und riesige Wellen auf dem Nordatlantik - viel Komfort erwartet Klimaaktivistin Greta Thunberg bei der ersten Segelfahrt ihres Lebens nicht. "Ich denke, es wird ein ziemliches Abenteuer", sagte die Schwedin, bevor sie sich heute an der Seite des deutschen Skippers Boris Herrmann von Plymouth aus auf den Weg nach New York zu einem UN-Klimagipfel machte.

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Die beiden Profisegler Boris Herrmann und Pierre Casiraghi wollen die 16-Jährige mit dem Spezialboot "Malizia" über den Atlantik bringen. An Bord befinden sich auch Thunbergs Vater Svante und ein Filmemacher, der eine Dokumentation plant. Die Reise über den Ozean dürfte rund zwei Wochen dauern.

"Es wird eine große Herausforderung für sie als Nichtseglerin gleich auf so eine Rennjacht zu gehen", sagt Boris Herrmann dem ZDF. Bei schönen Bedingungen düse das Boot so dahin, bei stürmischer See könne es aber eine sehr raue Angelegenheit werden.

Start der "Malizia" verzögert sich

Das Team um die 16-Jährige wird voraussichtlich am Mittwochnachmittag um 17 Uhr (MESZ) in Plymouth in See stechen - und damit zwei Stunden später als ursprünglich geplant. "Die Wetteraussichten sind gut", schrieb Thunberg bei Twitter. Noch gegen Mittag war es in Plymouth im Südwesten Englands allerdings sehr windig und regnerisch.

Thunberg schippert nicht aus Lust und Laune über den Atlantik: Die Schwedin will ihren Kampf für einen beherzteren Einsatz der Politik gegen die Klimakrise und die Erderhitzung auf der anderen Seite des Ozeans auf eine neue Ebene heben. Im September wird sie unter anderem am UN-Klimagipfel vieler Staats- und Regierungschefs in New York teilnehmen, im Dezember steht dann in Chile die alljährliche Weltklimakonferenz an. Rund um diese beiden zentralen Termine will sie an Klimaprotesten teilnehmen, Betroffene der Klimakrise sowie andere Aktivisten und Entscheidungsträger treffen. Auch Besuche in Kanada und Mexiko sind vorgesehen.

Seereise statt Flug

Greta Thunberg habe gesagt, dass sie unter anderem lesen, schreiben und filmen wolle, sagt Boris Herrmann. Ihr gehe es nicht darum, ein großes Segelabenteuer zu machen. "Ihr geht es darum, nach New York zu kommen, basta." Ihre Kampagne laufe weiter, sagt Herrmann. An Bord sei jedes Crew-Mitglied gleich, "ob nun prominent oder nicht, das spielt keine Rolle", sagt der Skipper. Alle bekämen die gleiche Aufmerksamkeit. Wenn es jemandem schlecht gehe, müsse man die Route anpassen. "Wir wollen uns nicht dem öffentlichen Erwartungsdruck hingeben, sie da unbedingt hinbringen zu müssen. Das kann man nicht erzwingen."

Ihr geht es nicht darum, ein großes Segelabenteuer zu machen.
Boris Herrmann, Skipper

Thunberg fliegt nicht, weil Flugzeuge immense Mengen an klimaschädlichen Treibhausgasen ausstoßen. Deshalb hatte sie länger nach einer klimaschonenderen Alternative für die Reise nach Amerika Ausschau gehalten. Ende Juli hatte sie dann bekanntgegeben, mit der "Malizia" über den Atlantik reisen zu wollen. Das Boot ist mit Solarpaneelen und Unterwasserturbinen ausgestattet, mit denen die für Navigation und Kommunikation erforderliche Energie erzeugt wird. Komfort gibt es dagegen kaum an Bord der "Malizia": Das Boot ist für Hochseerennen ausgestattet. Unter Deck ist gerade genug Raum für zwei Rohrkojen.

"Rein physisch gesehen ist das Boot sehr sicher", erklärt Herrmann. Es sei ein Regattaboot mit sehr strengen Sicherheitsregeln – so sei es beispielsweise unsinkbar. Die zwei Kojen seien für Greta und ihren Vater bestimmt. Herrmann und Casiraghi schliefen auf dem Boden.

 Vor einem Jahr begann Thunberg mit dem Klimastreik

Der Start der Reise fällt fast genau auf den Jahrestag des Beginns von Thunbergs Protestaktion: Am 20. August 2018 hatte sich die damals 15-Jährige vor den Stockholmer Reichstag gesetzt, um eine ehrgeizigere Klimaschutzpolitik Schwedens sowie ein Einhalten der Pariser Klimaziele einzufordern. Aus der Protestaktion hat sich die internationale Klimaschutzbewegung Fridays for Future entwickelt, Abertausende vor allem junge Menschen protestieren seit Monaten regelmäßig freitags für mehr Klimaschutz, sehr viele davon in Deutschland.

Thunberg geht es darum, die weltweiten Treibhausgasemissionen rapide zu senken, damit der Anstieg der globalen Erdtemperatur noch auf unter 1,5 Grad Celsius begrenzt werden kann. Bis heute hat sich die Temperatur um knapp 1 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter erhöht. Die Welt müsse auf die Wissenschaft hören und dementsprechend im Kampf gegen die Klimakrise handeln, fordert sie.

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