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Die Smart City in Helsinki - Die Zukunft leben

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Tuomas Hakala will Finnland fit für die Zukunft machen. In der Hauptstadt Helsinki hat er einen Stadtteil am Reißbrett neu erfunden. Und macht den Alltag so deutlich smarter.

In Helsinki entsteht ein Stadtteil der Zukunft: In Kalasatama geht vieles automatisch und vor allem umweltfreundlich.

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Normalerweise ist das Leben in der Großstadt geprägt von Verkehrslärm, verschmutzten Straßen und hektischem Treiben. Helsinki will das nicht. Seit Jahren sind die Skandinavier Vorreiter für die vernetzten Städte der Zukunft. Im Stadtteil Kalasatama entsteht nun eine Smart City. Eine Nachbarschaft der Zukunft.

Müllrohr
Müllrohr
Quelle: ZDF

Das Superhirn hinter dem Projekt ist Tuomas Hakala. Sein Ziel: Alles was in der Großstadt nervt, wird hier neu gedacht und vor allem schnell umgesetzt. Das größte Projekt des Architekten und Stadterneuerers ist das durchdachte Müllentsorgungssystem des Stadtteils unter den Straßen und Häusern. Mit Druckluft wird der Müll durch ein Rohrsystem bis an den Stadtrand befördert. Die Bewohner werfen die Mülltüten an Sammelstellen vor den Häusern in das System – fertig. Stinkende Müllwägen und überquellende Mülleimer gehören längst der Vergangenheit an.

Helsinkis Ziel: Autofrei bis 2025

Vielmehr soll es gemütlich werden, wenn die Bewohner in ihr Viertel kommen. Am besten ohne eigenes Auto. Denn nicht nur große LKW, auch Autos gibt es in Kalasatama kaum mehr. Ein optimal gestaltetes Verkehrssystem soll ganz Helsinki bis 2025 autofrei machen. Alternativen bieten in Kalasatama schon jetzt selbstfahrende Busse. Sie erfassen mit Laser- und Radargeräten die Strecke und bewegen sich eigenständig im Verkehr. Noch muss ein Verantwortlicher mit an Bord sein, um im Notfall einzugreifen. Aber schon 2020 sollen die Busse ganzjährig und ohne Begleitung im Einsatz sein.

Autonom fahrender Robobus in Helsinki
Autonom fahrender Robobus in Helsinki
Quelle: Mirella Pappalardo

Ist der Müll entsorgt und die Wohnung mit den Roboterbussen erreicht, empfangen die eigenen vier smarten Wände die Bewohner. Das Raumklima lässt sich selbstverständlich vom Smartphone steuern, die von den Finnen so geliebte Sauna schon vom Büro aus aufwärmen. So wird Zeit und Geld gespart. Erst dieses Jahr hat Kalasatama sein neues, höchstes Wohnhaus bekommen. Denn die Bevölkerung wächst rasant. In den nächsten Jahren sollen 1.500 Appartements dazu kommen, 25.000 Bewohner sollen Platz finden. Bisher leben gerade einmal 5.000 Menschen in dem Hafenviertel. 

Entspannung durch Handyentzug

Für den Stadtentwickler Tuomas Hakala ist eines ganz wichtig: Trotz der ganzen technischen Veränderungen müssen Kalasatamas Menschen abschalten können. Eine Stunde Freizeit am Tag will er durch seine Veränderungen freischaufeln. Dazu zählt die sogenannte "Großvaterbrücke". Sie führt die Bewohner direkt in die umliegende Natur. Denn auch das ist das Smarte an Helsinkis Stadtteil: Raum für smartphonefreie Zeit schaffen.

Smarte City nicht nur für Superreiche

Und hochmoderne Technik, einfach Lösungen und moderner Wohnraum müssen nicht immer teuer sein. Die Planer von Kalasatama haben sich die 60/40-Regel auf die Fahne geschrieben. 60 Prozent eines Neubaugebietes stehen dem privaten Wohnungsmarkt zur Verfügung, 40 Prozent sind für Menschen, die durchschnittlich verdienen. Sogar Sozialbauten finden Platz im Viertel. Denn eine überteuerte Hafencity ohne soziale Durchmischung – wie in Hamburg – wollen die Schweden nicht.
Und letztlich sind es nicht die Sensoren oder Hightech, die in der Smart City im Mittelpunkt stehen. Es ist Zeit, die durch die Innovationen gewonnen wird. Die Momente, in denen das Smartphone beiseitegelegt wird. Denn auch das ist smart.

Der Autor ist Redakteur bei plan b - dem ZDF-Format für Constructive Journalism.

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