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Privatsphäre in sozialen Medien - So entgehen Sie Jan Böhmermanns Prism-Team

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In seiner Sendung "Lass dich überwachen!" führt Jan Böhmermann vor, wie sorglos Leute mit privaten Daten im Netz umgehen. Dabei lässt sich die Privatsphäre ganz einfach schützen.

Lass dich überwachen! In der "PRISM IS A DANCER Show" mit Jan Böhmermann werden die ahnungslosen Studio-Zuschauer wieder zum Mittelpunkt der Sendung.

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94 min
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Wenn das Rundfunk-Tanzorchester Ehrenfeld Snaps Eurodance-Hymne "Rhythm is a Dancer" spielt, geht meist ein Raunen durchs Neo-Magazin-Royale-Studio. Köpfe werden gesenkt, hier und da ist im Publikum ein unsicheres Lachen zu sehen. Denn das Lied bedeutet: Es ist "Prism"-Zeit.

Im Format "Prism is a Dancer" stellt Neo-Magazin-Moderator Jan Böhmermann seine Zuschauer mithilfe ihrer Social-Media-Profile und anderer Internet-Aktivitäten bloß. Was früher eine wiederkehrende Rubrik im Neo Magazin war, ist seit vergangenem Jahr eine eigene Sendung. "Lass dich überwachen! Die PRISM IS A DANCER Show" offenbart, wie achtlos viele Internet-Nutzer mit ihrer Privatsphäre umgehen.

"Nach jeder Folge von 'Lass dich überwachen' fürchte ich: So sorglose Kandidaten finden wir nie wieder, die Leute werden doch nicht schon wieder all ihre Daten und persönlichsten Infos über sich im Internet veröffentlichen – aber, was soll ich sagen: falsch gedacht!", erklärt Böhmermann dazu.

Doch es gibt – nicht nur für die Zuschauer von Böhmermanns Sendung – einige Tipps, mit denen man es Fremden erschwert, die eigenen Daten in den sozialen Medien auszuspionieren. Hier sind zwölf Regeln, die man beachten sollte:

Wer sieht Ihre Nachrichten?

Gehen Sie als Erstes die Privatsphäre-Einstellungen jeder Plattform durch, auf der Sie aktiv sind. Dort können Sie auch festlegen, wer Ihre Facebook-, Instagram- oder Twitter-Posts überhaupt sehen darf.

Wer darf Sie auf Bildern markieren?

Im Privatsphäre-Bereich können Sie auch einstellen, dass Sie eine Erlaubnis geben müssen, bevor Freunde Ihr Gesicht auf einem Bild markieren. Zudem können Sie festlegen, wer Sie markieren darf beziehungsweise, ob Sie überhaupt markiert werden dürfen.

Verschiedene Profilbilder einstellen

Versuchen Sie, bei jedem Dienst ein anderes Profilbild zu benutzen. So können Suchmaschinen die Profile nicht so einfach auf eine Person zurückzuführen. Überlegen Sie auch, wo Sie wirklich ein privates Foto von sich reinstellen wollen. Wenn ja: Achten Sie darauf, dass man Ihr Gesicht nicht in Gänze sieht. Das erschwert die Bilder-Rückwärtssuche bei Google und Co.

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Verschiedene E-Mail-Adressen nutzen

Benutzen Sie für jeden Social-Media-Account eine andere E-Mail-Adresse. Dafür gibt es unzählige Anbieter. Wenn Sie auf dem jeweiligen Profil wirklich anonym bleiben wollen, sollten Sie darauf achten in der E-Mail-Adresse nicht gleich den Vor- und Nachnamen preiszugeben. Denken Sie sich etwas Kreativeres aus als Max.Mustermann1972@gmx.de.

Verschiedene Benutzernamen verwenden

Variieren Sie von Plattform zu Plattform den Benutzernamen. Auch bei Ebay-Anzeigen können Sie erst ein Pseudonym benutzen und dem Käufer erst später Ihren richtigen Namen mitteilen. Dabei sollten Sie aber im Hinterkopf behalten, dass unter anderem auf Facebook offiziell eine Klarnamen-Pflicht besteht.

Flunkern Sie bei einigen Details

Haben Sie keine Angst bei einigen Details zu flunkern, etwa beim Wohnort oder dem Geburtsdatum.

Vorsicht bei Freundschaftsanfragen

Nehmen Sie Freundschaftsanfragen nur an, wenn Sie die Person wirklich kennen. Willigen Sie Anfragen Fremder ein, können diese in vielen Fällen z.B. Ihre Freundschaftslisten einsehen – und über Freunde an Infos über Sie kommen.

Sichtbarkeit auf Google verhindern

Auf Facebook kann man in den Privatsphäre-Einstellungen festlegen, ob Suchmaschinen außerhalb von Facebook Ihr Profil anzeigen dürfen. So landet das private Profil nicht gleich in der Google-Suche.

Kein Facebook-Messenger

Wer nicht will, dass die private Handynummer schnell über Facebook gefunden werden kann, sollte auf den Messenger-Dienst des Netzwerks verzichten.

Googeln Sie sich

Googeln Sie sich im Inkognito-Modus Ihres Browsers. So sehen Sie, welche Daten die Suchmaschine über Sie ausspuckt, und können nachträglich die Privatsphäre-Einstellungen der einzelnen Plattformen anpassen.

Accounts reduzieren

Am besten ist es, wenn man so wenige Accounts wie möglich hat. Überlegen Sie, ob Sie tatsächlich alle Profile brauchen, um mit Freunden oder Verwandten zu kommunizieren. Brauchen Sie Twitter, wenn Sie dort sowieso nichts posten? Und was ist mit den uralten Profilen auf MySpace oder StudiVZ?

Keine peinlichen Bilder!

Die wichtigste und einfachste Regel von allen lautet: Posten Sie keine peinlichen Bilder oder Kommentare. Eine guter Maßstab ist: Dinge, von denen Sie nicht wollen, das der Chef sie sieht, gehören nicht ins Internet.

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Wer sich an die Tipps hält, ist natürlich nicht vor echter Cyberkriminalität geschützt. Sie können aber gegen neugierige Dritte helfen, die auf die Schnelle etwas über Sie herausfinden wollen - und die Lust verlieren, wenn Google und Co. wenig preisgeben.

Die aktuelle Folge von "Lass dich überwachen! Die PRISM IS A DANCER Show" ist in der ZDF-Mediathek abrufbar.

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