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So wird Uran angereichert

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Iran-Limit im Atomabkommen - So wird Uran angereichert

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Der Iran will Uran stärker anreichern, als im Atomabkommen von 2015 vereinbart worden ist. Aber kann eigentlich Uran angereichert werden?

Gaszentrifugen zur Urananreicherung im Iran am 18.08.2006
Zentrifugen zur Urananreicherung im Iran. (Archivbild)
Quelle: pr

Eine der zentralen Auflagen des Internationalen Atomabkommens mit dem Iran ist, dass das Land Uran nur bis maximal 3,67 Prozent anreichern darf. Teheran strebt aber nun 20 Prozent an. Damit wäre der Iran nach Ansicht von Experten nur noch einen technischen Schritt von der für Atomwaffen erforderlichen Reinheit von 90 Prozent entfernt.

Anreicherung wird mit jedem Schritt leichter

Natur-Uran, das in Minen abgebaut wird, enthält verschiedene Isotope. Isotope sind Varianten eines Atoms mit unterschiedlich vielen Neutronen, die sich in ihren Eigenschaften unterscheiden. Nur das Isotop Uran-235 eignet sich gut für die Kernspaltung. Uran anzureichern bedeutet, die Konzentration von Uran-235 zu erhöhen. Um das zu erreichen, werden die Atome eines anderen Isotops, Uran-238, entfernt.

Wenn Uran abgebaut wird, kommen typischerweise auf jedes Uran-235-Atom etwa 140 Atome des unerwünschten Isotops, wie Christopher Chyba von der Universität Princeton erklärt. Eine Anreicherung auf einen Anteil von 3,67 Prozent spaltbaren Materials bedeutet, für jedes Uran-235-Atom 114 unerwünschte Uran-238-Atome zu entfernen.

Von 20 Prozent nur noch kurzer Weg bis zur Bombe

Die Reinheit auf 20 Prozent zu erhöhen, bedeute, 22 weitere unerwünschte Isotope pro Uran-235-Atom zu entfernen, sagt Chyba. Für eine weitere Steigerung auf 90 Prozent Reinheit müssten dann pro Uran-238-Atom nur noch vier weitere unerwünschte Isotope entfernt werden. Wenn man eine Reinheit von 20 Prozent erreicht habe, habe man somit den größten Teil des Wegs zu 90 Prozent geschafft, so der Wissenschaftler

Urananreicherungsanlage in Natans (Archivbild)
Anlage zur Urananreicherung in Natans im Zentrum des Landes. (Archivbild)
Quelle: dapd

Es ist nicht bekannt, dass Teheran Uran bislang auf mehr als 20 Prozent angereichert hat. Nach Angaben der Atomenergiebehörde ist eine Anreicherung bis zu 20 Prozent für den Betrieb eines Forschungsreaktors in Teheran nötig. Zunächst solle Uran jedoch nur auf das für den Atomreaktor Buschehr im Süden des Landes notwendige Niveau angereichert werden. Früheren Angaben zufolge ist das ein Level von fünf Prozent, was über der im Atomdeal festgelegten Grenze von 3,67 Prozent liegt.

Zentrifugentechnik für hohe Anreicherung geeignet

Laut Matthew Bunn von der Harvard-Universität kann die für eine Erreichung von 3,67 Prozent eingesetzte Zentrifugentechnik auch eingesetzt werden, um die Anreicherung auf 90 Prozent hochzutreiben.

Wenn der Iran einmal über eine ausreichende Menge auf 20 Prozent angereicherten Urans verfüge, würde es nur noch Wochen bis zum Bau einer Bombe dauern, wenn das Land sich dafür entscheide, sagt der Wissenschaftler. Die für eine Bombe erforderliche Menge hochangereicherten Urans "könnte die Größe einer sehr großen Grapefruit haben".

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