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Europawahl - So haben junge Europäer gewählt

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Eine der Schlagzeilen nach der Europawahl: In Deutschland hat fast ein Drittel der unter 30-Jährigen die Grünen gewählt. Ein Trend, der aber nicht überall in Europa gilt.

Wen wählten die unter 30-Jährigen bei der Europawahl?
So wählten die unter 30-Jährigen in Deutschland bei der Europawahl.
Quelle: ZDF

In Deutschland sind die Grünen der große Gewinner der Europawahl - vor allem bei den jungen Wählern. 30 Prozent der unter 30-Jährigen gaben ihnen ihre Stimme. Ein möglicher Grund: Umwelt und Klima sind hierzulande für die junge Generation von großer Bedeutung. So auch in anderen europäischen Ländern wie Finnland, Schweden oder Dänemark. Die TUI-Jugendstudie zeigt, dass in diesen Ländern 18- bis 26-Jährige diese Themen besonders wichtig finden. Aber die Studie und die Wahlergebnisse zeigen auch: Nicht in allen Ländern waren Umwelt und Klima die wichtigsten Themen.

In Frankreich bekamen die Grünen von den 25- bis 34-Jährigen zwar 28 Prozent der Stimmen, allerdings entschieden sich auch 20 Prozent von ihnen für Rassemblement National (RN), die rechtspopulistische Partei von Marine Le Pen, die die Wahl dort insgesamt gewann. Die liberale Partei von Präsident Emmanuel Macron wählten 17 Prozent der Jungen.

In Schweden wählten 14 Prozent der 22- bis 30-Jährigen MP, die Umweltpartei. Vielen geht deren Politik aber wohl nicht weit genug. Deswegen könnten die linken und sozialdemokratischen Parteien mit 17 und 10 Prozent unter den Jungen so stark sein.

In Polen bekam die nationalkonservative PiS, die Regierungspartei, 20 Prozent und damit die meisten Stimmen der 18- bis 29-Jährigen. Fast 13 Prozent stimmten für die Partei Wiosna, den Frühling, die für Europa und die Rechte von Schwulen und Lesben steht.

Wirtschaft statt Umwelt

In der TUI-Jugendstudie werden auch Migration und Asyl oder Wirtschaftspolitik als wichtige politische Probleme genannt - vor allem in südeuropäischen Ländern wie Spanien, Italien oder Griechenland. "Das liegt auch einfach daran, dass die Jugendlichen mit anderen Themen beschäftigt sind. Die Jugendarbeitslosigkeit ist dort viel höher", sagt Marcus Spittler, der an der Studie beteiligt war.

Das zeigt sich auch in den Wahlergebnissen. Aktuell gibt es nicht für alle Länder Umfragen dazu, wie die jungen Menschen jeweils gewählt haben. Aber im Gesamtergebnis zeigt sich: In Italien gewann die rechtspopulistische Lega, in Spanien die sozialdemokratische PSC.

Unterschiede zwischen west- und ostdeutschen Bundesländern

Auch in Deutschland sind sich die jungen Wähler nicht einig. Zwar konnten die Grünen die meisten jungen Wähler für sich gewinnen, es gibt aber einen Unterschied zwischen west- und ostdeutschen Bundesländern. Im Westen bekamen die Grünen 32 Prozent der jungen Stimmen, im Osten nur 18 Prozent. Dort liegt die AfD nicht nur im Gesamtergebnis weit vorne. Sie bekam 17 Prozent der Stimmen von unter 30-Jährigen.

Wen wählten die unter 30-Jährigen in West und Ost?
So wählten die unter 30-Jährigen in West und Ost.
Quelle: ZDF

Ein Unterschied, der Marcus Spittler nicht überrascht: "Unsere Wahlentscheidung wird wahnsinnig stark von unserem Umfeld, von den Menschen in unserer Umgebung und unserer Familie geprägt. Gerade in einem Alter von 18 bis 26 Jahren, wo man sich in seiner politischen Sozialisation befindet, sind diese Umgebungsfaktoren wichtig. Warum sollten sich die Jugendlichen in Ost-Deutschland so stark von der Erwachsenengeneration, die es ihnen dort vorlebt, unterscheiden?"

Fest steht: Die jungen Wähler und ihre Stimmen machen sich bemerkbar. Egal ob Umwelt und Klima, wirtschaftliche Bedingungen oder Migrationspolitik - ihre Themen werden in Zukunft im Europäischen Parlament stärker diskutiert werden müssen.

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