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Datenschutz - So kommt Facebook an Ihre Daten

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Facebook ist für Datenschützer ein rotes Tuch. Denn das soziale Netzwerk erhebt ungefragt Daten - selbst von Surfern, die nicht Facebook-Mitglied sind. Hier erfahren Sie, wie.

Facebook - Datenschutz - Typical
Nutzerdaten sind Facebooks Geschäftsgrundlage - nicht nur die seiner Nutzer.
Quelle: dpa

So ortet Facebook den Standort eines Smartphones

Bei den meisten Smartphones ist die Einstellung "Standortzugriff" oder "Ortungsdienst" ab Werk aktiviert. Über das Satellitennavigationsystem GPS, über die nächstgelegenen W-LAN-Hotspots und über Mobilfunk-Sendemasten kann die Position eines Smartphone-Besitzers so bis auf wenige Meter genau berechnet werden.

Selbst wenn der Standortverlauf in den Standorteinstellungen der Facebook-App deaktiviert ist, kann Facebook prinzipiell das Smartphone orten. "Möglicherweise werden dennoch genaue Standortdaten geteilt, wenn Du unsere Produkte verwendest", erläutert Facebook auf seinen Erklärseiten zum Standortzugriff.

Und als Beispiel für eine solche vom Nutzer gar nicht bemerkte Ortung führt Facebook an: "Beispielsweise empfangen und speichern wir möglicherweise Standortdaten, wenn du einen Ort besuchst und mit 'ich bin hier' markierst, eine Veranstaltung zu- oder absagst oder Fotos postest, die Standortinformationen enthalten."

Der Facebook-Button als Datensauger

Wer seine Facebook-Freunde auf eine spannende Webseite aufmerksam machen will und den "Gefällt-mir"-Button drückt, gibt jede Menge Daten von sich preis. Selbst wer eine solche Website mit einem Facebook-Button nur besucht, ohne den Button zu beachten, reicht seine persönlichen Daten ungefragt an Facebook weiter.

Datenschützer, Politiker und Vertreter des Unternehmens Facebook streiten schon seit fast zehn Jahren darüber, welche Daten wie gesammelt werden und ob Facebook das darf. Im Sommer 2011 musste Richard Allan, bei Facebook für das Europa-Geschäft verantwortlich, im Innen- und Rechtsausschuss des Kieler Landtages daher Rede und Antwort stehen, welche Internet-Verkehrsdaten an Facebook-Server geschickt werden (Umdruck 17/2684). Er räumte ein, dass auch von Web-Nutzern, die nicht Mitglied bei Facebook sind, die Internet-Protokolladresse erhoben wird.

Weiterhin räumen die Facebook-Vertreter in dem Landtagsdokument ein: "Wenn ein Nicht-Facebook-Nutzer eine Seite mit einem Like-Button besucht, erhalten wir bestimmte Daten über den Besuch inklusive Datum, Zeit, URL und den Browser-Typ." Dazu muss nicht einmal der Like-Button angeklickt werden. Diese persönlichen Daten landen trotzdem auf Facebook-Servern und werden dort weiterverarbeitet.

facebook.com installiert Cookies - beim ersten Besuch

Nicht-Mitglieder von Facebook, die schon einmal die Webseite "facebook.com" mit ihrem Browser aufgerufen haben, sind über einen sogenannten Cookie identifizierbar. Denn bei einem Aufruf der Facebook-Webseite wird dem Browser ein Cookie genanntes Stückchen Software überspielt, mit dem sich der Browser zusätzlich zur IP-Adresse identifiziert. Diese "Software-Plätzchen" bleiben nach dem Besuch der Website "facebook.com" mehrere Monate im Browser des Anwenders aktiv.

Das Verhalten eines solchen Web-Surfers, der noch nicht einmal Mitglied bei Facebook ist, kann so genau nachvollzogen werden. "Tracking" nennen die Fachleute diese Art der Webspionage. Sie wird besonders gern von der werbetreibenden Industrie in den USA genutzt, um die persönlichen Vorlieben von Webnutzern herauszufinden und bestimmen zu können, ob ein bestimmter Internet-Surfer besonders affin für eine bestimmte Produktwerbung ist.

Was Facebook-Mitglieder an Daten preisgeben

Ruft ein Facebook-Mitglied eine Webseite mit einem "Gefällt-mir"-Button auf, werden seine persönlichen Daten bis hin zur Identitätsnummer seiner laufenden Facebook-Sitzung an den Betreiber des sozialen Netzwerkes übermittelt. In einem solchen Fall kann Facebook detailliert beobachten, welche Webseiten das Mitglied besucht.

Das setzt allerdings voraus, dass der Internet-Surfer während dieser Zeit bei Facebook angemeldet ist. Nur bei laufenden Facebook-Sitzungen kann nämlich die Sitzungs-ID mit übertragen werden. Ist das der Fall, steht der gezielten Profilbildung und Auswertung des individuellen Nutzerverhaltens nichts mehr entgegen.

Facebook-Mitglieder, die während ihrer Web-Surftour nicht bei dem sozialen Netzwerk angemeldet sind, geben spätestens beim Klicken auf einen Like-Button neben ihrer IP-Adresse und der Webadresse der aufgesuchten Seite auch noch Datum, Zeit, Browser-Typ und die eindeutige Cookie-Kennung preis. In der Regel reicht aber bereits der Aufruf der Seite. Über diese Cookie-Kennung kann ein Facebook-Mitglied identifiziert werden, wenn es sich zu einem späteren Zeitpunkt beim sozialen Netzwerk anmeldet, um zum Beispiel neue Fotos auf seine Facebook-Seite zu laden.

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