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Söder trifft den Parteinachwuchs - Bayerns Junge Union: Endlich Sommerpause!

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Im vergangenen November stellte sich die Junge Union offen gegen Parteichef Seehofer. Sie wollte unbedingt einen neuen Ministerpräsidenten. Viel glücklicher ist sie nun nicht.

Archiv: Deutschlandtag der Jungen Union, aufgenommen am 16.10.2015 in Hamburg
Die Junge Union (Archivbild) ist unzufrieden mit dem derzeitigen Zustand in ihrer Partei. Quelle: imago

Es waren schon denkwürdige Szenen im November letzten Jahres. Bei ihrer Landesversammlung muckte die Junge Union sichtbar auf und stellte sich offen gegen den Parteichef und damaligen Ministerpräsidenten Seehofer. Sie hielten vorbereitete Plakate hoch und forderten einen Ministerpräsidenten Söder. So kam es bekanntlich auch.

Ruhe eingekehrt ist aber noch lange nicht. Wenn sich heute der CSU-Nachwuchs zur nächsten Landesversammlung trifft, ist die Verunsicherung weiter groß. Das politische Erdbeben, das fast zur Spaltung von CDU und CSU geführt hätte, ist keineswegs verarbeitet. Bei der Jungen Union heißt es, man freue sich auf die jetzt beginnende Sommerpause. Das ist schon bemerkenswert, da ja Mitte Oktober entscheidende Landtagswahlen in Bayern anstehen.

Aber eine neue Strategie ist nach den Chaos-Tagen der Union nicht zu erkennen. Ursprünglich wollte die CSU mit einem Rechtskurs der AfD Stimmen abjagen. Söder als Ministerpräsident in München und Seehofer Bundesinnenminister in Berlin bildeten die Speerspitze. Diese Strategie ist gründlich gescheitert, der Doppelpass von Söder und Seehofer ist im politischen Abseits gelandet. Die Rücktrittsdrohung von Seehofer hat wirklich jeden in der CSU völlig unvorbereitet überrascht. Söder hatte zu diesem Zeitpunkt längst umgeschwenkt und den Kompromiss mit der CDU gesucht.

Es bleibt ein Scherbenhaufen

Nun ist die Quittung gekommen: Bei den letzten Umfragen stürzt die CSU unter 40 Prozent, die Beliebtheitswerte von Söder und Seehofer sind im Keller. Ministerpräsident Söder hatte im Hinblick auf die Landtagswahl landauf und landab zahlreiche Fördermaßnahmen angestoßen, die aber alle im Kanonendonner des Unionsstreits untergingen. Jetzt beklagt Söder die Verunsicherung der Bevölkerung und mahnt einen besseren politischen Stil an (gemeint ist Seehofer). Interessanterweise freut auch er sich erst einmal auf einen Kurzurlaub.

Wenn Söder am Wochenende auf die Junge Union trifft, will man sich nicht lange mit Wunden lecken aufhalten, sondern nach vorne blicken. Ihre Lehren haben sie alle gezogen. Der Wahlkampf soll "Bayern pur" sein, hier will man die Digitalisierung vorantreiben und die Infrastruktur verbessern. Bundesthemen sollen bewusst ausgespart werden. Bundesinnenminister Seehofer soll nur äußerst selten gemeinsam mit Söder im Wahlkampf auftreten. Die Doppelspitze ist praktisch zerbrochen. Auch die Bundeskanzlerin hält nach jetzigem Stand keine Kundgebungen in Bayern ab. Ob diese radikale Trennung von Landes- und Bundespolitik aber beim Wähler verfängt, ist fraglich.

Seehofer kommt nicht zur Landeversammlung

Parteichef Seehofer hatte übrigens sein Kommen bei der Landesversammlung der Jungen Union schon langfristig abgesagt. Er weiß vom letzten November, dass er hier ohnehin keine Freunde hat. Der Parteinachwuchs wird ihn kaum vermissen und hofft eher drauf, dass aus Berlin nicht noch weitere Querschüsse kommen. So richtig auf den Wahlkampf eingestimmt sind weder Söder noch die Junge Union. Alle wollen wie erwähnt erst einmal im Urlaub in sich gehen.

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