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Ozonbelastung - Sommersmog in der Stadt

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Es ist unsichtbar und an heißen Sommertagen in vielen Städten ein Problem: Das bodennahe Ozon. Für empfindliche Menschen ist das Gas eine Gesundheitsgefahr.

Blick auf Frankfurt am Main im Sommer (Archivbild)
Blick auf Frankfurt am Main im Sommer (Archivbild) Quelle: colourbox.de

Eine stabile Hochdruckwetterlage, intensive Sonneneinstrahlung, erhöhte Temperaturen und Windstille – das sind die Zutaten für die Ozon-Bildung. Hat sich das Spurengas erst einmal in der Großstadt gebildet, heißt es insbesondere für Asthmatiker und lungenkranke Menschen: Zuflucht suchen in geschlossenen Räumen. Zwar haben die Ozon-Spitzenkonzentrationen und die Häufigkeit sehr hoher Ozonwerte in Deutschland deutlich abgenommen. Doch der geltende Zielwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit wird weiterhin überschritten. Das Umweltproblem findet in der öffentlichen Wahrnehmung allerdings kaum statt.

Wenn es um die Luft insbesondere in Städten geht, dreht sich die aktuelle Diskussion fast ausschließlich um einen anderen Luftschadstoff: "Die Aufmerksamkeit richtet sich vor allem auf Stickstoffdioxid und Feinstaub, weil für diese Luftschadstoffe EU-Grenzwerte festgelegt sind. Für Ozon existiert neben Warn- und Alarmschwellen, die nur noch selten überschritten werden, lediglich ein Zielwert. Dieser Wert wird gerade in den Randbereichen der Städte und Ballungsräume immer öfter überschritten. Es gibt also keinen Grund zur Entwarnung", meint Marion Wichmann-Fiebig vom Umweltbundesamt (UBA).

Kopfschmerzen, gereizte Atemwege, Allergien

Für die Vorläuferschadstoffe, aus denen sich das bodennahe Ozon entwickelt, ist der Mensch verantwortlich. Kraftfahrzeugverkehr und Kraftwerke produzieren Stickoxide. Trifft das Abgas mit erhöhtem Sonnenlicht zusammen, kommt eine komplexe chemische Reaktion in Gang, bei der am Ende das Ozon (O3) entsteht. Auch lösemittelhaltige Produkte wie Farben, Lacke, Reinigungsmittel und Klebstoffe sind Vorläufersubstanzen für die Bildung von Ozon. Fußgänger oder Fahrradfahrer in der Stadt bemerken den Chemiecocktail so gut wie nicht, denn das Gas Ozon ist geruchslos. Besonders empfindliche Menschen aber reagieren auf erhöhte Ozon-Konzentrationen mit Kopfschmerzen, gereizten Atemwege, Kurzatmigkeit oder Allergien.

Ein internationales Forscherteam hat einen umfassenden Bericht vorgelegt, wie sich die bodennahen Ozon-Konzentrationen global in den letzten Jahren entwickelt haben. Es ist die erste Studie dieser Art, in der auch die Daten der 261 deutschen Messstationen enthalten sind. Das Jülich Supercomputing Centre am Forschungszentrum Jülich verwaltet die Datenbank: "Der höchste Acht-Stunden-Mittelwert, der bislang in diesem Jahr auftrat, betrug 196 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft und wurde bei Bad Arolsen am 4. Juli gemessen", erläutert Martin Schultz vom Jülicher Forschungszentrum.

Seit 2010 gilt zum Schutz der Gesundheit für Ozon einen europaweit einheitlichen Zielwert und der liegt bei 120 Mikrogramm/m³ Luft im Acht-Stunden-Mittel. Dieser Wert darf während eines Kalenderjahres nicht öfter als 25-mal überschritten werden. Vor dem Hintergrund, dass das Verkehrsaufkommen in Deutschland stetig zunimmt und dadurch auch die Stickoxid-Emissionen hoch sind, können die Ozon-Spitzenwerte in Deutschland weiter zunehmen.

Forscher: Ozonbelastung in China und Korea am größten

In den ostasiatischen Ballungsraumen nimmt die Ozon-Belastung aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung zu. Die neue Ozon-Studie offenbart ernüchternde Ergebnisse: "Tatsächlich zeigen sowohl die Daten an den Stationen als auch Beobachtungen von Satelliten, dass die Ozonbelastung in Ostasien, vor allem in China und Korea am größten ist. Allerdings gibt es auch im Nahen Osten und im Westen der USA sehr hohe Werte", sagt Wissenschaftler Martin Schultz vom Jülicher Forschungszentrum.

So gilt für viele Anwohner sowie Besucher der betroffenen Ballungsräumen: An Tagen mit Temperaturen über 35 Grad müssen die körperlichen Aktivitäten eingestellt, partielle Fahrverbote verhängt und Industrieproduktionen gedrosselt werden.

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