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Musikindustrie - Sony übernimmt Mehrheit bei EMI

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Der Sony-Konzern übernimmt die Kontrolle über den Musikverlag EMI - das kostet die Japaner 2,3 Milliarden Dollar. Damit wird Sony zur weltweiten Nummer eins in der Musikbranche.

Sony-Firmenzentrale in Tokio
Der Sony-Konzern übernimmt die Mehrheit am der Musikfirma EMI. Quelle: dpa

Mit dem Zukauf holt sich der japanische Elektronikkonzern einen Katalog aus mehr als zwei Millionen Songs ins Haus - darunter Musik von Rapper Kanye West, von Soul-Sängerin Alicia Keys, dem Briten Sam Smith, der australischen Sängerin Sia, aber auch Klassiker von Queen, Carole King und Motown. Die Milliardeninvestition gilt als Zeichen für die Wiederbelebung der Musikindustrie - dank der Streaming-Anbieter wie Spotify oder Apple Music.

Sonys US-Tochter kauft die rund 60-prozentige Beteiligung des arabischen Staatsfonds Mubadala und hält danach 90 Prozent an EMI. Die übrigen zehn Prozent liegen bei den Erben von Michael Jackson. Sony ist mit EMI vertraut, da die Japaner das Geschäft trotz Minderheitsbeteiligung bereits betrieben haben. Der Konzern wird auch die EMI-Schulden übernehmen, die sich auf knapp 1,4 Milliarden Dollar belaufen.

Coup des neuen Chefs

Der Zukauf ist die erste große Transaktion des neuen Sony-Chefs Kenichiro Yoshida, der die Umsätze nach der Neuausrichtung des Konzerns auf Videospiele und Bildsensoren in die Höhe schrauben muss. Zuletzt hatten dem Unternehmen vor allem die niedrigen Margen im Geschäft mit Verbraucherelektronik zu schaffen gemacht. "Diese Investition in Inhalte ist ein entscheidender Schritt für unser langfristiges Wachstum", sagte Yoshida. Zu seinem Unternehmen gehöre dann einer der größten Musikverlage der Welt.

Kenichiro Yoshida hat EMI in die Sony-Familie "eingegliedert".
Kenichiro Yoshida hat EMI in die Sony-Familie "eingegliedert". Quelle: -/kyodo/dpa

Sony besaß über eine Tochter indirekt bereits 30 Prozent an EMI Music Publishing. Zusätzlich zu den 1,9 Milliarden Dollar, die der Konzern für die von einem Fonds der Vereinigten Arabischen Emirate gehaltenen Anteile ausgibt, wollen die Japaner weitere 400 Millionen Dollar unter anderem an Aktionäre zahlen. Über den Schritt wurde seit längerem spekuliert. Der Verlag wird bei der Übernahme, die noch von Behörden genehmigt werden muss, insgesamt mit rund 4,75 Milliarden Dollar bewertet.

Angaben von Sony zufolge hält EMI derzeit einen Anteil von 15 Prozent an der Musikindustrie und wird zusammen mit Sonys ATV-Sparte, die die Rechte an Songs wie "Over the rainbow", "Singin' in the rain" oder "Stardust" besitzt, künftig Marktführer. Andere Größen in dem Geschäft sind Universal Music und Warner Music. Der Trend zu Streamingdiensten erhöhe die Lizenzerlöse, sagte Macquarie-Analyst Damian Thong. Sony profitiere davon über direkte Verträge mit Spotify, Apple Music, Google Play, SoundCloud und YouTube.

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