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Kritische Marke - Währung als Waffe? Chinas Yuan auf Tiefstand

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Nervös blicken die Märkte auf Chinas Währung: Peking lässt sie unter eine psychologisch wichtige Marke fallen und schürt damit Sorgen vor einem Währungskrieg mit den USA.

Hauptsitz der chinesischen Zentralbank (PBOC) in Peking
Chinesische Zentralbank: Peking hat den Yuan abgewertet.
Quelle: Reuters

Unruhe an den Börsen: Peking hat den Wert seiner Landeswährung erstmals seit elf Jahren unter die Marke von sieben Yuan je Dollar fallen lassen - diese Marke galt unter Experten lange als "rote Linie", die die chinesische Notenbank nicht überschreiten werde. Der Schritt weckt nun Vermutungen, Peking könne die Abwertung als Waffe im Handelskrieg mit den USA einsetzen.

"Der Gedanke eines Währungskriegs geht mehr als ein paar Händlern durch den Kopf", kommentierte Stephen Innes von VM Markets. Analyst Manuel Andersch von der BayernLB hält die Yuan-Abwertung für eine Reaktion auf die Ankündigung weiterer US-Strafzölle auf chinesische Waren. "Ob China den Wechselkurs nun ganz explizit als 'Waffe' einsetzt, bleibt abzuwarten." Commerzbank-Experte Hao Zhou sagte: "Die brennende Frage lautet nun, ob China seine Währung zur Waffe stilisieren möchte, um in einem unübersichtlichen Handelskrieg zurückschlagen zu können."

Reaktion auf Zollstreit

Die Überschreitung der wichtigen Marke kommt nur wenige Tage nach der Ankündigung neuer Strafzölle durch US-Präsident Donald Trump. Hintergrund: Eine Abwertung des Yuan verbessert die Wettbewerbschancen chinesischer Firmen auf dem Weltmarkt und federt damit die wirtschaftlichen Folgen des Zollstreits mit den USA ab. Chinas Zentralbank selbst nannte "Handelsprotektionismus" als Grund für den Kursrückgang.

Die US-Regierung indes dürfte wenig erfreut sein über die neuerliche Abwertung: US-Präsident Donald Trump hatte China in den vergangenen Wochen mehrfach vorgeworfen, die eigene Währung abzuwerten und chinesische Exportgüter so auf unfaire Weise zu verbilligen.

Asiatische Börsen auf Talfahrt

Die chinesische Währung ist nicht frei handelbar, sondern darf einen von der Notenbank täglich vorgegebenen Kurs nur in einer bestimmten Spanne über- oder unterschreiten. Die chinesische Zentralbank setzt den Wechselkurs jeden Morgen fest und erlaubt dann im Tagesverlauf Schwankungen des Renminbi zum Dollar von zwei Prozent.

Aus Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen des Zollstreits fliehen Anleger aus den asiatischen Aktienmärkten. Der japanische Nikkei-Index verlor am Montag 1,7 Prozent, die Börse Shanghai büßte 1,1 Prozent ein. Ein Ende des Ausverkaufs sei nicht in Sicht, sagte Anlagestratege Ray Attrill von der National Australia Bank. "Wir gehen davon aus, dass es auf absehbare Zeit keine Lösung für den Handelskonflikt gibt."

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