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Nach Yuan-Abwertung - USA: China manipuliert Währung

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China sei ein Währungsmanipulator - das werfen die USA Peking vor. An den Finanzmärkten wächst die Sorge, dass die Beilegung des Handelskonflikts noch eine Weile dauern könnte.

Kursverluste an Hong Kongs Börse nach Abwertung des Yuan
Nach Yuan-Abwertung: Kursverluste an Hong Kongs Börse
Quelle: ap

Nach der Abwertung der chinesischen Landeswährung befürchten Experten, dass sich der Handelskonflikt zwischen Washington und Peking zu einem Währungskrieg entwickelt. Die US-Regierung brandmarkte China offiziell als Land, das den Kurs seiner Währung manipuliert, um sich damit unfaire Vorteile im internationalen Wettbewerb zu sichern. Das Finanzministerium forderte Peking auf, alle Währungsgeschäfte künftig mit größerer Transparenz und Fairness durchzuführen. Damit sind weitere US-Strafmaßnahmen möglich.

Experten rechnen nicht mit baldigem Handelsdeal

Washingtons Replik könne als Zeichen dafür gewertet werden, dass die US-Regierung "einen Handelsdeal nicht wirklich bald erreichen will", sagte die UBS-Expertin Tao Wang. Und die Befürchtung, dass die USA mit weiteren Sanktionen auf die Abwertung reagiert, werde sicher wiederum Chinas Haltung verschärfen. Banken wie die UBS rechneten mit einem Risiko, dass sich die geplanten Handelsgespräche verzögern oder sie abgesagt werden.

Warum der Stempel "Währungsmanipulator" wenig bringt

Vor dem Hintergrund der nahenden US-Präsidentschaftswahl sei eine Eskalation des Handelskonflikts keine allzu große Überraschung, schreiben die Experten der DZ Bank. "Nur umfangreiche substanzielle Zugeständnisse von chinesischer Seite würden die Unterzeichnung eines Abkommens rechtfertigen." Das Thema werde daher wohl noch länger auf der Tagesordnung stehen. "Angesichts der fragilen Lage am Markt, wird dies wahrscheinlich als Eskalation des Handelskriegs gesehen und den Ausverkauf verschärfen", erklärte Devisenexperte Steve Englander von der Bank Standard Chartered.

Reaktion auf Zollstreit

China hatte den Yuan unter die psychologisch wichtige Marke von sieben Yuan je Dollar abgewertet und erklärt, chinesische Unternehmen würden keine Agrargüter mehr aus den USA importieren. Ein niedriger Kurs des Yuan verbilligt chinesische Exportgüter und federt den Schaden durch die US-Sonderzölle etwas ab. Aus Sicht der amerikanischen Regierung führt die schwächere Währung zu unfairen, niedrigen chinesischen Exportpreisen, schadet ausländischen Wettbewerbern und lässt Pekings Handelsbilanzüberschuss wachsen. Die Abwertung kam nur wenige Tage nach der Ankündigung neuer Strafzölle durch US-Präsident Donald Trump.

Zur allgemeinen Beruhigung der Lage an den Finanzmärkten legte die chinesische Zentralbank den Mittelkurs des Yuan am Dienstag wieder etwas höher fest. Die chinesische Zentralbank erklärte, die Kursverluste entstünden durch die Kräfte am Markt. Notenbankchef Yi Gang versuchte in einem Schreiben, die Sorgen der Investoren zu zerschlagen: Peking werde sich weiter verpflichtet fühlen, "Wechselkurse nicht für Wettbewerbszwecke zu nutzen".

Zuletzt hatten die USA China 1994 als Währungsmanipulator bezeichnet. Trump kritisierte auf Twitter: China habe "schon immer die Manipulation seiner Währung genutzt, um unsere Unternehmen und Fabriken zu stehlen, unseren Arbeitsplätzen zu schaden" und die Löhne der amerikanischen Arbeiter zu drücken. "Damit ist jetzt Schluss."

US-Finanzminister Mnuchin hat Peking offiziell Währungsmanipulation vorgeworfen. China hatte zuvor seine Währung abgewertet – auf den tiefsten Stand seit rund einem Jahrzehnt.

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Die chinesische Währung ist nicht frei handelbar, sondern darf einen von der Notenbank täglich vorgegebenen Kurs nur in einer bestimmten Spanne über- oder unterschreiten. Die chinesische Zentralbank setzt den Wechselkurs jeden Morgen fest und erlaubt dann im Tagesverlauf Schwankungen des Yuan zum Dollar von zwei Prozent.

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