Sie sind hier:

Bericht - Sozialwohnungen: Zahl der Neubauten steigt kaum

Datum:

Der Bau neuer Sozialwohnungen hinkt dem Bedarf offenbar weiterhin deutlich hinterher. Unter dem Strich sinkt die Zahl sogar.

2018 wurden nur 27.000 Sozialwohnungen gebaut. Archivbild.
2018 wurden 27.000 Sozialwohnungen gebaut - kaum mehr als im Jahr zuvor.
Quelle: Daniel Reinhardt/dpa

Der soziale Wohnungsbau in Deutschland verharrt auf niedrigem Niveau - trotz Milliardenförderung des Bundes. Das geht aus einem Bericht des Bundesbauministeriums hervor, aus dem die Nachrichtenagentur dpa zitiert. Demnach wurden im vergangenen Jahr bundesweit 27.040 geförderte Sozialwohnungen neu gebaut - nur 809 Wohnungen mehr als 2017. Nach Einschätzung des Mieterbundes wären aber jährlich rund 80.000 zusätzliche Sozialwohnungen nötig, um den Bedarf zu decken.

Entsprechend kritisch reagierten Linke und Grüne: Linken-Fraktionsvize Caren Lay bemängelte: "Der soziale Wohnungsbau bleibt das Stiefkind der Wohnungspolitik der Bundesregierung." Der Grünen-Wohnungspolitiker Christian Kühn bezeichnete die neuen Zahlen als "Armutszeugnis" für Bauminister Horst Seehofer (CSU). "Die Mieten in Deutschland steigen und steigen, und beim sozialen Wohnungsbau herrscht Stillstand."

Seehofer selbst sieht die Länder in die Pflicht: Die Verantwortung für die soziale Wohnraumförderung liege ausschließlich bei diesen. "Ich rechne daher fest damit, dass die Länder die Förderung durch den Bund aus den eigenen Haushaltskassen deutlich aufstocken und in den sozialen Wohnungsbau investieren", erklärte er.

Regionale Unterschiede

Für die sogenannte Wohnraumförderung hatte der Bund den Ländern im vergangenen Jahr erneut rund 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Das Geld floss dem Bericht zufolge in die Förderung von etwa 12.000 Eigenheimen, in die Modernisierung von knapp 18.000 Wohnungen mit Mietpreisbindung sowie in den Neubau von rund 27.040 Sozialwohnungen.

Diese rund 27.000 neuen Wohnungen verteilen sich regional aber sehr unterschiedlich: In Mecklenburg-Vorpommern wurden nur 68 neue Sozialwohnungen gefördert, in Sachsen-Anhalt 20 und im Saarland keine einzige. In Bayern und Nordrhein-Westfalen waren es hingegen jeweils mehr als 6.000 neue Wohnungen, in den teuren Stadtstaaten Berlin und Hamburg jeweils über 3.000.

Zahl der Sozialwohnungen sinkt

Da staatlich bezuschusste Wohnungen nach einiger Zeit aus der Sozialbindung fallen, sank die Gesamtzahl der Sozialwohnungen trotz Neubauten auf bundesweit 1,219 Millionen. Im Jahr 2006, als die Zuständigkeit für den sozialen Wohnungsbau vom Bund auf die Länder überging, waren es noch rund 2,1 Millionen gewesen. Die Linke fordert deshalb mehr Geld vom Bund: "1,5 Milliarden Euro reichen für eine Trendwende im sozialen Wohnungsbau nicht aus", beklagte Lay. Nach den bisherigen Plänen soll die jährliche Förderung des Bundes jedoch auf eine Milliarde sinken.

Der Sozialverband VdK verlangte, die Gelder deutlich aufzustocken. "Wir brauchen deutlich mehr Sozialwohnungen. Die Lage auf dem Wohnungsmarkt ist schon jetzt prekär. Viele Menschen müssen einen immer größeren Anteil ihres Einkommens für ihre Miete aufbringen", kritisierte VdK-Präsidentin Verena Bentele. Nötig seien deutlich mehr Finanz- und Fördermittel für die Schaffung von barrierefreiem und bezahlbarem Wohnraum.

In Deutschland ist bezahlbarer Wohnraum flächendeckend knapp. Es fehlen über eine Million Sozialwohnungen. Die österreichische Stadt Salzburg zeigt, dass es auch anders geht.

Beitragslänge:
28 min
Datum:


Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.