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Pflegekräfte aus dem Ausland - Spahns Plan stößt auf Kritik und Bedenken

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Tausende Pflegekräfte fehlen, doch Gesundheitsminister Spahn hat ein Rezept: Mehr Helfer aus dem Ausland holen und Abschlüsse rascher anerkennen. Der Plan trifft auf Kritik.

Altenpflege
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Quelle: dpa

Einer Studie zufolge fehlen aktuell rund 17.000 Pflegekräfte. Die Lücke dürfte angesichts der demographischen Entwicklung in den kommenden Jahren noch größer werden, sollte die Politik nicht gegensteuern.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will dem Personalmangel in der Pflege auch mit Mitarbeitern aus dem Ausland entgegenwirken. "Pflegekräfte aus unseren Nachbarländern einzuladen, ist die nächstliegende Option", sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post" und verwies dabei auf die in der EU geltende Arbeitnehmerfreizügigkeit.

Lauterbach: Andern Ländern Pfleger nicht wegkaufen

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach wies Spahns Vorhaben zurück. "Wir sollten nicht anderen Ländern Pflegekräfte wegkaufen, dort fehlen sie auch bereits", schrieb er bei Twitter. Lauterbach mahnte stattdessen eine bessere Bezahlung der Pflegekräfte an. "Einfach nur den Koalitionsvertrag umsetzen, nicht ständig Neues", so Lauterbach.

Spahn führte bei dem Kurznachrichtendienst aus, dass ausländische Pflegekräfte nur ein Baustein seien. Zu seinem Amtsantritt hatte er bereits angekündigt, den Pflegeberuf attraktiver machen zu wollen, etwa über eine bessere Entlohnung. Die Sprecherin für Pflegepolitik der Grünen-Bundestagsfraktion, Kordula Schulz-Asche, rief Spahn auf, "schnellstmöglich ein umfassendes Programm für eine Pflege-Offensive" vorzulegen.

Nach einer Mitte März vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung vorgelegten Studie gibt es derzeit 17.000 offene Stellen in deutschen Pflegeheimen. Gründe seien hauptsächlich der bundesweite Fachkräftemangel sowie die abnehmende Qualität der Bewerber für diesen Beruf.

Patientenschützer: Sprachkenntnisse fehlen oft

Spahn mahnte auch eine schnellere Anerkennung von Abschlüssen für Pflegekräfte und Ärzte aus dem Ausland an. Manchmal seien diese über Monate, teils sogar über Jahre im Land und könnten nicht loslegen, weil das Verfahren zur Anerkennung sich so ziehe. Selbstverständlich müsse die ausländische Qualifikation gleichwertig mit der deutschen sein, das gehöre gründlich geprüft. "Wir sollten aber mit den Bundesländern die Überprüfungen deutlich beschleunigen."

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz verwies darauf, dass ausländische Ärzte hierzulande zuallererst an mangelnden Sprachkenntnissen scheiterten. Bis zu 50 Prozent fielen durch. "Die erst 2015 eingeführten verschärften Sprachtests müssen aber bleiben", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch. Schließlich habe der Arzt Patientengespräche zu führen. Nur so könne er die richtige Diagnose stellen und dem Patienten die Behandlung erläutern. "Es ist also graue Theorie zu behaupten, die schleppende Anerkennung der Abschlüsse sei das Problem."

Brysch wies zudem darauf hin, dass ausländische Ärzte in Deutschland nicht einmal ihre Approbation erneut ablegen müssen. "Das ist für Ärzte aber Pflicht, die in Deutschland ihren Abschluss erworben haben, um im Nicht-EU-Ausland zu arbeiten."»

Mehr als 10.000 Leiharbeitskräfte

Wie die "Passauer Neue Presse" unter Berufung auf eine Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion berichtete, waren vergangenes Jahr bundesweit 10.181 Beschäftigte in der Gesundheits- und Krankenpflege, bei Rettungsdiensten und der Geburtshilfe als Leiharbeitskräfte beschäftigt. Im Jahr 2014 waren es demnach 7.374. Im Bereich der Altenpflege habe es 2017 mehr als 7.500 Leiharbeitskräfte gegeben; drei Jahre zuvor seien es 5.850 gewesen.

Dem Bericht zufolge verdienen Leiharbeitskräfte deutlich weniger als regulär Beschäftigte. Bei Vollzeit habe deren Bruttolohn in den Bereichen Pflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe Ende 2016 bei 3.203 Euro monatlich gelegen - bei Leiharbeitskräften bei 2.579 Euro. Der Bruttomonatsverdienst für Vollzeitbeschäftigte in der Altenpflege lag demnach Ende 2016 bei 2.436 Euro - bei Leiharbeitskräften im Durchschnitt bei 2.131 Euro.

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