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Bank mit falschem Gold getäuscht

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Prozess in Göttingen - Bank mit falschem Gold getäuscht

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300.000 Euro zahlte die Sparkasse Göttingen 2016 einem 18-Jährigen für falsche Goldbarren. Der Mann steht wegen gewerbsmäßigen Betrugs vor Gericht. Heute könnte das Urteil fallen.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt - diese Erfahrung haben die Angestellten der Sparkasse Göttingen machen müssen. 2016 wurden sie von einem 18-Jährigen mit vergoldeten Metallbarren und -münzen mehrfach über den Tisch gezogen.

Etwa 300.000 Euro kassierte der junge Mann für das falsche Gold. Angeklagt ist auch dessen Mutter. Heute wird der Prozess gegen den mittlerweile 21-Jährigen fortgesetzt, möglicherweise fällt das Gericht ein Urteil. Die Staatsanwaltschaft Göttingen wirft dem Mann gewerbsmäßigen Betrug vor.

Am ersten Prozesstag Ende Oktober hatte der angehende Berufskraftfahrer die Vorwürfe über seinen Verteidiger pauschal eingeräumt. Dem Angeklagten selbst konnte das Gericht dagegen keine zusammenhängenden Aussagen zu der Anklage entlocken.

Bank fragte nach weiterem Gold

Die Betrugsserie begann Ende September 2016. Der 18-Jährige erwarb bei Ebay die vergoldeten Metallbarren und bot sie der Göttinger Sparkasse an. Dabei soll er sich als Goldhändler ausgegeben haben. Auf ihre Echtheit hat die Sparkasse die Barren offenbar nicht geprüft. So bekam der junge Mann für vier falsche Goldbarren und die Nachbildung einer Krügerrand-Goldmünze zunächst rund 5.800 Euro.

Der Angeklagte steht neben seinem Verteidiger.
Der Angeklagte im Gerichtssaal
Quelle: Swen Pförtner/dpa

In kurzen Abständen folgten weitere Verkäufe. Allein im November 2016 bekam er von der Sparkasse Göttingen rund 189.000 Euro für falsches Gold. Wie im Laufe des Prozesses ans Licht kam, kontaktierte die Sparkasse Göttingen den jungen Mann sogar mehrfach und fragte ihn nach weiterem Gold. Erst Monate später sei ein Mitarbeiter misstrauisch geworden, aber nicht wegen möglichen Falschgoldes, sondern wegen des Verdachts der Geldwäsche. Daraufhin wurden Ermittlungen eingeleitet.

Auch die Mutter des Angeklagten hatte versucht, der Sparkasse falsche Goldbarren zu verkaufen. Wegen des Geldwäsche-Verdachts gegen ihren Sohn kam aber kein Geschäft zustande. Bis dahin hatte die Bank von dem Angeklagten bereits zehnmal Falschgold für insgesamt mehr als 300.000 Euro erworben - dieser hatte dafür etwa 9.900 Euro im Internet gezahlt.

Fälschungen erst Monate später entlarvt

Über 200 Goldbarren nahm die Sparkasse Göttingen dem 18-Jährigen ab, etwa 50 davon verkaufte sie später der Norddeutschen Landesbank weiter. Auch hier flog der Schwindel nicht auf. Erst als einige Barren zur Landesbank Baden-Württemberg weiterverkauft wurden, entpuppte sich das vermeintliche Gold als Fälschung.

Dabei wäre es einfach gewesen, das Falschgold zu erkennen, wie einer der Anwälte im Verlauf des Prozesses demonstrierte: Denn es hätte ein Kratzer mit dem Fingernagel an der Oberfläche eines Barrens genügt, um ein minderwertiges Metall zum Vorschein zu bringen. Allerdings sei die Verpackung der Barren täuschend echt nachgebildet gewesen.

Bei einer Verurteilung des Angeklagten wird sehr wahrscheinlich Jugendstrafrecht angewendet werden. In diesem Fall drohen dem 21-Jährigen Arbeitsstunden oder eine Jugendstrafe zwischen sechs Monaten und maximal zehn Jahren Haft.

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