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SPD vor der Bundestagswahl - Schulz glaubt an Aufholjagd

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Die Umfragewerte waren schon besser. Die Optionen für Koalitionen werden auch eher weniger als mehr. Nun plädierten mehrere Sozialdemokraten dafür, Rot-Rot-Grün eine klare Absage zu erteilen. Von all dem will Kanzlerkandidat Schulz jetzt nichts wissen. Er glaubt noch immer an eine Aufholjagd.

Kanzlerin Angela Merkel bleibt in den Umfragen weiter deutlich vor ihrem Herausforderer Martin Schulz. Das zeigt das aktuelle ZDF-Politbarometer. Eine Mehrheit der Befragten hält die Bundestagswahl jedoch noch nicht für entschieden.

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"Wahlen entscheiden sich im Schlussspurt", sagte der SPD-Chef im Deutschlandfunk. Ziel bleibe, stärkste Partei zu werden, auch wenn dies nach derzeitigen Umfragen "ein schwieriger Weg" sei. "Aber es ist immer noch möglich." Viele, die zu Jahresbeginn mit der SPD sympathisiert hätten, seien nach den verlorenen Landtagswahlen im Saarland, in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen enttäuscht gewesen. "Aber die haben wir nicht verloren." Zudem gehe es um die vielen noch unentschlossenen Wähler.

Schulz: Ende des Höhenflugs machte mir zu schaffen

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) werde nicht auf Dauer die Botschaft aussenden können: "Ihr habt mich, das muss genügen", sagte Schulz dem Südwestrundfunk. "Sie hat Verdienste, aber keinen Plan für die Zukunft. Es ist schon so, dass wir Deutschland erneuern müssen."

Schulz räumte ein, dass ihn das abrupte Ende des SPD-Höhenflugs in den Umfragen vom Jahresbeginn belastet habe. "Aber ich habe eine innere Mitte." Er hätte "vielleicht zu einem früheren Zeitpunkt viel intensiver auch Europa thematisieren müssen". Der Kanzlerkandidat verteidigte erneut die Entscheidung, sich nicht als Minister eine bessere Plattform verschafft zu haben. "Ministerien werden nicht für den Wahlkampf vergeben, sondern für das Regieren des Landes."

Breite Front gegen Rot-Rot-Grün

Unterdessen werden innerhalb seiner Partei zwei Monate vor der Bundestagswahl Rufe nach einer schärferen Absage an eine mögliche Koalition mit Beteiligung der Linkspartei laut. "Rot-Rot-Grün ist in ostdeutschen Ländern möglich, für die Bundesebene ist es keine Option", sagte der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises in der SPD, Johannes Kahrs, der "Welt am Sonntag". Die Linke habe die SPD als Hauptgegner und stehe für keine seriöse Außen- und Wirtschaftspolitik.

Der frühere Wehrbeauftragte Reinhold Robbe (SPD) sagte, "eine - wie auch immer geartete - Zusammenarbeit zwischen SPD und Linke ist auf Bundesebene vollkommen ausgeschlossen". Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Christian Flisek vertrat dem Blatt gegenüber die Auffassung, die Konflikte in einer Regierung aus SPD, Grünen und Linken "wären derzeit immer noch zu groß, um Deutschland stabil zu regieren". Eine rot-rot-grüne Koalition bräuchte außerdem eine "breite, komfortable Mehrheit, die - Stand heute - nicht in Sicht ist".

Stegner und Schulz legen sich nicht fest

SPD-Bundesvize Ralf Stegner mahnte an, für eine möglichst starke SPD zu kämpfen, was Optionen eröffnen würde. "Koalitionsoptionen anzustreben oder auszuschließen, stärkt nur andere Parteien", schrieb der schleswig-holsteinische SPD-Landeschef bei Twitter. Der Chef der SPD-Fraktion in Rheinland-Pfalz, Alexander Schweitzer, sagte: "Wenn eine Dreier-Konstellation notwendig wird, bin ich klar für Rot-Grün-Gelb." In seinem Land funktioniere die Ampel wunderbar.

Parteichef Schulz legt sich in der Koalitionsfrage weiterhin nicht kategorisch fest. "Wer nach der Wahl mit mir koalieren will, ist herzlich eingeladen auf mich zuzukommen", sagte er im Deutschlandfunk. Wer den Euro, die NATO und die europäische Zusammenarbeit infrage stelle, könne aber "sicher nicht in einer Regierung arbeiten, die von mir geführt wird".

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