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ZDF-Sommerinterview - Schulz: "Ich werde Bundeskanzler"

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Im ZDF-Sommerinterview lobt SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz Kanzlerin Angela Merkel für ihr "sozialdemokratisches Parteiprogramm". Gleichzeitig zeigt er sich siegessicher: "Ich rechne damit, dass ich eine gute Chance habe, die nächste Bundesregierung anzuführen."

Vor der Bundestagswahl im September zeigt sich SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz im ZDF-Sommerinterview siegessicher: „Ich rechne damit, dass ich gute Chancen habe, der nächste Bundeskanzler zu werden“, sagt er. Gleichzeitig lobt er Kanzlerin Merkel für …

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Neue Kritik äußert Schulz am Diesel-Gipfel vor knapp zwei Wochen, den er als gescheitert bezeichnet. Da sei "ja nichts bei rumgekommen".

Automobilkonzerne haben "Zukunft verpennt"

Das Problem sei, dass wir in Deutschland in einer Situation lebten, dass "millionenschwere Manager bei VW, bei Daimler, die Zukunft verpennt haben", kritisiert er. Wegen des kurzfristigen Effekts in ihren Bilanzen hätten sie nichts investiert in den Bereichen, wo man hätte investieren müssen. Jetzt müssten die kleinen Diesel-Fahrer, in erster Linie die Pendler, die Zeche zahlen. "Nein, da bin ich entschieden gegen", sagt Schulz.

Die Kritik an Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil wegen zu enger Verflechtungen mit dem Automobilkonzern VW hält der SPD-Politiker für unangemessen. Das Land Niedersachsen sei Anteilseigner bei Volkswagen und jeder niedersächsische Ministerpräsident sitze in diesem Aufsichtsrat. Weil sei bei VW deshalb so unpopulär, weil er deutliche Kritik am Management des Konzerns geübt habe.

Schulz: Union als Juniorpartner vorstellbar

Vor der Bundestagswahl im September zeigt sich Martin Schulz optimistisch, neuer Regierungschef werden zu können. Er rechne damit, dass er eine gute Chance habe, die nächste Bundesregierung anzuführen. "Ich werde Kanzler", ergänzte er. Gleichzeitig betont er, er "gehöre zu den Politikern, die Prinzipien haben, ob das nun für den Wahlkampf gut oder schlecht ist". Prozente seien ihm da weniger wichtig, so der SPD-Kanzlerkandidat.

Was mögliche Koalitionsoptionen nach der Bundestagswahl angehe, sagt er, er habe nichts gegen "eine Große Koalition mit der Union als Juniorpartner". Merkel mache ja "ein rein sozialdemokratisches Parteiprogramm", so der SPD-Chef. Allerdings wolle die Union die Große Koalition genauso wenig fortsetzen wie seine Partei.

Trump ist "verantwortungslos"

Zu dem schwelenden Konflikt zwischen Nordkorea und den USA sagt Schulz im ZDF-Sommerinterview, er würde niemals eine solche Krise, wie sie "dieser verantwortungslose Mann im Weißen Haus" produziert, als Wahlkampfthema nutzen.

Deutschland gehe es aktuell gut, das sei auch der sozialdemokratischen Politik zu verdanken, sagt Schulz im ZDF-Sommerinterview. Aber das bedeute nicht, dass es auch allen Deutschen gut gehe. "Ich will aber, dass es möglichst vielen Menschen im Lande gut geht", betont er. Deshalb müsse in den Bereichen Bildungspolitik, Investitionen in Forschung und Entwicklung und digitale Infrastruktur mehr investiert werden. Da hinke Deutschland anderen Ländern in der Welt, aber auch in Europa, hinterher.

Keine falschen Versprechungen

Bei den Themen Erbschaftssteuer und Vermögenssteuer wolle die SPD "in der nächsten Wahlperiode Klarheit schaffen", so Schulz. "Bei der Vermögenssteuer sage ich: Wenn ich es nicht durchsetzen kann, 100 Prozent, dann verspreche ich es nicht. Dann sage ich, ich werde abwarten, was kommt bei den Verfahren raus und dann packen wir es an." Das sei seriöser, als Versprechen, die am Ende nicht eingehalten würden. Das führe dann immer zu Verdruss, so der SPD-Kanzlerkandidat.

In der Flüchtlingskrise 2015 sei es ein Fehler gewesen, dass man "die europäischen Partner nicht vorher konsultiert" habe, sagt Schulz. Dass man sie erst hinterher informiert habe, hätte "viel böses Blut gegeben".

Flüchtlingskrise ist ein "europäisches Problem"

Die Flüchtlingskrise sei aber "kein deutsches Problem alleine, sondern ein europäisches", sagt er. Er habe da jedoch wenig Einfluss, da die Flüchtlingspolitik in den europäischen Räten beraten werde, in denen die Regierungschefs säßen. Er könne "bedauerlicherweise noch nicht" die Rolle des deutschen Kanzlers übernehmen. Das wolle er dann aber nach der Wahl machen, so Schulz im ZDF.

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