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Klimawandel - Fünf Naturphänomene, die bald nicht mehr da sind

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Die Isländer erinnern heute an den Gletscher Okjökull - er ist über die Jahre weggeschmolzen, wegen des Klimawandels. Er ist nur ein Beispiel für bedrohte Naturphänomene weltweit.

Island: Okjökull-Gletscher
Das traurige Bild eines ehemals stolzen, großen Gletschers: Der Okjökull auf einer Aufnahme vom 01.08. 2019. Ihm zu Ehren und zur Mahnung an künftige Verluste durch den Klimawandel wird in Island eine Tafel mit einem "Brief an die Zukunft" eingeweiht.
Quelle: EPA

Island trauert. Der "Okjökull" (Ok) ist tot. Er hat den Kampf gegen die globale Erwärmung verloren. Sein Eis ist geschmolzen. "Ok" war der erste Gletscher auf Island, der dem Klimawandel zum Opfer fiel - und er wird der erste sein, der ein Denkmal bekommt. Auf der schlichten Metalltafel, die heute auf dem Gipfel des ehemaligen Gletschers enthüllt wird, steht: "Brief an die Zukunft. Ok ist der erste Gletscher auf Island, der diesen Status verliert. In den kommenden 200 Jahren dürften ihm alle unsere Gletscher folgen. Diese Gedenkstätte soll bezeugen, dass wir wissen, was geschieht und was zu tun ist. Nur ihr werdet wissen, ob wir es getan haben."

Initiiert wurde die Aktion von isländischen Forschern und deren Kollegen der Rice Universität in Houston (US-Bundesstaat Texas). Die Gedenktafel soll auf die Auswirkungen des Klimawandels aufmerksam machen und zeigen, was der Welt für Schätze verloren gehen. Denn der Gletscher ist nicht das einzige Naturphänomen, das sich dem Klimawandel beugen musste. Weitere werden bald von der Weltkarte verschwinden, das zeigen unsere Beispiele.

Bordeaux: Rebsorten halten Hitze nicht mehr aus

Der fortschreitende Klimawandel bedroht den traditionellen Weinanbau. Denn anders als bei Tomaten, Kartoffeln oder Bananen, spielt beim Wein die Herkunft eine entscheidende Rolle. Bordeaux ist Bordeaux, weil die Reben Bordeaux sind, die auf dem Boden Bordeaux im Klima Bordeaux wachsen. Doch das Klima in der weltberühmten Weinbauregion im Südwesten Frankreichs ändert sich. Es wird heißer und trockener. Das setzt den Rebsorten zu, einige halten das nicht mehr aus.

Weingut in Bordeaux
Weingüter im Bordeaux fürchten um ihre Zukunft, da die Rebsorten die steigende Hitze nicht mehr aushalten. (Archivbild)
Quelle: dpa

Ein gutes Glas Bordeaux aus Bordeaux könnte in einigen Jahrzehnten schon Geschichte sein oder womöglich aus Deutschland kommen. Für die Region, deren wichtigster Wirtschaftszweig der Weinbau ist, wäre das der Ruin.

Israel und Jordanien: Das Tote Meer ringt mit dem Tod

Menschen mit Haut- und Atemwegserkrankungen schätzen die heilende Wirkung des hohen Salzgehalts und des mineralhaltigen Schlamms im Toten Meer. Touristen fotografieren sich schwebend an der Wasseroberfläche. Menschliche Aktivitäten im Umfeld des Toten Meers sorgen allerdings dafür, dass damit ebenfalls bald Schluss sein könnte.

Jordanien: Versalzter Ast im Toten Meer
Der Meeresspiegel im Toten Meer sinkt stetig - es wird bald austrocken. (Archivbild)
Quelle: Reuters

Während bei allen Meeren der Wasserspiegel bedingt durch den Klimawandel ansteigt, ist der Meeresspiegel des "Salzmeeres" in den letzten 70 Jahren um 40 Meter gefallen. Es droht in weniger als 50 Jahren ganz auszutrocknen. Das Problem: Das Tote Meer liegt in einer Gegend, in der es sehr heiß ist, kaum regnet und das Wasser schneller verdunstet, als es durch den Fluss Jordan nachfließen kann. Zudem entnehmen die beiden angrenzenden Länder Israel und Jordanien das Wasser für ihre Trinkwasserversorgung.

Deutsche Nordsee: Landunter auf den Halligen

Zwischen 30 und 80 Zentimeter wird der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 ansteigen. Darüber sind sich Wissenschaftler einig. Davon bedroht sind Inselparadiese in der Südsee, aber auch Inseln in der Nordsee. Ohne umfassende Eingriffe in die Natur sind die Halligen im Nationalpark Wattenmeer dem Untergang geweiht. Über kurz oder lang werden sie von der Landkarte verschwinden, wenn man es nicht schafft, durch Anpassungsmaßnahmen dem Klimawandel zu begegnen.

"Hallig Hooge: Die Nummer 1 im Wattenmeer": Die Marschinsel Hallig Hooge.
Ohne massive Gegenmaßnahmen werden die Halligen im Wattenmeer untergehen. (Archivbild)
Quelle: dpa

Auf mittlere Sicht ist es eine Option, durch das Auffüllen von Sand aus der Nordsee mit dem steigenden Meeresspiegel mitzuwachsen und die Halligen so als Lebensraum für Menschen im Wattenmeer zu bewahren. Wie lange, bleibt fraglich.

Australien: Das Ende des größten Korallenriffs der Welt

Das Great Barrier Reef ist ein Paradies für Taucher und das größte bewohnte Ökosystem der Welt. Aber Meeresbiologen schätzen, dass die Hälfte der Korallen im Riff stirbt oder schon gestorben ist. Das mehr als 2.300 Kilometer lange Riff war 2016 und 2017 von einem Massensterben erwachsener Korallen betroffen, dem sogenannten Korallenbleichen. Ursache waren überhöhte Temperaturen infolge des Klimawandels.

Great Barrier Reef
Das Great Barrier Reef vor Australen verliert seine Vielfalt. Immer mehr Korallen sterben - und damit auch das Riff. (Archivbild)
Quelle: dpa

Einer neuen Studie zufolge gibt es zudem kaum noch Korallennachwuchs. Die Zahl der Larven ging nach der Untersuchung australischer Wissenschaftler 2018 um 89 Prozent zurück. Ob sich das Riff davon erholen kann, ist ungewiss. Der Tod von Korallen gilt zudem vielen Wissenschaftlern als Warnsignal, dass sich die Artenvielfalt im Ozean künftig stark verringern könnte.

Alpen: Gletschern droht eine eisfreie Zukunft

Dasselbe Schicksal wie dem isländischen "Okjökull“ droht auch Gletschern in den europäischen Alpen. Schon heute büßen die Alpengletscher zunehmend an Volumen ein. Klimaforscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich haben den alpinen Eismassen bereits häufiger eine düstere Zukunft prognostiziert.

Alpengletscher könnten 2100 weitgehend weggetaut sein. Archivbild
Die Alpengletscher könnten schon in wenigen Jahren weitgehend abgetaut sein. (Archivbild)
Quelle: M. Huss/EGU/dpa

Egal, wie gut die Klimaschutzbemühungen voranschreiten - die Alpengletscher werden in den kommenden Jahrzehnten in jedem Fall deutlich schrumpfen. Der Prognose zufolge verlieren die Gletscher bis 2050 rund die Hälfte ihres Volumens. Schreitet die Erderwärmung weiter voran wie bisher, könnten die alpinen Eismassen im Jahr 2100 demnach sogar fast vollständig verschwunden sein.

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