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Nach gewaltsamem Tod - Chemnitz-Aufmarsch beschäftigt Polizei und Stadt

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Nach dem Tod eines 35-Jährigen in Chemnitz versammeln sich Hunderte Menschen in der Stadt. Diese beendet daraufhin vorzeitig ihr Stadtfest. Wie konnte es zu dem Aufmarsch kommen?

Nach Protesten nach dem Tod eines Mannes ist in Chemnitz Ruhe eingekehrt. "Die Polizei hat zwei Tatverdächtige in Gewahrsam genommen", sagt ZDF-Reporter Thomas Bärsch.

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Nach dem Aufmarsch Hunderter Menschen am Sonntag in Chemnitz laufen Ermittlungen. Neue Erkenntnisse gab es am Montagmorgen zunächst nicht, wie eine Polizeisprecherin sagte. Am Sonntag hatten sich rund 800 Menschen in der Chemnitzer Innenstadt versammelt und in Bewegung gesetzt. Wie die "Bild"-Zeitung berichtete, waren unter den Demonstranten gewaltbereite Rechte, die gegen Ausländerkriminalität protestierten. Videos in sozialen Medien zeigten Übergriffe auf Migranten. Dazu konnte die Polizeisprecherin am Montag jedoch zunächst nichts sagen.

Der spontane Aufmarsch nach dem gewaltsamen Tod eines 35-jährigen Deutschen in Chemnitz beschäftigt am Montag Polizei und Stadt. Ein Stadtsprecher sagte, die Geschehnisse vom Sonntag müssten ausgewertet werden. Gerüchte über einen zweiten Todesfall in Chemnitz dementierte die Polizei:

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Anzeigen wegen Körperverletzung, Bedrohung und Widerstand

Zu den Demonstrationen war es am Sonntagnachmittag gekommen. Sie hatten sich aber am Abend nach und nach aufgelöst. Die gesamte Nacht über waren verstärkt Einsatzkräfte im Stadtgebiet unterwegs. "Es war ruhig. Es gab keine besonderen Ereignisse in der Nacht", sagte ein Sprecher der Polizei. Derzeit würden vier Anzeigen bearbeitet, darunter seien zwei wegen Körperverletzung, eine wegen Bedrohung sowie eine wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, teilte die Polizei mit. Wie die "Bild" berichtete, waren unter den Demonstranten "gewaltbereite Rechte", die gegen Ausländerkriminalität protestierten und Sprüche wie "Wir sind das Volk" skandierten.

Die Stadt beendete aus Sicherheitsbedenken vorzeitig ihr Stadtfest. "Wenn ich sehe, was sich in den Stunden am Sonntag hier entwickelt hat, dann bin ich entsetzt", sagte Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) dem MDR. "Dass es möglich ist, dass sich Leute verabreden, ansammeln und damit ein Stadtfest zum Abbruch bringen, durch die Stadt rennen und Menschen bedrohen - das ist schlimm." Zunächst hatten die Veranstalter Pietätsgründe für den Abbruch des Fests angegeben.

Der 35-jährige Deutsche war in der Nacht zum Sonntag nach dem Chemnitzer Stadtfest bei einem Streit zwischen Menschen mehrerer Nationalitäten ums Leben gekommen. Die Gründe für die Auseinandersetzung sind bislang ungeklärt.

Zwei vorläufige Festnahmen

Die Polizei nahm zwei 22 und 23 Jahre alte Männer vorläufig fest, die sich vom Tatort entfernt hatten. Zu deren Nationalität wollten die Beamten zunächst keine Aussage machen, da noch geprüft werde, ob und wie diese in die Auseinandersetzung involviert gewesen seien. Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln wegen Totschlags.

Das schwer verletzte 35-jährige Opfer starb im Krankenhaus. Zwei weitere verletzte Männer im Alter von 33 und 38 Jahren wurden ebenfalls ins Krankenhaus gebracht. Am Sonntag wurden Zeugen vernommen, wie eine Sprecherin weiter sagte. Aus ermittlungstaktischen Gründen wollte die Polizei zunächst keine weiteren Angaben machen.

Polizei bereitet sich auf weitere Kundgebungen vor

Unterdessen bereitet sich die Polizei nach den Ausschreitungen am Sonntag auf neue Kundgebungen in Chemnitz vor. Im Internet gebe es verschiedene Aufrufe zu Demonstrationen, sagte eine Sprecherin der Chemnitzer Polizei am Montag.

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