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Frist endet am 31. Juli - Höchste Zeit für die Steuererklärung

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Wer bis jetzt seine Steuererklärung noch nicht beim Finanzamt abgegeben hat, muss sich sehr sputen: Bis zum 31. Juli müssen die Unterlagen bei der Finanzbehörde eingereicht sein.

Archiv: Eine Frau sitzt am 07.02.2019 in einer Wohnung in Hamburg und macht ihre Steuererklärung.
Eine Frau macht ihre Steuererklärung.
Quelle: picture alliance / dpa

Für wen gilt diese Frist?

Entwarnung gilt zunächst für die meisten der angestellten Arbeitnehmer: Solche mit Steuerklasse 1 oder Eheleute, die beide in der Steuerklasse 4 veranlagt werden, sind nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Mit einer Ausnahme: Wer im Jahr mehr als 410 Euro an Nebeneinkünften hat, der ist wieder in der Pflicht.

Alle anderen müssen eine Steuererklärung abgeben. Das gilt auch für diejenigen, die im Steuerjahr bei zwei Arbeitnehmern gleichzeitig beschäftigt waren. Die Pflicht zur Abgabe besteht aber auch für diejenigen, die Lohnersatzleistungen wie Elterngeld oder Arbeitslosengeld von mehr als 410 Euro im Jahr bezogen haben. Auch Selbständige, Rentner und Vermieter müssen eine Steuererklärung abgeben, wenn sie ein Jahreseinkommen über dem Grundfreibetrag von 9.000 Euro für Singles und 18.000 Euro für Ehepaare haben.

Kann man die Frist verlängern?

Wer einen Steuerberater zu Rate zieht oder Mitglied in einem Lohnsteuerhilfeverein ist, der kann sich entspannt zurücklehnen. In diesen Fällen gilt jetzt eine Frist bis Ende Februar – sie wurde wie die Frist zur "normalen" Steuererklärung ebenfalls um zwei Monate verlängert. Wer das nicht tun möchte, der sollte einen Brief oder eine Mail an das Finanzamt schicken. Die Bitte um Fristverlängerung muss jedoch gut begründet sein, sagt Änne Riesenberg von der Zeitschrift Finanztest: "Urlaub zählt da nicht, aber etwa längere Krankheit oder berufliche Überlastung." Und man sollte ausdrücklich erwähnen, dass man von einer Zustimmung zur Fristverlängerung ausgeht, wenn man nicht innerhalb von 14 Tagen eine gegenteilige Antwort des Finanzamts erhält, rät sie. "Hilfreich ist es auch, einen Vorschlag zu machen, bis wann man die Unterlagen einreicht", erklärt Uwe Rauhöft, Geschäftsführer des Bundesverbands Lohnsteuerhilfevereine (BVL). Eine Notlösung gibt es ebenfalls: "Man kann auch zunächst nur den Mantelbogen des Formulars ausfüllen mit den persönlichen Daten, diesen unterschreiben und die restlichen Unterlagen nachreichen", sagt Änne Riesenberg von der Stiftung Warentest - auch wenn das das Finanzamt nicht so gern sehe.

Welche Konsequenzen hat eine zu späte Abgabe?

Das Finanzamt hat die Bestimmungen verschärft: Wer zu spät abgibt, riskiert Zuschläge je Verspätungsmonat von 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer, mindestens 25 Euro je Monat. Ob sie erhoben werden, das liegt im Ermessen des Finanzbeamten, solange die Unterlagen bis Ende Februar eingereicht werden. Danach werden sie auf jeden Fall erhoben.

Worauf sollte man bei der Steuererklärung grundsätzlich achten?

Seit 2018 müssen Belege nicht mehr eingereicht werden. Das entlastet die Finanzbeamten, denn nun können die Unterlagen elektronisch geprüft werden. Das Elster-Portal soll das erleichtern, auch wenn nach BVL-Zahlen noch 42 Prozent der Arbeitnehmer, die ihre Steuererklärung ohne professionelle Hilfe ausfüllen, die Formulare auf Papier bevorzugen. Doch die Belege muss der Steuerpflichtige vorhalten, damit sie bei Bedarf noch nachgereicht werden können – zumindest so lange, bis der Steuerbescheid eingegangen ist. "Spendenbelege aber muss man ein Jahr länger aufheben", rät Uwe Rauhöft vom BVL.

Grundsätzlich solle man möglichst detaillierte Angaben zu den entsprechenden Ausgaben machen: "Dann ist die Chance größer, dass der Beleg nicht angefordert wird." Er mahnt die Steuerpflichtigen aber auch zur Sorgfalt: Sie sollten mit der neuen Freiheit möglichst verantwortungsvoll umgehen. Denn wenn sie falsche Angaben machten und im Fall der Nachfrage den Beleg nicht nachreichen könnten, dann werde das womöglich als Fahrlässigkeit mit entsprechenden Konsequenzen gewertet.

Welche Hilfen gibt es beim Ausfüllen der Erklärung?

Wer nichts weiter abzusetzen hat, der kommt auch allein klar.
Uwe Rauhöft, Geschäftsführer des Bundesverbands Lohnsteuerhilfevereine

Der Steuerpflichtige kann sich an einen Steuerberater wenden. Wer fürchtet, dann zu hohe Kosten tragen zu müssen, kann Lohnsteuerhilfevereine zu Rate ziehen. Damit man deren Hilfe in Anspruch nehmen kann, muss man Mitglied werden. Das können nur Angestellte, Beamte und Rentner, sie zahlen je nach Verein und Jahreseinkommen des Steuerpflichtigen zwischen 40 und bis zu 375 Euro im Jahr. "Wer die Besteuerung nicht ausreichend durchschaut, der sollte Hilfe in Anspruch nehmen", rät Rauhöft. Vor allem, wenn die Steuererklärung komplexer sei. "Wer nichts weiter abzusetzen hat, der kommt auch allein klar." Denen, die es allein versuchen, rät Änne Riesenberg von der Stiftung Warentest zu einem Steuerprogramm. Denn das führe durch die Steuererklärung und gebe auch Tipps zum Ausfüllen. Sie rät zu den "klassischen" Programmen. Bei den Apps, die inzwischen auch auf dem Markt sind, habe Finanztest noch einige Lücken und Pannen entdeckt.

Sollte man eine Steuererklärung abgeben, auch wenn man nicht dazu verpflichtet ist?

Unbedingt – sofern man Ausgaben hat, die von der Steuer abzusetzen sind, dazu zählen etwa haushaltsnahe Dienstleistungen wie Handwerker oder Spenden. Dazu hat man dann aber vier Jahre Zeit. Die Erstattung dürfte dann nicht so üppig ausfallen, aber man sollte das Geld auch nicht verschenken, meint Riesenberg.

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